Lieber Peter H., es kommt relativ oft vor, dass sich Leser von spirituellen Ratgebern mit der Geschichte des Autors identifizieren. Am Anfang seines Bestsellers „Jetzt“ beschreibt Eckhart sein „Gefühl des Grauens“, mit dem er, wie schon davor, in den frühen Morgenstunden aufwacht. Diesmal ist es besonders stark. Die Welt und seine eigene Existenz erscheinen ihm „abscheulich“. „Ich kann mit mir selbst nicht mehr weiterleben“, kreist es seinem Kopf. Dann die erste Erkenntnis: „Wenn ich nicht mit mir selbst leben kann, dann muss es zwei von mir geben: das ‚Ich’ und das ‚Selbst’, mit dem ‚Ich’ nicht mehr leben kann.“ Unmittelbar darauf Fassungslosigkeit, keine Gedanken, waches Bewusstsein.
Dann fühlt sich Eckhart immer stärker in einen Energiewirbel hineingezogen und hat furchtbare Angst. Er hört – „wie aus dem Inneren meiner Brust“ – die Worte: „Wehre dich nicht!“ Er fühlt, wie er „in eine Leere hineingesaugt wird“, die innen, nicht außen ist. „Plötzlich war keine Angst mehr da, und ich ließ mich in diese Leere hineinfallen.“ Am Morgen erwacht er dann völlig verwandelt. Er fühlt sich wie neugeboren. Jeder Moment erscheint frisch und geheimnisvoll. Jahre später erkennt er, dass ihm „etwas geschehen war, wonach andere suchen“. Er analysiert, dass wohl der Leidensdruck das Bewusstsein dazu gebracht haben muss, sich von dem persönlichen Ich zu lösen und fortan als reines, seliges Bewusstsein von Ich bin, unabhängig von Zeit und Form, zu existieren.
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