„Gemüse ist mein Fleisch“

„Gemüse ist mein Fleisch“

Rüdiger Gleisberg sprach mit Torsten Mertz über vegetarisches Grillen

Als Gegenkonzept zu dem bekannten Film „Fleisch ist mein Gemüse“ schrieb Torsten Mertz ein Buch über vegetarisches Grillen. Im folgenden Interview scheinen ungewöhnliche und weit reichende Perspektiven auf.

Torsten, du hast Geographie studiert und arbeitest auf dem Schwerpunkt Ökologie. Wie kamst du auf die Idee, ein vegetarisches Kochbuch zu schreiben?

Wenn man sich mit der Umwelt und mit Nachhaltigkeit beschäftigt, kommt man um das Thema Ernährung und Produktion von Nahrungsmitteln gar nicht herum. Essen ist uns ja auch sehr nahe. Der heutige Fleischkonsum ist verantwortlich für die Abholzung der Regenwälder, für Wasserverschmutzung; er schadet dem Klima und ist schlicht ungesund. Vom Tierschutz-Aspekt ganz zu schweigen. Vegetarische Ernährung interessiert mich daher schon länger: Ich esse seit über 20 Jahren kein Fleisch und koche recht gern.

Der konkrete Kick für das vegetarische Kochbuch war dann der Erfolg von Heinz Strunks Film „Fleisch ist mein Gemüse“, der mit der vermeintlichen Lebensweisheit „Der Mensch ist kein Beilagen-Esser“ Berühmtheit erlangte. Dem wollte ich ein „Gemüse ist mein Fleisch“ entgegen setzen. So waren neben einem Slogan auch der Titel für ein Buch und ein Blog geboren.

Eine Grill-Revolution für Vegetarier
Als Vegetarier hat man üblicherweise wenig Freude an Grillpartys und kann sich glücklich schätzen, wenn es wenigstens noch einen Salat gibt. Dein Buch revolutioniert das Grillen für Vegetarier. Endlich gibt es außer einer Alufolien-Backkartoffel oder dem obligatorischen Maiskolben eine Fülle von interessanten Rezepten. War das deine Absicht?

Eine Grill-Revolution – das wäre ein schöner Effekt. Aber ich bin ja nicht der erste, der sich mit fleischlosen Gerichten beschäftigt. Wie viele andere kann ich auf jede Menge enttäuschende Grillpartys zurückblicken und habe schließlich angefangen zu experimentieren. Das Grillen und das Essen im Freien hat mir immer viel Spaß gemacht. Die fleischlosen Rezepte begeistern übrigens die Fleisch-Esser genauso. Die meisten haben sich allerdings bislang nie über Alternativen Gedanken gemacht.

Der heutige Fleischkonsum ist verantwortlich für die Abholzung der Regenwälder, für Wasserverschmutzung, er schadet dem Klima und ist schlicht ungesund. Torsten Mertz

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