Das ABC der Gefühle

Das ABC der Gefühle

Basiswissen für ein gutes Familienklima

Gefühle bestimmen unser Leben. Wir sind ihnen aber nicht ausgeliefert, sondern können sie bewusst gestalten. Ein gutes Familienklima hängt wesentlich davon ab, wie klug wir im Alltag mit ihnen umgehen – mit unseren eigenen und denen unserer Lieben. Gefühle bestimmen unser Leben. Sie können es bunt und schön, anstrengend und beängstigend und dann wieder intensiv und freudvoll machen. Erst durch Gefühle wird unser Dasein wirklich lebendig. Auch wenn wir oft den Eindruck haben – wir sind unseren Gefühlen dabei nicht hilflos ausgeliefert. Wir können sie bewusst beeinflussen und gestalten. Alles, was wir tun und denken, wirkt sich auf unsere Gefühlslage aus. Aktivitäten, die wir in Angriff nehmen, Entscheidungen, die wir treffen, und die Art und Weise, wie wir uns, unsere Gefühle und unser Leben betrachten, alles wirkt zurück auf unsere Emotionen. „Erfahrung mit Gefühlen“ heißt, bewusst und klug mit alltäglichen oder besonderen emotionalen Situationen umzugehen.

Gefühle bestimmen unser Leben. Wir sind ihnen aber nicht ausgeliefert, sondern können sie bewusst gestalten. Ein gutes Familienklima hängt wesentlich davon ab, wie klug wir im Alltag mit ihnen um gehen – mit unseren eigenen und denen unserer Lieben. Gefühle bestimmen unser Leben. Sie können es bunt und schön, anstrengend und beängstigend und dann wieder intensiv und freudvoll machen. Erst durch Gefühle wird unser Dasein wirklich lebendig. Auch wenn wir oft den Eindruck haben – wir sind unseren Gefühlen dabei nicht hilflos ausgeliefert. Wir können sie bewusst beeinflussen und gestalten. Alles, was wir tun und denken, wirkt sich auf unsere Gefühlslage aus. Aktivitäten, die wir in Angriff nehmen, Entscheidungen, die wir treffen, und die Art und Weise, wie wir uns, unsere Gefühle und unser Leben betrachten, alles wirkt zurück auf unsere Emotionen. „Erfahrung mit Gefühlen“ heißt, bewusst und klug mit alltäglichen oder besonderen emotionalen Situationen umzugehen.

Schmelztiegel der Gefühle

Mit unseren Gefühlen klug umzugehen – das ist ein Lernprozess, mit dem wir uns das ganze Leben auseinander setzen. Unser emotionales Basiswissen allerdings erwerben wir in der Kindheit. Der Familie kommt dabei der wichtigste Stellenwert zu. Sie ist der „Schmelztiegel“ der Gefühle. Die emotionale Kompetenz eines Kind hängt maßgeblich vom Vorbild der Eltern, vom Umgang in der eigenen Familie ab. Welchen Stellenwert Kinder Gefühlen einräumen – ihren eigenen und denen der anderen –, hat viel damit zu tun, was in der Familievorgelebt wird.
Um Gefühle zuzulassen und ausprobieren zu können, brauchen Kinder vor allen Dingen eines: emotionale Sicherheit. Die Familie ist der Ort, an dem es sich ohne Einschränkung geborgen und geliebt fühlen muss.

Familien-Gefühle

Zuwendung zeigen

Zuwendung in der Familie – nichts kann uns mehr Kraft und Sicherheit vermitteln. Sagen Sie Ihrem Partner, Ihren Kindern, wie lieb Sie sie haben. Sagen Sie, wenn Ihnen etwas gefällt, was das Kind gemacht hat, dass Sie stolz sind auf den Erfolg des Partners, wie schön Sie die ganze Familie auf den letzten Urlaubsfotos finden oder wie glücklich Sie über das schöne gemeinsame Leben sind. Aber sagen Sie den anderen auch, wenn Sie sich selbst Lob und Zuwendung wünschen: „Ich habe mir so viel Mühe gegeben, dieses besondere Essen zu machen. Ich finde, ich habe ein Lob verdient."

