WAS IST ZEN?

WAS IST ZEN?

Ein Thema – sechs Facetten

Zen ist eine weltanschaulich ungebundene Meditationspraxis, um das Bewusstsein zu konzentrieren und zur geistigen Erfahrung unserer wahren Natur zu führen, die uns und alle unsere Aktivitäten trägt. Ein Grundprinzip von Zen ist die Kostbarkeit jedes Augenblicks: Es lädt uns ein, auch mitten im Alltag nicht zu vergessen, wer wir sind.

ÜBUNGSPRAXIS DES BEWUSSTSEINS

Zen (chin. cb’an; Sanskrit, dhyana: Versenkung, Absorption des Bewusstseins in seinen eigenen Grund) ist einerseits eine besondere historische Entwicklung innerhalb des chinesischen Buddhismus, die auf Korea, Japan und andere Länder Südostasiens eingewirkt hat.

Andererseits ist Zen jedoch eine Meditationspraxis, die nicht unbedingt an ein bestimmtes soziales und weltanschauliches System gebunden ist, sondern die menschliche Grundkonstitution des Leibes und des Atmens zum Ausgangspunkt nimmt, um das Bewusstsein zu konzentrieren und zu einer tiefen geistigen Erfahrung zu führen.

Zumindest ist diese praktische Dimension vom Zen selbst betont worden, und zwar schon in der klassischen Zeit. Zen ist nicht bloß Gegenstand der Religionsgeschichte, sondern aktuelle Übungspraxis. Zen beansprucht, durch unmittelbare Einsicht in die Wirklichkeit das Rätsel von Leben und Tod im zeitfreien Augenblick einer geistigen Erfahrung direkt auflösen zu können.

Michael von Brück

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