Das Geheimnis des Soma-Tranks

Das Geheimnis des Soma-Tranks

Die Lösung eines uralten Rätsels

Die Veden beschreiben Soma als „Zauber-Trank“ mit wunderbaren Eigenschaften, dessen Ursprung jedoch bis heute nicht geklärt ist. Ist Soma tatsächlich ein halluzinogener Pflanzensaft oder ein psychedelischer Fliegenpilzextrakt, wie vielfach vermutet? Die Wirklichkeit sieht, wie so oft, völlig anders aus...

WAS IST SOMA? Der Begriff „Soma“ stammt aus den Veden und bezeichnet eine Substanz mit geheimnisvollen Eigenschaften. Wer sie sich zunutze machen will, muss sich zunächst darüber klar werden, was Soma ist und wie man es erlangt. Sonst geht es ihm wie den zahllosen Menschen, die sich aufmachten, den Stein der Weisen zu finden, der angeblich Eisen in Gold verwandeln kann. Ihr Streben blieb ohne Erfolg, weil sie weder wussten, was sie suchen sollten, noch wo. So wurde aus dem Stein der Weisen ein Symbol ohne Wirklichkeit, ein philosophischer Begriff ohne Lebensbezug.

Ein berauschender Saft? Der so genannte Somatrank ist dagegen, wie wir sehen werden, für unser Leben tatsächlich von Bedeutung. Was wissen wir darüber? Namentlich im Westen ist zunächst die Deutung anzutreffen, Soma bezeichne das Lieblingsgetränk der Arier. Gemeinhin hält man es für eine Art Wein, der wegen seiner wohltuenden Wirkung auf Körper und Gemüt von den Ureinwohnern Indiens getrunken wurde. In einem bekannten Lexikon steht über Soma zu lesen: „Soma [Sanskrit], im Opferritual der vedischen Religion der den Göttern (vor allem Indra) als Trankopfer dargebrachte berauschende Saft der (bisher nicht identifizierten) Somapflanze. Von berauschender Wirkung, soll er übernatürliche Kräfte verleihen“ (Meyers Lexikon online).

Dasselbe wie der Haoma-Trank? Die Philosophen vertieften sich ebenfalls in dieses Rätsel. Auch sie wurden fündig und kamen zu dem Schluß, das Soma der Arier müsse mit dem so genannten Haoma der alten Perser identisch sein, zumal zwischen beiden Völkern Verbindungen bestanden: man nimmt an, dass die Arier sich nicht nur in Indien niederließen, sondern bis nach Persien drangen. Der Somatrank in ihrem kulturellen Gepäck sei schließlich durch Sprachvermischung zum Haomatrank geworden, „welcher den Göttern im Opfer dargebracht wurde, um sich damit zu berauschen“ (Quelle: forum.derwesten.de).

Eine halluzinogene Droge? Ferner gibt es die Vorstellung, Soma sei eine halluzinogene Droge. Sie geht wohl auf gängige Vedenübersetzungen zurück, wo es z.B. heißt: „Wir tranken Soma und wurden unsterblich. Wir gelangten zum Licht und entdeckten die Götter“ (vgl. Rig Veda, Kap. 8). Diese Worte könnten tatsächlich den Eindruck erwecken, Soma sei ein berauschen des Getränk, das zu Bewusstseinstrübungen (Unsterblichkeitswahn) und Sinnestäuschungen (Einbildung von Götter- und Lichtvisionen) führt.

Und so machten sich die Kulturhistoriker daran, die Pflanze zu finden, deren Saft den Grundstoff für den Somatrank geliefert haben könnte. Tatsächlich stießen sie auf über zwanzig Pflanzenarten mit Soma-ähnlicher Wirkung; nun brauchten sie nur noch das Rezept...

Die Veden halten ausdrücklich fest: „Soma ist kein Kraut, das sich zu Saft pressen ließe.“

HEILIGE KULT-GETRÄNKE. Darüber hinaus fiel auf, dass auch andere Kulturen und Religionen ihren heiligen Trank besaßen bzw. bis heute besitzen, wie die Parsis (Anhänger der zoroastrischen Lehre) und die Christen. Der rituelle Genuss berauschender Getränke schien also ein universales Phänomen zu sein, das den Gelehrten Gelegenheit gab, die einzelnen Kulte zu identifizieren, zu klassifizieren – und oftmals verständnislos zu belächeln. Waren die Arier wirklich so dumm gewesen zu glauben, durch Einnahme von Pflanzensaft unsterblich zu werden?