Wir haben uns alle lieb

Setzen Sie sich doch mal mit der ganzen Familie zusammen und sprechen Sie darüber, wie lieb Sie sich haben. Erklären Sie Ihren Kindern, was für ein schönes und wichtiges Gefühl Liebe ist. Dass es ganz verschiedene Menschen gibt, die man lieb haben kann: Mutter, Vater, Geschwister, Freunde, Oma, Opa, die Kindergärtnerin oder den Lehrer. Man nimmt niemandem etwas weg, wenn man auch noch einen anderen lieb hat.

Wie fühlt sich Liebe an? Wann spürt Ihr Kind besonders starke Liebe? Und wann wird die Liebe von anderen Gefühlen überdeckt?

Vertrauen in Liebe

„Du bist mein Kind und ich werde dich immer lieben, ganz egal was passiert!“ Das ist das Gefühl, das ein Kind in seiner Familie braucht. So kann es ein felsenfestes Vertrauen in die Stabilität Ihrer Beziehung entwickeln. Ein Vertrauen, das Kinder stark macht. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es mit allem immer zu Ihnen kommen kann. Das heißt nicht, dass Sie nicht auch mal stinkwütend reagieren können. Sie sind auch nur ein Mensch. Aber Ihre Liebe werden Sie ihm nie entziehen. Darauf kann es immer vertrauen. Über Gefühle sprechen Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Sprechen Sie in der Familie offen genug über Gefühle? Sagen Sie den anderen immer, wenn Sie sich traurig fühlen, verletzt oder frustriert? Zeigen Sie, wenn Sie übersprudelnd glücklich sind? Oder aus irgendeinem Grund so albern, dass Sie nur noch kichern können? Machen Sie klar, wenn Sie etwas stört oder eine Verhaltensweise Sie zur Weißglut bringt? Und fragen Sie selbst genug nach, was Ihren Partner oder Ihre Kindern beschäftigt? Der Familien-Spiegel Bei dem folgenden Spiel kann jeder zeigen, wie gut er die anderen kennt: Auf Zetteln werden verschiedene Gefühle notiert: Wut, Trotz, Glück, Zufriedenheit, Stress, Freude und so weiter. Die Zettel kommen in eine Schale. In einer anderen Schale sind Zettel mit den Namen der Familienangehörigen. Nun muss der erste Spieler jeweils einen Zettel mit einem Gefühl und einen mit einem Namen ziehen. Die Aufgabe ist, beispielsweise Papa zu spielen, wenn er sauer ist. Oder Mama hektisch und in Eile. Es wird für alle sehr erhellend sein, wie die anderen sie empfinden. Und es entwickelt sich mehr Verständnis füreinander.

Zeit für sich

Morgens, mittags, abends – sind Sie sieben Tage in der Woche nur für die Familie da? Das kann nicht gut gehen. Genauso, wie Sie sich bemühen, kein Kind zu kurz kommen zu lassen, müssen Sie sich um sich selbst kümmern. Nur so können Sie die Kraft und Energie tanken, auch wieder für die anderen da zu sein. Versuchen Sie, sich Ihre Inseln zu schaffen. Vielleicht ein Abend in der Woche, der nur Ihnen gehört und an dem Sie ins Kino gehen oder einfach nur mal wieder Ihren Lieblingskrimi zur Hand nehmen. Machen Sie ein, zwei fixe Termine, Yoga-Gruppe oder Klavierunterricht, an denen Sie etwas nur für sich selbst tun.
Und vor allem: Achten Sie darauf, diese Termine auch einzuhalten.

Streiten – aber richtig!

