Dem Herzen vertrauen

Dem Herzen vertrauen

Ein Schweizer Unternehmer und die Globalisierung

Globaler Wandel ist eine Frage des Bewusstseins. Die Veränderung zur „Einen Welt“ beginnt mit der lebendigen persönlichen Erfahrung, selbst ein integraler Teil der gegenwärtigen globalen Entwicklung zu sein. Wie aber finden wir konkret aus der Begrenzung des Ichs heraus? Eine Frage, die den Unternehmer Hans Jecklin bis in die Slums von Manila führte.

Was ist der Motor für Wandel? Was motiviert uns dazu, die Dinge um uns herum, die Art, wie wir leben, und vielleicht sogar uns selbst zu verändern? Fragen wie diese gehen mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich Diskussionen über die globalen Klimaveränderungen oder auch die Frage verfolge, wie sich die Weltwirtschaft sozial gerecht und dabei umweltverträglich gestalten lässt.

Viele Fakten liegen auf dem Tisch. Wir wissen, dass die westlichen Industrienationen mehr Energie verbrauchen und Güter konsumieren, als das natürliche ökologische Gleichgewicht verträgt. Wir kennen unzählige Daten und Fakten und können heute schon rechnerisch vorweg nehmen, dass die weitere Entwicklung nicht gut ausgehen wird, wenn wir – als globale Gemeinschaft – so weitermachen wie bisher.

Und dennoch: trotz Klimagipfel, werbeträchtiger Engagements vieler Unternehmen in Sachen Corporate Social Responsibility und wachsendem Bio-Boom kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir noch weit davon entfernt sind zu begreifen, was wirklich geschieht – und noch geschehen wird, wenn wir nichts verändern: in unserem Verhalten, in unserem Denken, in unserem Dasein. „Mensch, willst du das wirklich alles zerstören?“ titelte sogar die BILD-Zeitung im vergangenen Jahr und fügte lakonisch hinzu: „Ein Paradies wurde uns geschenkt. Eine Müllhalde haben wir daraus gemacht. Es ist der Sündenfall der Menschheit.“ Wir wissen Bescheid, was uns blüht. So richtig begriffen haben wir es aber anscheinend noch nicht.

Im tiefsten Inneren berührt werden

Der Schweizer Hans Jecklin macht sich genau darüber Gedanken. In seinem neuen Buch „Eine Welt oder keine“ spürt er der Frage nach, wie wir es schaffen können, uns zu dem, was sich als globale Entwicklung gegenwärtig vollzieht, in ein unmittelbares Verhältnis zu setzen. Er fragt: Wie können wir die aktuellen Prozesse nicht nur rational verstehen, sondern uns als vitalen Teil dieses großen Ganzen wirklich erfahren? Jecklin zeigt zwar auch sehr faktenreich auf, wo wir als globale Gemeinschaft gerade stehen, doch lässt er es dabei nicht bewenden. Seine Vision und zugleich Mission ist es, den Punkt zu finden, an dem wir in unserem tiefsten Inneren berührt werden, ja uns berühren lassen können.

„Man sollte sich immer fragen, ob man aus Liebe oder aus Angst handelt.“

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