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Schulung Menschsein

Schulung Menschsein

Zum Verhältnis von Bildung und Spiritualität

Eine gute Bildung und Erziehung sind unerlässlich, um als vollwertiges Mitglied einer Gesellschaft zu gelten, sich in ihr wohl zu fühlen und sie
mitzutragen. Was ändert sich daran durch die spirituelle Schulung?

„Einst mühte ich mich um das Wissen der Welt. Jetzt sind die Akten verräumt und die Federn zerbrochen. O Saki, bring Wein!“, sinniert der berühmte Sufi Maulana Rumi im Gedicht „O Wandler meiner Seele“. Was brachte Rumi, damals im 13. Jahrhundert immerhin als brillanter Hochschullehrer in Konya hochgeschätzt, wohl dazu, sein Weltwissen geringzuschätzen und sich vom akademischen Lehrbetrieb zu distanzieren?

Eines sei vorweg betont: Rumi hatte bereits in harter Studierarbeit die Gipfel der akademischen Bildung erklommen, und so ist seine Haltung nicht als Ausdruck von frustriertem Ehrgeiz und vorzeitiger Resignation zu verstehen. Zu diesem Zeitpunkt hat Rumi jedoch dank seinem spirituellen Lehrer Shams-i Tabriz die berauschende Glückseligkeit der Gottesliebe kennengelernt, die die Freuden des intellektuellen Begreifens und dessen Bedeutung für sein Leben relativiert. Aber das darf keineswegs als Aufforderung zum Verzicht auf eine formale, akademische Schulbildung missverstanden werden. Im Gegenteil: Es gibt zu denken, wenn der Sufi-Meister Bektashi Wali, ein Zeitgenosse Rumis und Lehrer von Shams-i Tabriz, einen seiner Schüler anweist: „Ermögliche den Frauen eine gute Bildung!“

Doch was macht hier und heute eine „gute“ Bildung aus und worin liegen ihr Sinn und Zweck?

Im Rahmen von Bildung und Erziehung soll neben dem Erwerb von Grundfähigkeiten und Grundkenntnissen idealerweise auch soziale Kompetenz entwickelt werden.

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