Während Charles Darwin „nur“ die Prinzipien der biologischen Evolution aufzeigen und empirisch belegen wollte, kamen nach ihm schon bald Ideen einer geistigspirituellen Höherentwicklung des Menschen auf. So etwa Friedrich Nietzsches Vision des Übermenschen, die von der Nazi-Ideologie verdreht und für ihre Zwecke vereinnahmt wurde. Zwar ist die Vorstellung einer übermenschlichen Leitfigur schon im Keim im Buddhismus und im Christentum vorhanden, doch erst im 20. Jahrhundert sahen Vordenker wie Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin, Jean Gebser und schließlich Ken Wilber in herausragenden Gestalten wie Buddha und Jesus Exemplare oder Vorboten eines neuen Menschen, einer Bewusstseins- Ebene, die irgendwann alle Menschen erreichen.
Ein Aspekt dabei ist die Überwindung von Zeit und Raum, und schon damit ist klar, dass sich diese geistige Evolution nicht auf das einzelne Gehirn oder das individuelle Bewusstsein reduzieren und auch nicht auf einer linearen Zeitlinie voraussehen lässt. Der indische Weise Sri Aurobindo gilt selbst als ein Vorbote, als Avatar. Er hinterließ das bisher wohl vielschichtigste und umfangreichste Werk zu diesem Thema. Sein Grundgedanke: Das Göttliche steigt „im Anfang“ in die scheinbare Antithese seiner selbst, das absolute Unbewusste, hinab und entfaltet von dort in einem immer intensiveren und in der Zeit nicht endenden Prozess das im Unbewussten „eingefaltete“ göttliche Potential.
„Indien erhebt sich, um das ewige Licht, das ihm anvertraut ist, über die Welt auszubreiten.“ Sri Aurobindo
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