Lärm, Feinstaub, Elektrosmog oder Belastung von Lebensmitteln mit Pestiziden: Umweltgifte lauern überall. Ingrid Kraaz von Rohr hat Tipps und Vorschläge gesammelt, wie man feststellt, ob der Organismus langsam die weiße Fahne hisst, weil er die Umweltbelastungen kaum noch verarbeiten kann, und wie man dem entgegenwirken kann. Dies und mehr verrät die Heilpraktikerin im folgenden Interview.
„Ich wollte die negativen Umwelteinflüsse einmal ansprechen und zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, dagegen etwas zu unternehmen. Wenn ich beispielsweise Äpfel kaufe – man soll am Tag mindestens einen essen, vor allem Frauen können damit Osteoporose vorbeugen – dann gehe ich lieber ins Reformhaus oder in einen Bioladen, die bieten ungespritztes Obst an. Bevor ich mich mit belasteten Früchten krank mache.“
„Man muss Prioritäten setzen, ganz klar. Viele Supermärkte bieten inzwischen Naturkost an. Ich kaufe das, was mir die Discounter in dem Segment bieten, dort ein. Beispielsweise Kräuter, nur tief gefrorene Kräuter oder Äpfel besorge ich immer im Bioladen. Ich bin seit 25 Jahren Vegetarierin, und ich habe festgestellt, dass ich für meinen Haushalt weniger Geld verbrauche. Das Teuerste war immer der Metzger. (lacht) Um es auf einen Nenner zu bringen: Entweder habe ich kapiert, worauf es ankommt, dann richte ich mich danach, oder ich lass es sein.“ Ehrlicherweise müssen Sie zugeben, dass Sie es in Ihrem Buch auf die Spitze treiben, denn sich bewusst mit Umweltgiften auseinander zu setzen bedeutet nicht nur die Ernährung umzustellen, sondern auch Kosmetika, Kleidung usw. „Das muss aber nicht ins Geld gehen. Zum Beispiel Kosmetik: Ich nehme seit 30 Jahren nur Aloe Vera Gel und darüber Jojoba-Öl fürs Gesicht. Billiger geht’s nicht. Antiallergische Make-up-Utensilien gibt es inzwischen im Drogeriemarkt. Die Leute müssen sich von ihrer Gewohnheit und Bequemlichkeit verabschieden. Das ist schwer.“
„Das muss aber nicht ins Geld gehen. Zum Beispiel Kosmetik: Ich nehme seit 30 Jahren nur Aloe Vera Gel und darüber Jojoba-Öl fürs Gesicht. Billiger geht’s nicht. Antiallergische Make-up-Utensilien gibt es inzwischen im Drogeriemarkt. Die Leute müssen sich von ihrer Gewohnheit und Bequemlichkeit verabschieden. Das ist schwer.“
„Wir haben über lange Zeit unsere Geschmacksnerven unterdrückt. Ich kann nur sagen, wir müssen „back to the basics“. Mich schüttelt es jedes Mal, wenn jemand sein Essen salzt. Dabei schmeckt es natürlich so gut, da brauche ich kein Salz. Ganz übel ist es, das Salz direkt ins Kochwasser zu geben. Das ist das Schlimmste, was man dem
Gewebe antun kann. Weil es nicht ausgeschieden werden kann. Es gibt noch viele Beispiele mehr."
„Es ist ratsam, wenn jemand, der Veränderungen an sich feststellt – etwa Gelenkschmerzen, Müdigkeit, schlechte Haut – zu einem guten medizinisch ausgebildeten Heilpraktiker geht. Unter dessen Anleitung macht man eine Entgiftung oder Ausleitung, und dann ist man wieder fit. Ich verstehe nicht, dass die Leute da keine Prioritäten setzen. Früher ist es völlig normal gewesen, zum Dorfbader zu gehen. Die heutigen medizinisch ausgebildeten Heilpraktiker haben ein noch breiteres Wissen, als ihre Kollegen von damals und oft als ein Schulmediziner. Denn sie haben Medizin plus Naturheilkunde gelernt.
„Indem man beim Fachverband deutscher Heilpraktiker nachfragt. Die sitzen in München und in Bonn. Das ist wichtig. Es gibt einige dubiose Schulen, die Heilpraktiker theoretisch für die Amtsarztprüfung ausbilden. Aber diese Leute können keinen Patienten richtig behandeln. Wenn man zu so jemandem gegangen ist und enttäuscht wurde, ist es klar, dass man dann schnell sagt, das taugt nix."
