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Heinrich von Kleist
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Die Botschaft des Bären

Die Botschaft des Bären

Ein spirituelles Gleichnis

Grazie ist dem Wortsinn nach eine göttliche Gnadegabe. Sie zeigt sich nur in ichlosem Handeln: wo (noch) kein Ich-Bewusstsein vorhanden ist – oder wo es bereits überwunden ist: in einem gottverwirklichten Menschen. Das zeigt das Gleichnis vom Bären aus Heinrich von Kleists „Über das Marionettentheater“.

VORGESTELLT. Die Beschäftigung mit der Philosophie von Immanuel Kant stürzte den jungen Heinrich von Kleist (1777- 1811) 1801 in eine tiefe Krise. Seine gesamte Lebensplanung geriet aus den Fugen – ein Schicksal das ihn uns Heutigen überraschend nahe bringt. Abbrüche und Umbrüche, Krisen und Katastrophen bestimmten seither sein Leben, dem er vor 200 Jahren selbst ein Ende setzte.

VORANGESTELLT. Sein berühmter Aufsatz „Über das Marionettentheater“ ist hier in geraffter und sprachlich aktualisierter Form nacherzählt. Die ursprüngliche Version finden Sie unter: www.kleist.org. Die Handlung spielt in Kleists Schicksalsjahr 1801. Dennoch ist der Ich-Erzähler als literarische Kunstfigur nicht notwendigerweise mit dem Autor gleichzusetzen.

„Der Ernst des Bären raubte mir die Fassung. Aug in Auge, als ob er in meiner Seele lesen könnte, stand er mir gegenüber...“

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