DREI FASTEN - KUREN FÜRS GEMÜT
Meisterhafte Schüler-Tipps
VORGESTELLT.Sant Kirpal Singh (1894-1974) lehrte von 1948 bis zu seinem Tod den Pfad des inneren Lichts und Klangs.
WARTEN ÜBEN.
Äußere Verehrungsformen und Rituale bringen das Gemüt (mind) immer nur vorübergehend zur Ruhe. Und dann bringt es wieder alles durcheinander. Wie kommt das? Weil es durch Beten, Kerzen anzünden, Blumen aufstellen usf. weiterhin von außen genährt, gestärkt und am Leben erhalten wird. Es lebt von eurer Aufmerksamkeit und von den Dingen und Tätigkeiten, auf die ihr sie richtet. Wenn ihr die Aufmerksamkeit von ihm abwendet, nach innen kehrt und auf die inneren Offenbarungen lenkt, kommt es wirklich zur Ruhe und hört schließlich ganz zu wirken auf. Dieser Weg ist die einzige Methode, um es zu meistern und sich nicht länger von seinem Diktat beherrschen zu lassen.
Das geht aber nicht auf die harte Tour. Wenn man auf Druck und Zwang setzt, stellt es sich quer. Doch was tat Christus, als er in der Wüste vom Teufel auf die Probe gestellt wurde? Dreimal „trat Satan an ihn heran“ und jedes Mal sagte Jesus: „Weiche zurück, Satan!“ Was bedeutet das? „Halt! Warte!“ Er verwies das Gemüt immer wieder zurück auf seinen Platz: „Erst kommt Gott, dann die Welt!“ (Vgl. Mt 4,1-11)
DAS GEMÜT „ABHOLEN“.
Gebt eurem Gemüt, was es braucht, um eine Zeitlang zufrieden zu sein (zum Beispiel eine kleine Mahlzeit), und nutzt diesen Vorteil dann zum Meditieren: „Nun gehen wir ein Weilchen in die Stille.“ Und wenn es sich dazwischen wieder meldet, dann verweist es auf seinen Platz: „Lass uns erst zu Ende meditieren.“
Guru Nanak ging noch weiter und riet, das Gemüt zur Mitarbeit zu gewinnen. „Erklärt ihm die Sachlage: Schau her, so viele Lebensläufe hindurch habe ich mich deinen Wünschen gefügt – wie wäre es, wenn du dich jetzt einmal nach mir richtest? Ich sehne mich nach Freude und Frieden, genau wie du. Begleite mich auf meinem Pfad nach Hause. Auf dem Weg dorthin finden auch deine Wünsche Erfüllung. So bekommt ein jeder von uns, was er will.“
FASTEN-RETREATS BESUCHEN.
Eine weitere Maßnahme zur Meisterung des Gemüts lautet: Sucht den Umgang mit heiligen Menschen. Es reicht aber nicht, nur körperlich vor Ort zu sein und die Gedanken woanders zu haben. Seid mit voller Aufmerksamkeit präsent – ohne dass sich ein einziger Gedanke an die Welt erhebt.
Dann erfahrt ihr, wie es ist, wenn das Gemüt eine Zeitlang still hält. Durch die Ausstrahlung des Meisters sammelt sich in seiner Gegenwart auch eure Aufmerksamkeit, weil er selbst gesammelte Aufmerksamkeit ist.
ÖFTER MAL „ABSPECKEN“.
Ein dritter Weg, um dem Gemüt die Nahrung zu entziehen, ist mentales Fasten. Wie geht das? Denkt während dieser Zeit nur an Gott und an nichts sonst. Nur zu! Das wird euch gut tun! Beim körperlichen Fasten hört nach drei Tagen das Hungergefühl und das Verlangen nach Nahrung auf. Wenn ihr es fertig bringt, eine Zeitlang nichts zu essen, dann könnt ihr auch innerlich fasten – indem ihr keine äußeren Eindrücke aufnehmt und stattdessen liebevoll und andächtig an Gott denkt. Das bringt euch zumindest zeitweise „Entschlackung“...
Doch wie sollt ihr das als „Weltmenschen“ schaffen? Fangt mit drei Tagen an. Alle Heiligen der Vergangenheit haben es so gemacht. Christus fastete sogar 40 Tage lang. Wahres Fasten ist spiritueller Art. Leert euer Gemüt von weltlichen Gedanken und Eindrücken. Es lohnt sich! Fangt gleich hier damit an.
Nehmt morgens und abends eine kleine Mahlzeit zu euch, und dann denkt die restliche Zeit an nichts anderes als an Gott – oder an den Menschen, der ihn in sich verwirklicht hat: voll Andacht und Liebe. Ist das nicht eine gute Idee?
PRO WOCHE EINEN DIÄT-TAG EINLEGEN.
Ihr gönnt euch doch auch sonst mehrmals im Monat eine kleine Auszeit, um Abstand vom Alltag zu gewinnen. Schließlich habt ihr jede Woche mindestens einen Tag frei. Warum genehmigt ihr euch nicht einmal pro Woche eine Auszeit mit Gott oder verbringt ein paar Tage im Monat ganz allein mit ihm?
Das hilft, gerade wenn man erst am Anfang seines Weges steht und noch nicht viel Erfahrung hat. Später dann, wenn man schon gut geübt ist, braucht man das nicht mehr und bleibt sogar im Großstadt-Trubel in Gottes Gegenwart vertieft.