Streiten gehört dazu

Auch in einer harmonisch lebenden Familie bleibt Streit nicht aus. Und Streit, so weh er oft tun kann, erfüllt eine wichtige Funktion im menschlichen Miteinander: So werden unterschiedliche Positionen unmissverständlich klar gemacht – wichtig für die Rollenverteilung in der Familie. Sie müssen keine Angst vor Streit haben, wenn Sie darauf achten, ihn richtig zu führen. Es ist viel schlimmer, einen heftigen, grundlegenden und destruktiven Zwist über lange Zeit immer wiederkehrend zu führen, als einmal richtig zu streiten

Streit-Fehler

Es gibt zwei Grundfehler, die die meisten Streitsituationen in die falsche Richtung eskalieren lassen: Jeder will Recht haben und keiner versteht, was der andere sagen will. Eine gute Streitkultur in der Familie sollte also unbedingt beinhalten, den anderen zuerst reden und ihn vor allem auch ausreden zu lassen. Und ganz wichtig: Hören Sie einander wirklich zu. Bis hierhin – und nicht weiter! Vereinbaren Sie in ruhigen Zeiten ein Familienwort, das jeder sagen kann und das den Streit sofort beendet – zunächst. Brechen Sie mit dem Wort einen Streit sofort ab, wenn er für jemanden verletzend wird oder wenn Sie das Gefühl haben, die Diskussion tritt auf der Stelle. Es ist besser, einen Streit auf den nächsten Tag zu vertagen, wenn die Diskussion vielleicht sachlicher geführt werden kann.

Richtige Zeit, richtiger Ort

Sie können sich nicht wirklich aussuchen, wann ein Streit ausbricht. Aber Sie können manchmal vielleicht einen falschen Zeitpunkt vermeiden. Versuchen Sie, nicht vor dem Schlafengehen zu streiten. Kinder gehen dann oft mit Angst ins Bett und Ehepartner können durch schweigendes Grollen ihr Zerwürfnis manchmal zementieren. Der frühe Morgen, bevor alle schnell zur Arbeit oder Schule müssen und die negativen Emotionen mit in den Tag nehmen, ist auch kein guter Zeitpunkt für einen Streit. Versuchen Sie, nach einem Streit immer genügend Zeit für Positives und Gemeinsames zu haben.

Von außen beobachten

Wenn Sie streiten, versuchen Sie doch mal, die Situation von außen zu betrachten. Wirkt es nicht ein wenig albern, wie sich da zwei Menschen über eine solche Kleinigkeit ereifern? Wenn Sie darüber kichern müssen, lassen Sie es ruhig raus. Vielleicht steckt Ihre Heiterkeit den anderen ja an und alles löst sich in einer gemeinsamen Lachattacke. Vielleicht merken Sie aber auch, dass Sie selbst sich nicht ganz angemessen verhalten, und es fällt Ihnen leichter, einen Gang runter zu schalten und den Streit in eine sachliche Diskussion umzulenken.

Zuwendung bekunden!

Auch wenn man streitet, kann man dem anderen deutlich machen: Wir streiten uns zwar jetzt und ich ärgere mich total, aber trotzdem habeich dich lieb. Durch kleine Gesten, eine kleine Berührung, einen Blick in die Augen oder auch das Eingeständnis, wie sehr es allen zusetzt, streiten zu müssen, können Sie Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Versöhnen tut gut Auf Streit folgt Versöhnung Wenn die Fetzen geflogen sind, tut vor allem eines gut: Versöhnung. Schön, wenn der Rauch der Empörung sich verzogen hat undeiner zum anderen sagen kann: „Tut mir Leid.“ Und der andere erwidert: „Schon gut. Ich hab’ mich ja auch nicht besser benommen.“ Lassen Sie unbedingt auf jeden Streit eine Versöhnung folgen. Unterschiedliche Positionen können ja trotzdem weiter bestehen. Vor allem für Kinder ist es wichtig, dass Sie signalisieren: Alles ist wieder in Ordnung. Sie brauchen das Gefühl, dass ihre Eltern sie immer lieb haben werden. Ganz egal, was passiert.

