Soami Divyanand, Autor

Soami Divyanand, geboren 1932, lehrt seit über drei Jahrzehnten den Yoga der Seele, den Weg des inneren Lichts und Klangs. Er hat zahlreiche Bücher verfasst und eine vollständige Vedenübersetzung erstellt. Darüber hinaus setzt er sich für die interreligiöse Verständigung ein.


Artikel des Autors


Nach christlicher Lehre hat sich Jesus ausdrücklich von der jüdischen Tradition und ihrem rachedurstigen, unbarmherzigen Gott losgesagt und im Auftrag Gottes mit den Menschen einen Neuen Bund im Geiste der Barmherzigkeit und Liebe begründet, der als Geburtsstunde des Christentums gilt. Bei Licht betrachtet, lässt sich dieser Anspruch aus den Evangelien jedoch nicht begründen.
Die Veden beschreiben Soma als „Zauber-Trank“ mit wunderbaren Eigenschaften, dessen Ursprung jedoch bis heute nicht geklärt ist. Ist Soma tatsächlich ein halluzinogener Pflanzensaft oder ein psychedelischer Fliegenpilzextrakt, wie vielfach vermutet? Die Wirklichkeit sieht, wie so oft, völlig anders aus...
Judentum, Christentum und Islam gelten im Unterschied zu den „mystischen“ östlichen Religionen als „prophetische“ Religionen. Betrachtet man den gemeinsamen Ursprung aller Religionen und ihren eigentlichen Sinn, ist diese Definition nicht haltbar.
„So wie der Körper täglich Speise braucht, um gesund zu bleiben, braucht auch die Seele regelmäßig Nahrung, um stark zu bleiben. Im Laufe des Pfades zurück zu Gott übernimmt das Licht Gottes die Aufgabe, die Seele täglich in den Konflikten des Lebens und in der Meditation zu stärken, bis es uns zu Gott, dem Ziel des Lebens, zurückgeführt hat.“
„Jedes Element des Menschen braucht seine spezifische Nahrung: Der Körper braucht physische Nahrung, der Intellekt nährt sich vom logischen Denken, und die Seele wird nur durch göttliche Offenbarungen gestärkt.“ Dabei kommt dem feurigen göttlichen Licht eine Schlüsselrolle als spirituelle „Grund- und Aufbaukost“ zu.
Auf dem spirituellen Pfad werden uns vielerlei Wünsche und Bedürfnisse erfüllt. Dies geschieht jedoch durchweg so, dass wir dabei auf allen Ebenen unseres Daseins auch wirklich Erfüllung finden und Wohlergehen, Zufriedenheit und Seelenruhe gewinnen – vor allem aber das feste Vertrauen, dass die göttliche Führung von sich aus immer für uns sorgt.
Um in wichtigen Lebensfragen weise Entschlüsse zu fassen, muss man kein ausgemachter Weiser sein, denn grundsätzlich hat jeder Mensch Zugang zur Quelle allen Wissens. Will man jedoch sein ganzes Leben lang daraus schöpfen, muss man sich dauerhaft mit ihrem nie versiegenden Weisheitsstrom verbinden.
„Der Yoga der Seele wird als ein Weg beschrieben, auf dem man ruhig das Leben in der Welt genießen kann und trotzdem die Erlösung findet. Es ist nicht nötig, dass man seine Lebensweise ändert – man muss lediglich sein Denken ändern und es bei allem, was man tut, auf Gott gerichtet halten. Dann wird man automatisch dazu inspiriert, nur das zu tun, was gut für einen ist. So wird jede Seele immer im Einklang mit ihren individuellen Bedürfnissen geführt. Das macht den Yoga der Seele zu einem leichten und ganz persönlichen Weg zu Gott.“
Alle unsere Handlungen hinterlassen karmische Eindrücke in uns, die sich im Laufe zahlloser Erdenleben wie ein Endlos-Mikrofilm um unsere Seele legen und sie immer mehr von ihrer göttlichen Quelle abschneiden. Erst wenn sie von diesen Eindrücken befreit und gegen neue „Ablagerungen“ immun geworden ist, findet sie wieder zu ihrem Ursprung zurück. Der Weg dorthin ist die Meditation, die zuverlässig neuen Karmas vorbeugt und alte Karmas beseitigt.