„Zu einem echten Heilpraktiker gehen. Also nicht zu jemandem, der sich in wilden Ritualen ergeht, sondern schon zu einem Fachmann. Das Wichtigste in einer solchen Extremsituation ist, dass der Körper mindestens einmal im Jahr entgiftet wird. Früher hat man das immer gemacht, und in anderen Kulturen ist das bis heute üblich. Bei uns wurde dieser natürliche Umgang durch die Pharmaindustrie lächerlich gemacht. Im Ayurveda ist Ausleitung und Entgiftung genauso bekannt wie in der Traditionellen Chinesischen oder Tibetischen Medizin, sogar die Naturvölker kennen das Um gleich mit einem Vorurteil aufzuräumen – beim Entgiften muss man nicht fasten! Sondern die Nieren werden durchgespült, Darm und Leber gereinigt, damit die Schadstoffe rauskommen. Wichtig ist natürlich, viel zu trinken, und zwar Wasser oder Kräutertee, mindestens
acht große Gläser am Tag. Regelmäßig zu trinken muss man üben. Unser Gemüt und unsere Gewohnheit lassen uns träge werden. Leider muss immer erst etwas passieren,
bis man was ändert. Gerade Krebs ist eine Erkrankung, die sehr stark auf eine Übersäuerung im Körper zurückzuführen ist, weil in diesem Milieu die Zellen wuchern können. Das
heißt auch für Patienten, die eine Chemotherapie machen, weil der Krebs schon so schlimm ist, ist es wichtig, den Körper zu entsäuern. Sonst werden sich die Krebszellen immer wieder neu bilden können."
„Sie können sich die einzelnen Kapitel in meinem Buch Wenn die Umwelt krank macht als Richtschnur nehmen. Wenn Sie entgiftet haben, dann nehmen Sie sich die Wohnung
vor. Stellen Sie Pflanzen auf, Luftbefeuchter – das verbessert das Raumklima. Achten Sie dabei darauf, dass es ungiftige Pflanzen sind und dass, sofern Sie einen Brunnen aufstellen wollen, er ordentlich geerdet ist. Wie stark die Strombelastung ist, können Sie mit einem einfachen Transistorradio feststellen. Schalten Sie es an und nähern Sie sich der Stromquelle: je stärker das Rauschen, desto stärker die Strahlung. Wenn Sie sich neue Kleidung, Möbel oder Putzmittel anschaffen, achten Sie auf Naturmaterialien. Nachts kann man die Stecker von allen Elektrogeräten ziehen, die nicht an sein müssen. Damit kann man den Elektrosmog reduzieren. Außerdem kann man Energie sparen. Dass man nicht im Metallbett schlafen sollte, versteht sich fast von selbst. Man muss vor den Veränderungen keine Angst haben. Wenn man entgiftet, hat man immer Erfolg. Man kann immer etwas ändern. Dafür ist es nie zu spät."
„Eine Umstellung der Ernährung nach einer Entgiftung. Natürlich übersäuert der Organismus, wenn ich pausenlos Kaffee mit Zucker trinke. Zucker ist neben Fleisch der größte Säurebilder. Wir Deutschen sind vor allem dadurch übersäuert, weil wir zu häufig Getreide essen. Vielleicht zum Frühstück anstatt Brot mit Marmelade mal Obst und ein Müsli oder Nüsse essen.“
„Sie werden im übertragenen Sinn leichter sauer. Sie reagieren wegen Kleinigkeiten verärgert. Wenn das Säure-Base-Verhältnis ausgewogen ist oder die Base überwiegt, wirkt
sich das auch auf die Stimmung aus. Man ist ruhiger und gelassener. Wenn der Organismus übersäuert ist, schwitzt man leichter, der Schweiß riecht oft unangenehm, die Haare fetten schneller, die Haut ist unrein, die Verdauung funktioniert nicht mehr so gut. Das Wichtigste ist, es entsteht nur Schmerz im Körper, wenn zuviel Säure vorhanden ist. Ohne Säure gibt es keinen Schmerz."
„Das hat keine negativen Auswirkungen. Wer sich basisch ernährt, kann sich nur Gutes tun. Die Ernährung ist nicht zu einseitig. Gute Laune kann man essen."
Das Gespräch führte Claudia Hötzendorfer