Klimawandel in der Schule

Klimawandel in der Schule

Lernprobleme gelassen klären

In seinem Beststeller „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“ hat Olaf Jacobsen einer breiten Öffentlichkeit eine einfache Methode zugänglich gemacht, um sich und andere von belastenden Fremdgefühlen zu befreien. Wie funktioniert das in der Beziehung zwischen Lehrern und Schülern?

„Was bisher geschah…“

Was wir in uns fühlen, sind gar nicht immer unsere eigenen Gefühle, sondern die Gefühle anderer, die wir unfreiwillig von ihnen „aufgeschnappt“ haben. Wenn wir diesen Mechanismus durchschauen, können wir die unliebsame Rolle, in die wir dadurch geraten, willentlich wieder ablegen, indem wir erklären: „Ich stehe dafür nicht mehr zur Verfügung.“ Genauso können wir andere, die sich mit unseren Gefühlen „infiziert“ haben, augenblicklich aus ihrer Rolle entlassen: „Das ist mein Problem. Du brauchst mir dafür nicht mehr zur Verfügung zu stehen!“

So lautet, kurz gesagt, die Botschaft des eingangs genannten Buches. Im VISIONEN-November-Heft 2008 („Familienprobleme – oft nur Theater?“) hat der Autor dafür etliche Beispiele aus dem familiären Umfeld vorgestellt. Ein Thema, das in seinem Buch ebenfalls mit anklingt, ist das Phänomen der unbewussten Gefühlsübertragung zwischen Lehrern und Schülern, dem wir hier tiefer nachspüren wollen.

Herr Jacobsen, erinnern Sie sich an ein Erlebnis aus Ihrer Schulzeit, von dem Sie mittlerweile sagen können: Das war ein typisches Beispiel für ungute Gefühlsübertragung? Und falls ja, wie würden Sie heute damit umgehen, wenn Sie mit Ihrem jetzigen Wissen in die Vergangenheit zurückreisen könnten?

Da mir damals das Phänomen der Gefühlsübertragung noch nicht bewusst war, kann ich mich an kein solches Erlebnis erinnern. Die Frage, ob ein Gefühl mein eigenes oder ein durch Resonanz übernommenes ist, können wir ja auch gar nicht so leicht beantworten, weil wir die Quelle unseres Gefühls nicht sofort wahrnehmen. Ein Gefühl taucht auf – und wir wissen nicht, woher es kommt. Menschen, die sich des Resonanzphänomens nicht bewusst sind, denken automatisch, dass es ihr eigenes Gefühl ist. So war es auch für mich als Schüler. Ich bin immer davon ausgegangen, dass alles, was ich gefühlt, und alle Impulse, die ich ausgelebt habe, ganz allein aus mir heraus kamen.

Doch einmal angenommen, ich wäre mit meinem heutigen Wissen wieder Schüler und hätte Probleme mit einem Lehrer, dann würde ich nichts anderes machen als heute in ähnlichen Fällen auch: meine Gefühle auf Resonanz untersuchen.

„Es geht darum, sich dem Kampf gegen das Problem nicht mehr zur Verfügung zu stellen, es anzuerkennen und verstehen zu lernen, um dann lösend damit umgehen zu können.“

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
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