„Die Aussagen der Offenbarungsschriften sind nicht auf der Verstandesebene zu verstehen, sondern nur durch den eigenen Zugang nach innen. Lesen wir scheinbar rätselhafte oder widersprüchliche Textstellen auf der Basis eigener innerer Offenbarungen, enthüllen sie uns ihren ursprünglichen, durch falsche Überlieferung, Übersetzung und Aus...
Religion dient vor allem dem Ziel, die Seele durch die Praxis der Meditation mit Gott zu vereinen und aus dem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten zu befreien. Sie verhilft uns aber auch zu einem glücklichen Leben in der Welt: sie stärkt unser körperliches Wohlbefinden, schenkt uns heitere Gelassenheit und gibt uns die Gewissheit, in allen Lebenslagen geführt und beschützt zu sein.
Das innere Licht, das wir in der Meditation erfahren, schenkt uns nicht nur Freude, sondern hat auch wichtige Schutzfunktionen für unsere Seele: es hält schädliche Einflüsse von uns fern und macht uns stark und furchtlos. Dank seiner Macht fühlen wir uns „sicher wie in Abrahams Schoß“.
Spirituelle Meister führen Heilungen nur im Rahmen des von ihnen gelehrten Heilsweges aus und beachten dabei strenge Regeln. Aber auch „gewöhnliche Sterbliche“ können geistige Heilkräfte haben, die sie entweder selbstlos zur Verfügung stellen oder dazu missbrauchen können, sich Geld und Geltung z...
Viele Menschen glauben heute, dass wir uns auf Jesu Lehre zurückbesinnen sollten, um drohende globale Katastrophen abzuwenden und eine bessere Welt zu schaffen. Nach Jesu eigenen Worten ist das Reich Gottes aber nicht die Verheißung einer idealen Gesellschaft, sondern privater und rein spiritueller Natur.
In den Evangelien nehmen die Berichte über die Wundertaten Jesu großen Raum ein. War er etwa ein Magier? Wenn nicht, warum vollbrachte er dann so viele Wunder? Und wenn ja, warum distanzierte er sich dann häufig davon? Wie sind diese Wider - sprüche zu erklären?
Die Verständigung der Religionen spielt heute im kulturellen Austausch eine immer wichtigere Rolle. Das Fundament dafür sind die einzelnen heiligen Schriften, die freilich auf den ersten Blick mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zeigen. Liest man sie im Lichte ihres „mystischen Geheimcodes“, ist es aber gerade umgekehrt.
„Wenn wir nicht im Goldenen Zeitalter leben können, da unser spiritueller Entwicklungszustand zu niedrig ist, sollen wir angeblich sehr lange Zeit warten müssen, bis wir wieder diese Chance haben. Was geschieht mit denen, die jetzt, in diesem Eisernen Zeitalter leben? Was wird aus ihrem spiri...
Rabeneltern sind ganz anders als ihr Ruf (s. Infos). Auch Gott ist kein Rabenvater, sondern hilft gerade in der Not am meisten. In der Bibel wird er daher als Adler beschrieben, der seine Flügel stets schützend über seine Jungen hält (vgl. 5 Mo 32,11).
Heiter und sorglos den Alltag „wuppen“ – wer möchte das nicht? Doch kann man mit dieser Haltung im Leben wirklich bestehen und gute Arbeit leisten? Und wie kommt man zu dieser Einstellung, wenn überall Stress und Zeitdruck herrscht?
Was tun, wenn man noch alle möglichen weltlichen Wünsche hat und sich trotzdem spirituell entwickeln will? Gibt man ihnen einfach nach, vermehren sie sich genauso, als wenn man versucht, sie ständig zu kontrollieren. Es gibt aber noch einen dritten Weg, sie so auszuleben, dass sie nicht laufend neue „Jun...
