Indische Weisheit und westliche Harmonien
Dem niederländischen Musiker Janaka ist eine ganz eigene Synthese gelungen
Die Musik Indiens ist beseelt von der großen spirituellen Tradition dieses Landes. Seit dem Rigveda vor über 3000 Jahren wird in erster Linie zu Ehren des Göttlichen musiziert. Meist ist der Musik lehrende Meister auch ein spiritueller Guru. Seine Schüler widmen sich ganz der Musik und dem religiösen Verstehen des Lebens. Die musikalische Tradition ist vielschichtig. Da werden auf wenigen Tönen die uralten Mantras intoniert, da gibt es schmissige oder traurige volkstümliche Lieder (Bhajans) über Götter und Heilige, und schließlich die klassische Musik (Ragas) mit virtuosen Melodien und Rhythmen.
Ein Lied, das tiefer Hingabe an Gott entspringt und das man laut oder in Gedanken immer wieder singt, bis man Seine Antwort als unbeschreibliche innere Freude fühlt, ist ein vergeistigtes Lied. Solche Lieder gleichen Zündhölzern, die das Feuer göttlicher Wahrnehmung entfachen, wenn man sie am Stein der Hingabe reibt.“
Paramahansa Yogananda
All diese musikalischen Formen sind zwar in den vergangenen Jahrzehnten in den Westen gedrungen. Doch so richtig angekommen ist die indische Musik noch nicht. Vielen Ohren klingt sie noch zu fremd. Ein Raga von wenigstens 40 Minuten ist eben auch anspruchsvoll. Etliche berühmte westliche Musiker haben versucht, die indische Musik hierzulande einem breiteren Publikum nahe zu bringen, so zum Beispiel der Violinvirtuose Yehudi Menuhin und der Beatle George Harrison. In den letzten Jahren wurden einige Sanskrit-Mantren populär, etwa durch das Musikerpaar Deva Premal und Miten. Doch jeder westliche Musiker muss seinen eigenen Zugang zu dieser geheimnisvollen indischen Welt der Musik und Spiritualität finden.
Erst seit 2005 hören wir von einem holländischen Musiker, der offensichtlich seinen Weg gefunden hat. Sein bürgerlicher Name ist Jacques Penners, sein Künstlername Janaka. Dieser Name taucht in der alten indischen Literatur häufig auf. Zum Beispiel: Janaka, der weise König, der sich von dem jugendlichen Krüppel Ashtavakra zur höchsten Einsicht führen lässt.
Janaka, der westliche Musiker, verbindet in seinen CDs authentische Formen indischer Musik mit westlichen Stilen und Instrumenten. Musiker wie Anouschka Shankar und Dipak Sarma, Meisterschüler des berühmtesten indischen Flötenspielers Hariprasad Chaurasia, oder Tanmoy Bose, Tablaspieler bei Ravi Shankar, sorgen dafür, dass die „indischen Seite“ mit hoher Qualität repräsentiert wird. Auf der westlichen Seite stehen gute Songs in Englisch zur Gitarre. Dazu mischen sich in den Arrangements indische Instrumente.
Entscheidend ist aber der Spirit, aus dem diese Musik entstand und entsteht. Schon in seiner Studentenzeit, als er mit Gitarre oder Band durch die Kneipen Amsterdams zog, schaute Jacques alias Janaka in die Augen des berühmten Paramahansa Yogananda, Autor von „Autobiografie eines Yogi“. Er sah nur ein Foto. Doch da kam etwas rüber, was sich bisher, immerhin über zwei Jahrzehnte, aufrechterhalten hat. Das ist natürlich kaum zu erklären. Doch hören können wir es schon. In den Liedern singt ein Devotee, ergriffen von dem Feuer der Hingabe. „Jay Yogananda“ ist der Titel der ersten CD, wo sich Krishnas schwebende Hirtenflöte, Bhajans, Mantras und hingebungsvolle Songs von Janaka an seinen Guru glaubhaft und inspirierend vereinen.
In seinem 2. Album, „Oriental Christ“, greift Janaka die – übrigens auch von Yogananda vertretene – Ansicht auf, dass Jesus noch nach dem Kreuz in Indien gelebt hat. Doch es geht es nicht um historische Fakten, sondern um eine innere Erfahrung. Christus repräsentiert einen Bewusstseinszustand, der Ost und West verbindet und zugleich transzendiert. Yogananda und Christus sind sich energetisch durchaus ähnlich. Das haben schon viele gefühlt. Hier wird es in Musik ausgedrückt.
Die letzte CD dieser Trilogie erscheint im Sommer 2006 und ist Krishna gewidmet.
Die blinde und taubstumme Hellen Keller vermittelte einst folgende Botschaft:
Die besten und schönsten Dinge auf dieser Welt kann man weder sehen noch berühren. Man muss sie mit dem Herzen fühlen.
Das Label, auf dem Janakas Musik veröffentlicht wird, Divina Music, wurde mit dem Ziel gegründet, eine neue Musik zu schaffen, die alle Vorteile der geistigen Musik des Ostens besitzt, sich aber hervorragend für westliche Zuhörer eignet.

