Japanisches Heilströmen

Japanisches Heilströmen

Worum geht es beim Japanischen Heilströmen? Am Körper befinden sich 26 Energiepunkte, von denen bestimmte, einzeln oder in einer festen Reihenfolge, für jeweils einige Minuten mit den Fingern berührt werden. Damit hat jeder seine Gesundheit, Vitalität undLebensfreude buchstäblich selbst in der Hand.

Worum geht es beim Japanischen Heilströmen? Am Körper befinden sich 26 Energiepunkte, von denen bestimmte, einzeln oder in einer festen Reihenfolge, für jeweils einige Minuten mit den Fingern berührt werden. Damit hat jeder seine Gesundheit, Vitalität undLebensfreude buchstäblich selbst in der Hand.

Altes Volkswissen zur Selbstanwendung

In ihrem Buch Japanisches Heilströmen (s.“Mehr zum Thema”), das unter anderem durch die Fernsehsendung „Fliege“ bekannt wurde, stellt Ingrid Schlieske locker und frisch eine Heilmethode vor, die fernab von esoterischem Gehabe recht bodenständig erläutert, mit welchem Wissen unsere Ahnen sich selbst zu helfen wussten. Das Leben der Autorin hat sich seit dem Kennenlernen dieser Heilmethode selbst sehr zum Positiven verändert: „Als ich das Buch geschrieben hatte, war ich 60 Jahre alt. 20 Jahre zuvor fühlte ich mich nur halb so gut wie jetzt. Was also soll mich daran hindern, mich in 20 Jahren nun doppelt so gut zu fühlen wieheute?“ Täglich praktiziert sie ihre „Instandhaltungsübungen“, wie sie es nennt. Andere Übungen wendet sie gezielt zum Beispiel bei Erkältungen und Alltagserkrankungenn. Etwas Disziplin braucht es freilich schon, um nicht mehr mit dem Strömen nachzulassen und ihm als selbstverständliche tägliche „Gesundheitshygiene“ einen festen Platz im Leben zu reservieren. Dafür soll es immerhin möglich sein, seine Gesundheit um 100% Prozent zu verbessern.

Interessanterweise wird das Strömen nicht hauptsächlich von älteren Menschen und Kranken geübt, sondern durchaus von jungen und vitalen Leuten, die die Absicht haben, durch das Strömen mehr Energie zu erhalten, Tagesmüdigkeit vorzubeugen und ihrer Familie als „Hausapotheke“ nützlich zu sein. Dies zeigt, dass ein altes Volkswissen als geradezu „junge“ Heilmethode angenommen wird und ins moderne Leben passt.

INTERVIEW MIT INGRID SCHLIESKE

VISIONEN: Sie sprechen in ihren Vorträgen über Heilströmen von altem Volkswissen, das bereits von unseren Großmüttern und Großvätern angewandt wurde. Wie kommt es dann aber zu dem Namen „Japanisches Heilströmen“?

Ingrid Schlieske: Tatsächlich handelt es sich hier um ein überliefertes Wissen, das auch hierzulande schon in früheren Zeiten seine Anwendung fand, jedoch ganz offensichtlich in Japan und anderen asiatischen Ländern zu einer regelrechten Heilmethode kultiviert wurde.

In Bezug auf das Wissen unserer Großeltern aber verweise ich nur auf so selbstverständliche Aussprüche wie: „Ich halte dir die Daumen“. Auch ein Baby weiß instinktiv, dass Daumenlutschen beruhigt. Die Hand der Mutter auf der fiebernden Stirn des Kindes war schon immer ein Selbstverständnis, so auch die heilende Hand auf schmerzenden Regionen bei Bauchweh oder Schmerzen im Kreuz. Automatisch legt man sich selbst die Fingerspitzen an die Stirn, wenn Kopfschmerzen quälen. Bei Nackenverspannungen greift man unwillkürlich an die betroffene Stelle.

Und denken Sie nur einmal an die Marktfrauen: sie stehen hinter ihrem Stand mit den Händen in der Taille, die Daumen vorne, die Fingerspitzen auf die Hüfte gelegt. Damit bewahren sie sich, ohne dass es ihnen bewusst ist, vor Erkältungen und kalten Füßen. Ich erinnere auch daran, dass schon in der Bibel von heilenden Berührungen die Rede war.