Unsere Seele ist ein bewusstes Wesen, erfüllt von göttlicher Liebe und Glückseligkeit. Warum weicht unser realer Zustand so weit von diesem Ideal ab? Weil wir den Kontakt zu Gott verloren haben. Wenn wir ihn wiedergewinnen und mit Hingabe pflegen, reißt er nie wieder ab und wird zur ständigen „Love Line“ der Seele.
„Religion darf nicht im Widerspruch zur Naturwissenschaft und zum aufgeklärten Denken stehen, sondern muss damit vereinbar sein. Sie ist eine praktische Wissenschaft, die dem Grundsatz folgt, dass jede Hypothese der experimentellen Überprüfung standhalten muss.“
Wenn Limonade auf einmal salzig schmeckt, dann nicht, weil der Zucker darin sich unversehens in Salz verwandelt hat, sondern weil nachträglich Salz hinzugefügt wurde. Ähnlich verhält es es sich mit guten Handlungen, die scheinbar schlimme Folgen haben.
Unser Schicksal können wir nicht ändern. Wenn wir aber die Grenzen anerkennen, die es uns setzt, können wir uns umso leichter auf die Entfaltungsmöglichkeiten konzentrieren, die es uns schenkt. Aus enttäuschendem Dauerfrust entsteht so heitere Gelassenheit.
Jesu entscheidende Aufforderung an die Menschen lautet: „Entfaltet eure eigene Persönlichkeit, euer inneres Selbst!“ Es gibt aber auch den Kernsatz: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Das erste zieht auf natürliche Weise das zweite nach sich, und beides basiert auf der Liebe zwischen Gott und uns.
Die Legende von Luzifer, dem gefallenen Engel, der zum Teufel wurde, hat wie alle Legenden einen wahren Kern. Betrachtet man sie aus spiritueller Sicht, ergeben sich überraschende Erkenntnisse über ihn und sein Reich – darunter auch die Einsicht, dass sein Schicksal kein Einzelfall ist und durchaus noch Aktualitätswert besitzt.
In den organisierten Religionen gelten Kirchen, Moscheen, Synagogen und Tempel als Stätten der Gottesverehrung. Doch der eigentliche Tempel Gottes ist der menschliche Körper, denn nur in uns selbst können wir Gott im rechten, geistigen Sinne anbeten. Diese ursprüngliche Wahrheit lässt sich auch an der Bauweise von Gotteshäusern ablesen.
Das göttliche Gesetz ist das Fundament der Schöpfung und beruht auf zwei Grundsätzen: mit dem Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit hält es die Welt in Gang und bindet die Seelen darin ein, und mit dem Prinzip der Barmherzigkeit weist es ihnen den Weg, sich wieder aus diesen irdischen Bindungen zu befreien und zu Gott zurückzukehren.
Gott hat den Menschen nicht als Sklaven geschaffen, sondern ihn mit der Freiheit ausgestattet, selbst über seine Handlungen zu bestimmen. Gleichzeitig bleibt er wie alle anderen Geschöpfe stets in Gottes Hand. So kann er zwar mancherlei Irrwege gehen, den göttlichen Plan aber nie außer Kraft setzen. Wenn er aus seinen Fehlern gelernt hat, öffnet er sich für Gottes Führung und wird zu weiserem Handeln inspiriert.
Die glücklichsten Menschen, die es je gegeben hat, waren vollkommen glücklich, weil sie frei von Freude waren. Freude ergibt sich aus der Berührung der Sinne mit der materiellen Welt. Wer Freude sucht, findet immer auch Leid. Glück ist eine Erfahrung der Seele. Es steht über dem Leid und schenkt ihr einen Frieden, der nirgendwo auf der Welt zu finden ist.
„Liebe wächst nicht auf Bäumen und man kann sie nicht im Laden kaufen“ – sie wird uns als Gottesgeschenk ins Herz gelegt. Wir müssen sie aber hegen und pflegen, um sie zur vollen Entfaltung zu bringen, damit sie uns und anderen zum Segen wird.
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