Zen für die oberen Etagen

Zen für die oberen Etagen

Leben und Arbeit aus neuer Perspektive

Manager sind auch nur Menschen, sie leiden oft unter der Spannung zwischen beruflichem Einsatz und ihren persönlichen, geistigen Bedürfnissen. Brigitte van Baren, Manager-Coach und Zen-Lehrerin der Sanbo-Kyodan- Schule, integriert Zen-Training in die Beratung und Schulung von Führungskräften. Ziel ist die gesunde Balance von Kopf und Bauch, Außen- und Innenwelt, Aktivität und Stille.

Wie lange praktizieren Sie Zen?

Zen praktiziere ich seit 1990, den kontemplativen Weg gehe ich allerdings länger – seit 1981. Angefangen habe ich mit der christlichen Mystik, die mich an der Basis erschüttert und mein Leben völlig umgewandelt hat. Mit Hilfe der Bücher von Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz habe ich sehr ernsthaft Kontemplation praktiziert. Natürlich habe ich nach jemandem gesucht, der aus dieser Erfahrung lebt, und es hat fast zehn Jahre gedauert, bis ich Willigis Jäger begegnet bin.

Haben Sie für sich eine Form des Ruhegebets oder des wortlosen Gebets gewählt?

Angefangen habe ich mit dem Vaterunser: Die Übung richtet sich nach dem Atem aus, mit der Atmung habe ich innerlich jedes Wort konzentriert ausgesprochen. Wenn die Konzentration verlorenging, fing ich wieder von vorne an. Das war zehn Jahre lang meine erste Übung auf dem Weg, bis ich 1990 Willigis Jäger begegnet bin. Er empfahl mir, mich weiter auf die Kontemplation einzulassen, und hat mich in die Würzburger Schule der Kontemplation eingeladen. Ich merkte dann, dass Zen mir die Struktur bietet, um noch weiter in die Tiefe vorzudringen.

So bin ich zu Zen gewechselt, ohne allerdings meine Liebe für die Mystik zu verlieren. Denn es geht um einen inneren Weg, und der ist nicht abhängig vom Christentum oder vom Buddhismus. Aber die Struktur, wie sie sich im Zen über die Jahrhunderte, Jahrtausende entwickelt hat, war für mich damals wichtig (und ist es eigentlich immer noch), weil sie so neutral ist. Von dieser Struktur hatte ich zwar bei Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz gelesen und danach geübt, aber ich brauchte einen weiteren Schritt.

Indem man Zeiten der Stille und Reflexion in seinen Tagesablauf einbaut, berührt man das stille Feld hinter Worten und Gedanken, wo auch die Quelle der Kreativität sprudelt.

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