Versöhnungsrituale

Haben Sie ein Familienritual, mit dem Sie eine Versöhnung einleiten können? Eine Geste, einen Satz, der dem anderen das Friedensangebot unterbreitet? Wie wäre es beispielseise mit einer „Salzstangen-Versöhnung“:
Einer der Kontrahenten steckt sich eine Salzstange in den Mund und guckt den anderen an. Der schnappt jetzt das andere Ende der Salzstange mit dem Mund und fängt zu knabbern an. Beide knabbern so lange, bis sie sich in der Mitte zu einem Versöhnungskuss treffen.

Ärger versenken

Fühlen Sie, dass trotz einer Versöhnung immer noch irgendwo Ärger grummelt? Versuchen Sie mal Folgendes: Jeder am Streit Beteiligte schreibt den Grund seines Zorns auf einen Zettel. Alle gemeinsam gehen an einen See, binden den Ärger-Zettel mit einem Faden an einen Stein und werfen ihn so weit wie möglich ins Wasser. So können alle zuschauen, wie der Ärger im See versinkt. Auf Nimmerwiedersehen!

Trost und Halt in der Familie

Die Kunst des Tröstens

Jedem von uns widerfahren im Alltag Dinge, die uns traurig machen oder ängstigen: Verschmähte Liebe, die Angst vor einer Kündigung, die Kränkung durch einen Freund, das Gefühl, abgelehnt zu werden. Halt und Trost kann da vor allem die Familie geben. Ein Gespräch, das Gefühl, angenommen und verstanden zu werden, oder kleine Gesten wie der Lieblingsteddy der Kinder, den Sie heute Nacht haben dürfen – all das sind Dinge, die uns trösten können.

Liebe tröstet

Kuscheln und Schmusen mit der ganzen Familie gibt Kraft und tröstet. Wir fühlen uns geborgen und Probleme verlieren ihren Schrecken. Für Erwachsene und Kinder wird durch intensive körperliche Nähe der Zusammenhalt in der Familie gestärkt. Warum nicht in schwierigen Zeiten einen Morgen mit der Familie gemeinsam im Bett verbringen?

Zuhören

Neben Problemen, bei denen wir helfend eingreifen können, gibt es vieles, an dem wir einfach nichts ändern können. Wenn der Sohn von seiner ersten Freundin verlassen wurde oder der Partner einen Angehörigen verloren hat, können wir nur da sein und zuhören. Das macht uns oft ungeduldig, weil wir es gewohnt sind, Dinge anzupacken oder wenigstens konstruktive Ratschläge zu geben. Unsere Nähe und Teilnahme, ein immer wieder verständnisvolles Ohr für die Trauer des anderen aber st das, was er jetzt am meisten braucht.

Die Kraft der Phantasie

Tagträume.

Vielleicht haben Sie als Kind öfter mal hören müssen: „Träum nicht“! Tun Sie es bitte trotzdem! Mitten am Tag! Ein paar Minuten reichen, beispielsweise wenn Sie auf den Bus warten. Malen Sie sich die Erfüllung Ihrer Wünsche in den schönsten Farben aus! Lassen Sie das Ganze wie einen Film vor Ihrem inneren Auge ablaufen. Durch Tagträume, innere Bilder von schönen Momenten oder Traumreisen entstehen nämlich starke Glücksgefühle. Sie können so Stresshormone abbauen und sich selbst mit positiver Energie erfüllen. Und mit jeder Menge Kraft, Ihre Träume zu realisieren.

Gemeinsam träumen

Es ist schön, mit einem glücklichen Gefühl einzuschlafen. Träumen Sie doch abends gemeinsam mit Ihrem Kind. Sie können sich den nächsten Urlaub ausmalen. Oder die Frage stellen: Was wünschst du dir für morgen? Du willst dich mit deiner Freundin wieder vertragen? Das wird bestimmt schön.

Illustrationen: Tobias Borries / Mehr Zeit für Kinder

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