Der Klang der Trommel begleitet die Schamanin Caitlin Matthews bei ihrer Arbeit. Foto: Archiv Caitlin Matthews
Du sagst, Schamanismus ist keine Therapie. Sie kann aber zusätzlich zu einer Therapie eingesetzt werden oder sogar eine nötig machen.
Absolut. Der Schamanismus ist nicht die Antwort auf alles. Was wir aber machen können ist, an den Punkt zurückzugehen, an dem das Problem begann. Diese Erkenntnisse können eine Psychotherapie unterstützen. Nehmen wir an, jemand fühlt sich völlig wertlos, weil er von klein auf gehört hat, du schaffst das nicht, du wirst dieses oder jenes nie erreichen usw. Manchmal kann man dieses Problem in einer Psychotherapie lösen, ein anderes Mal nicht. Und genau da kann der Schamanismus ansetzen, um zur Wurzel des Ganzen zurückzukehren, weil er durch Zeit und Raum reist. Es kann sich etwa herausstellen, dass schon die Generation davor so ein Thema hatte und es nur an die Person jetzt weitergegeben wurde. Ein Schamane taucht ab zur Quelle und arbeitet sich dann von innen nach außen vor. Wenn wir die Ursache erkannt haben, können wir daran arbeiten. Das wirkt sich auf jede Beziehung im Hier und Jetzt aus. Manche Heilprozesse können sehr dramatisch ablaufen, andere scheinen sehr ruhig und langsam zu gehen.
Manche Heilprozesse können sehr dramatisch ablaufen, andere scheinen ruhig und langsam zu gehen.
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