Die Menschen wussten eigentlich schon immer, dass die Hände besondere Heilkräfte haben. Daher das Wort be-hand-eln. Leider ist uns definitives Wissen darüber weitgehend verloren gegangen. Aus diesem Grund führen wir diese alte Heilmethode nun wieder ein. Tatsächlich rekonstruieren wir mit dem Traditionswissen anderer Völker eine alte Heilkunst, die hierzulande zum Teil auch durch Hexenverbrennungen und Verpönen der früher tätig gewesenen weisen Frauen abhanden gekommen ist. Das Geheimnis der Methode ist, dass Heilwirkung gezielt gelenkt werden kann, wenn man die Energiepunkte kennt.

VISIONEN: Wie sieht es denn mit möglichen Nebenwirkungen bei diesen Anwendungen aus?

Ingrid Schlieske: Nebenwirkungen sind praktisch nicht vorhanden. Dennoch sollte man sich am Tag nicht mehr als zweimal jeweils höchstens 40 Minuten strömen, dazwischen müsste ein Abstand von mindestens 7 bis 8 Stunden liegen. Sonst kann es in seltenen Fällen zu Überreaktionen kommen.

VISIONEN: Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ihrer Seminare berichten, dass sie bereits im Vorfeld, nur durch das Wissen, das sie Ihrem Buch entnommen hatten, deutliche Ström- Erfolge verzeichnen konnten. Offenbar ist die Methode also leicht zu erlernen.

Ingrid Schlieske: Tatsächlich ist das Strömen so unproblematisch und wirkungsvoll, dass es eigentlich jedermann bekannt sein müsste. Besonders in Familien mit Kindern kann man oftmals Heilwirkungen erzielen, ohne dass gleich zu „chemischen Hämmern“ gegriffen werden muss. So ist es mein Bestreben, noch mehr Menschen für diese Methode zu interessieren. Sie ist wirklich ganz leicht zu lernen, und wer einmal damit begonnen hat und erlebt hat, wie das wirkt, strömt für immer.

VISIONEN: Können Sie unseren Lesern eine oder zwei Übungen nennen, damit sie das Heilströmen vorab schon einmal ausprobieren können?

Ingrid Schlieske: Gern. Sehr zu empfehlen ist z. B. folgende Fitness-Übung, die ich als „Joggen im Sitzen“ bezeichne – 20 Minuten Strömen wirken wie mindestens eine Stunde intensiven Joggens, und das ohne Ermüdungserscheinungen. Dazu setzt man sich einfach auf die beiden Handflächen oder die Handrücken (Abb.1) – während der Arbeitszeit reicht auch eine Hand. Dabei wird der Energiepunkt für den Kreislauf stimuliert, der jeweils unterhalb des rechten und linken Sitzbeinknochens liegt (Abb.2). Diese Übung vitalisiert den ganzen Körper, macht hellwach und aufmerksam, stärkt den Geist und ist obendrein ein Fitnesstraining für alle Muskeln und Gelenke.

Die gleiche Übung können Mütter auch bei ihrem Kind ausführen, wenn es an Unaufmerksamkeit und Konzentrationsschwäche leidet – oft eine Folge fehlender Energie. Um diesen Mangel auszugleichen, legen Sie Ihre Hände am besten mehrmals täglich unter die Kreislauf-Energiepunkte des Kindes (Abb.3). Das Strömen und die Zuwendung, die Sie Ihrem Kind dadurch geben, ist ganz nebenbei auch eine angenehme Art der Beziehungspflege, die Mutter und Kind (wieder bzw. noch) näher zueinander bringt.

Das „Daumenhalten“ (den Daumen der einen Hand mit der anderen Hand umschließen) hilft z.B. körperlich bei Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen und seelisch zur Stärkung des Urvertrauens. Das Strömen des Zeigefingers reduziert in körperlicher Hinsicht Muskelverspannungen und Armprobleme (wie sie oft durch Bildschirmarbeit entstehen) und in mentaler Hinsicht kreisende Gedanken. Das Strömen des Mittelfingers ist vor allem jetzt im Winter angezeigt, denn es lindert u.a. Halsweh und steigert die geistige Wachheit. Das Strömen des Ringfingers wirkt u. a. bei Allergien und Schlaflosigkeit. Das Strömen des kleinen Fingers schließlich gleicht u. a. Blutdruckschwankungen aus und fördert die Wundheilung.

Gerade mit dieser Art des Strömens haben wir unser Wohlbefinden buchstäblich selbst „in der Hand“, denn unsere Finger haben wir immer und überall dabei, und es gibt jeden Tag viele Gelegenheiten, bei denen wir damit unauffällig strömen und unser körperliches und seelisches Gleichgewicht stärken können.

Ulrike Moninger

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