Bilder zum Artikel

Buchtipps

Eugene Linden
Tierisch klug
- Mehr zum Buch
Karine Lou Matignon
Was Tiere fühlen
- Mehr zum Buch
Marc D. Hauser
Wilde Intelligenz – Was Tiere wirklich denken
- Mehr zum Buch

Haben Tiere ein Bewusstsein?

Haben Tiere ein Bewusstsein?

Können Tiere denken, Entscheidungen treffen oder bewusst handeln? Können sie sich selbst erkennen, wenn sie in einen Spiegel schauen? Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen sind den Forschern interessante Einblicke in das intellektuelle und emotionale Leben der Tiere gelungen.

Fragt man einen Hundebesitzer, ob sein Vierbeiner denken kann, fällt die Antwort in den meisten Fällen positiv aus. Katzenfreunde würden wahrscheinlich ebenso wenig infrage stellen, dass ihre Samtpfoten bewusste Entscheidungen treffen. Hakt man dann jedoch nach, woran denn zu erkennen sei, dass Bello gerade wichtige Gedanken wälzt oder Mieze überlegt, ob sie nun der Maus nachlaufen soll oder nicht, müssen ihre zweibeinigen Dosenöffner passen. „Das sieht man doch“ oder „Ich weiß es eben“ ist die lapidare Antwort.

Marc Hauser, Professor für Psychologie und Neurowissenschaften an der Harvard University ist davon überzeugt, dass Tiere ein Bewusstsein haben. Allerdings beschränke sich dieses Bewusstsein vor allem auf den eigenen Körper. Zum Selbstbewusstsein fehle ihnen eine „theory of mind“, meint Hauser. Eine theoretische Auffassungsgabe, die es ihnen möglich mache, zu verstehen, dass auch andere Lebewesen Gedanken und Gefühle haben können.

Selbsterkenntnis

Meine Pflegehündin Ronja bellte kürzlich minutenlang ihr Spiegelbild an. Sie erkannte zwar einen Hund als Gegenüber, der ihr offenbar alles nachmachte, konnte aus dem Spiegelbild jedoch nicht ableiten, dass sie sich selbst sah. Mein eigener Vierbeiner Lucky hingegen interessiert sich nicht die Bohne für sein Spiegelbild. Hier könnte Hausers Theorie also durchaus zutreffen.

„Der Tag wird kommen, an dem das Töten von Tieren genauso als Verbrechen verurteilt werden wird, wie das Töten von Menschen.“
(Leonardo da Vinci)

Primaten verhalten sich jedoch völlig anders, wenn man ihnen einen Spiegel in die Hand gibt. Sie finden schnell heraus, dass sie sich selbst sehen und kontrollieren können. So wischte sich eine Gorilla-Dame einen dunklen Punkt weg, den sie im Spiegel auf ihrem Fell entdeckt hatte, während ein Schimpanse ausgiebig sein Hinterteil mit dem neuen Werkzeug begutachtete. Ein anderer hingegen nutzte den Spiegel, um seine Artgenossen zu beobachten oder mit dessen Hilfe verstecktes Futter zu entdecken.

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

AGBCopyright & DatenschutzImpressumKleinanzeige aufgeben