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EINANDER FREMD, UND DOCH SO NAHE

EINANDER FREMD, UND DOCH SO NAHE

Hinduismus und Christentum: Mystik im Vergleich

In Deutschland leben zurzeit etwa 98.000 Hindus unterschiedlicher Herkunft – die meisten aus Sri Lanka, Indien, Afghanistan. Hindu-Gemeinden aus verschiedenen Traditionen gibt es in jeder größeren deutschen Stadt, und doch ist ihre Glaubenswelt für viele im christlichen Umfeld ein exotisches Rätsel geblieben. Daniel Grassl bietet in diesem Beitrag einen Ansatz zur Verständigung und Integration.

Auf den ersten Blick fällt der Versuch, indische und christliche Mystik miteinander zu vergleichen, relativ schwer, nicht aber auf den zweiten. Denn es gibt Parallelen. Aber was soll an dem monotheistischen Christentum in seinem mystischen Kern ähnlich sein dem polytheistischen Hinduismus, also der indischen Mystik?

Man mag dem entgegenhalten, dass letztlich nur ein Gott existiert, und daher auch die Mystik als der Weg zu diesem Einen Gott bzw. als die Verinnerlichung Gottes im Menschen trotz der unterschiedlichen religiösen Hintergründe ähnlich sein wird. Denn der Begriff „Mystik“ bezeichnet religionsübergreifend das unmittelbare persönliche Erlebnis des Göttlichen.

„Ich habe alle Religionsbräuche geübt: den Hinduismus, den Islam, das Christentum, und ich bin auch die Wege der verschiedenen Sekten des Hinduismus gegangen, und ich habe gefunden, dass es derselbe Gott ist, zu dem sie alle streben, wenn auch auf verschiedenen Wegen.“ (Ramakrishna, 1835-1886)

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