Gautama Buddha, der historische Begründer des Buddhismus, stellte seine Lehre aus der eigenen Erfahrung des Erwachens dar und wies oft darauf hin, dass man sie nicht glauben, sondern praktizieren und ihre Wahrheit selbst erfahren sollte. Im Prinzip gilt das auch für die Reinkarnation. Es geht nicht darum zu glauben, dass ich wiedergeboren werde, sondern zu erkennen, was das bedeutet und was genau da geschieht.
Allerdings gibt es da ein grundsätzliches Problem: Unsere Sicht oder Einsicht ist bereits von vornherein durch die Überzeugung bestimmt, dass jeder ein eigenständig handelndes Ich ist. Bei der Vorstellung von Wiedergeburt gehen wir automatisch davon aus, dass dieses Ich in einem neuen Körper weiterlebt. Das ist aber laut Buddha genau unser Irrtum, den wir mit Hilfe seiner Lehre aufdecken und voll und ganz erkennen sollen und können. Es gibt kein Ich, weder jetzt noch in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wird das realisiert, erübrigt sich die Frage nach Karma und Wiedergeburt. Nur solange dieses Ich für wirklich gehalten wird, besteht auch ein Interesse an einer weiteren Existenz in diesem wie in „nächsten“ Leben. Wir können aber nur von dem ausgehen, was wir jetzt erfahren und empfinden, und das ist – höchstwahrscheinlich – das Gefühl, ein selbstständig denkendes und handelndes Individuum zu sein.
Wenden wir uns nun einigen zentralen Punkten in verschiedenen buddhistischen Richtungen zu.
Keiner fürchte zu versinken, Der ins tiefe Dunkel fährt. Tausend Möglichkeiten winken Ihm, der gerne wiederkehrt. Wilhelm Busch
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