DIE FRÜCHTE DER DANKBARKEIT

DIE FRÜCHTE DER DANKBARKEIT

Vom Mangel zur Fülle – Bruder David Steindl-Rast zum 85. Geburtstag

Das Wünschen hat seinem Wesen nach kein Ende, denn die Möglichkeiten im irdischen Spiel- und Lernfeld sind grenzenlos. Aber das Wünschen macht nicht glücklich – zu sehr wird uns dabei unsere Bedürftigkeit bewusst, denn der Fokus richtet sich auf die Mängel in unserem Leben. Dabei übersehen wir allzu leicht die vielen guten Dinge, die das Leben uns bereits beschert hat.

Gegen das Bedürftigkeitsdenken, das dem endlosen Wünschen zugrundeliegt, gibt es ein machtvolles Instrument: Dankbarkeit. Die Übung der Dankbarkeit ist in allen spirituellen Traditionen beheimatet. Für den Benediktiner Bruder David Steindl-Rast, dem wir zum 85. Geburtstag am 12. Juli gratulieren, ist die Dankbarkeit in sich „ein spiritueller Weg, der sowohl für den Einzelnen wie für die Welt zukunftsweisend ist“.

Schon in der Bibel und im Koran beklagten die Propheten die Undankbarkeit der Menschen: „Wahrlich, Gott ist gnadenvoll gegen die Menschen, jedoch die meisten von ihnen sind nicht dankbar“, heißt es in Sure 10:60. Und im 21. Jahrhundert sagt Bruder David im Interview: „Wir sind heute eine ziemlich undankbare Gesellschaft. Wir wollen immer noch mehr besitzen, weil wir nicht dankbar sein können für das, was wir schon haben.“

Ein dankbarer Mensch – von jeder Tugend trägt er im Busen den fruchtbaren Keim. (August von Kotzebue)

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