Viele Kriege zwischen den Menschen wurden aufgrund gegensätzlicher religiöser Überzeugungen geführt. Auch heutige Konflikte wie die im Irak, in Afghanistan, im Nahen Osten (Palästina/ Israel) oder in Tibet/China lassen sich auf unterschiedliche religiöse oder ideologische Ansichten zurückführen. Muss das wirklich sein? Wollen nicht alle Religionen in ihrer Essenz Liebe und Frieden vermitteln? Wie kann es dann immer wieder zu Hass und Gräueltaten zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Religionen kommen?
Nun, der Kern der Religionen ist eine Botschaft der Liebe und hat – glaube ich – nie unmittelbar irgendeinen Menschen dazu geführt, einen anderen zu bekämpfen oder gar zu töten. Der Krieg, sei er nun einer zwischen Völkern oder einer zwischen wenigen Menschen, hat mit Macht und Besitz zu tun. Keine Religion predigt: Sei stark und mächtig, besitze so viel wie möglich! Im Gegenteil.
Allerdings kann sogar das Ideal der Armut und Entsagung zum Streitobjekt werden. Zwar nicht unter weltlichen Herrschern und Politikern, wohl aber unter Mönchen und Asketen. Wer haftet am wenigsten an Besitz, wer ist der Demütigste? Auch in diesem Wettstreit soll es in manchen Klöstern Tote gegeben haben.
Die größten inhaltlichen Unterschiede bestehen zwischen den drei westlichen monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) einerseits und den beiden indischen Religionen Brahmanismus und Buddhismus andererseits. Es hat zwar immer wieder Kämpfe zwischen Moslems und Hindus in Indien gegeben. Doch viel brisanter und gefährlicher ist der stets neu entflammende Krieg zwischen den Verfechtern jener Religionen, die sich inhaltlich nahe stehen, ja die sogar zur selben Religion gehören. Bis vor kurzem galt das für Protestanten und Katholiken in Irland, immer noch aktuell ist das gegenseitige Gemetzel von Schiiten und Sunniten im Irak.
„Wir brauchen die Religionen, um sowohl den inneren Frieden als auch den Frieden unter den Völkern der Welt herzustellen.“ (Der Dalai Lama)
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