Geld macht nicht glücklich …
... aber es beruhigt
Die Weltwirtschaft ist ins Schlingern geraten. Begriffe wie Rezession, Krise und Flaute bestimmen die Schlagzeilen. In Zeiten, da große Banken Insolvenz anmelden und die Automobilbranche um Staatsbürgschaften bettelt, fragt sich Otto Normalverbraucher mit einem bangen Blick ins Portemonnaie: Was bedeutet das für mich? Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig? Was wird im neuen Jahr an finanziellen Belastungen auf mich zukommen? Was kann ich mir leisten? Werde ich meinen Job behalten?
Die Ratgeber zum Thema Geld füllen ganze Regalreihen in den Buchhandlungen. Ihr Nutzwert bewegt sich zwischen praxisnah und völlig abgehoben. Unternehmensberaterin Hedwig Kellner gibt in ihrem Buch einfache und effektive Hilfestellung, die den Umgang mit Geld bewusster machen soll, um nicht nur mit dem Einkommen auszukommen, sondern auch zu Wohlstand zu gelangen.
Die Kluft zwischen Arm und Reich
Wer glaubt, nur Hartz IV- oder Sozialhilfeempfänger hätten Schwierigkeiten, mit ihrem Budget hinzukommen, der wird sich wundern, dass auch Reiche häufig über Geldprobleme jammern, auch wenn sie sich auf sehr hohem Niveau bewegen. Interessant ist in diesem Zusammenhang folgende Beobachtung: Familie X. hat über einen längeren Zeitraum ihren Dispo-Kredit voll ausgeschöpft und muss nun das gemeinsame Konto darüber hinaus belasten. Der Mitarbeiter in ihrer Bankfiliale fragt höflich aber bestimmt, ob sie denn ihre Kundenkarte dabei hätten. Als Herr X. diese über den Tresen reicht, nimmt der Banker eine Schere, schneidet das gute Stück in zwei Teile und besteht auf einer zeitnahen Tilgung der angefallenen Schulden.
Zur gleichen Zeit hat der prominente Firmeninhaber Y. einen Termin beim Filialleiter der Bank. Man trifft sich im Konferenzzimmer, trinkt eine Tasse Kaffee und plaudert über die 1,9 Millionen, mit denen Herr Y. in die Miesen geraten ist. „Da lässt sich sicher was machen“, beruhigt der Banker.
Die Einstellung zum Geld entscheidet darüber, wie wir mit unserem Budget umgehen. Denn so wie unsere Eltern mit ihrem Einkommen umgingen, wirkt sich das auf unseren eigenen Bezug zum Geld aus.
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