Eine Form der Gottesverehrung? In Wahrheit war der vermeintliche Somakult bei diesem Volk völlig unbekannt, und den Gelehrten zum Trost sei gesagt, dass wirklich kein vernünftiger Mensch den Genuss berauschender Getränke als eine Form der Gottesverehrung akzeptieren wird. Dieser Ansicht war auch der Dichter Heinrich Heine (1797-1856), vor dessen spitzer Feder die liturgischen „Mahlzeiten“ der Priester wenig Gnade fanden.

Nicht in den Veden! In den Veden jedenfalls wird der Genuss berauschender Getränke nirgends gut geheißen, geschweige denn zum Kult erhoben. Und auch ein spirituell so hoch entwickeltes Volk wie die Arier wird schwerlich so weit gegangen sein, so genannte „geistige“ Getränke als Mittel der Gottesverehrung einzusetzen. Die Enthaltsamkeit von alkoholischen Getränken ist im Gegenteil geradezu typisch für die vedische Tradition und Praxis. Denn die Veden gründen sich unmittelbar auf die Weisheit Gottes, wie er sie den Rishis (Weisen, Sehern) vor Zeiten offenbarte, und er wird sich hüten, den Menschen bewusstseinstrübende Wege zur Gotterkenntnis zu empfehlen! Was soll dann aber der wiederholte Hinweis auf den Somatrank? Anders gesagt: was enthüllen uns die Veden wirklich über das Mysterium des Soma?

SOMA IN DEN VEDEN. Rein zahlenmäßig gesehen befasst sich etwa die Hälfte der Veden-Verse (etwa 10.000 von ca. 20.000) mit Soma. Das neunte Kapitel des Rig Veda mit seinen 114 Hymnen und 1.097 Mantras handelt sogar ausschließlich davon. Nahezu alle Rishis empfingen Offenbarungen darüber.

Die Veden – spiritueller Urquell allen Wissens. Die indischen Heiligen sehen in den Veden die Urquelle allen Wissens. Das heißt: alles, was wir heute wissen oder jemals wissen werden, ist in den Veden bereits enthalten. Moderne Wissenschaftler, die sich neben ihrem Fach in das Studium der Veden vertieften, fanden dort alle grundlegenden Erkenntnisse ihrer Disziplinen formuliert. Das göttliche Wissen erweist sich immer als wahr. Ich selbst bin zwar kein Wissenschaftler. Dennoch behaupte ich, dass die Veden die Gesamtheit allen spirituellen Wissens in sich bergen. Aus diesem Grunde stimmen auch andere heilige Schriften, darunter die Bibel, mit diesem Offenbarungswissen überein. Die Weisheit der Veden bleibt sich zu allen Zeiten gleich, ungeachtet aller menschlichen Interpretation.

Ein spiritueller Deutungsansatz. Nun stammen die Veden aber aus einer Epoche, in der die meisten Menschen unfähig waren, sie in ihrer wahren Bedeutung zu verstehen, weil sie Gott vergessen hatten und deshalb nicht in der Lage waren, seine Offenbarungen zu empfangen. Aus ihrer begrenzten Sicht heraus verstanden sie die Veden als Leitfaden zur Durchführung von Riten und Ritualen. Diese Deutungsweise hat in der Folge zu zahlreichen unrichtigen Übersetzungen geführt.

Die weiße Kuh, die der Soma-Trank angeblich „kostet“, symbolisiert das weiße innere Licht, das der Seele Zugang zur göttlichen Glückseligkeit gewährt.

Es hat also wenig Sinn, zur Klärung des Soma-Problems auf solche Übersetzungen zurückzugreifen. Die Veden beruhen auf spirituellen Offenbarungen; darum brauchen wir einen spirituellen Ansatz, um sie im rechten Sinne zu verstehen. Betrachten wir in diesem Licht noch einmal den eingangs zitierten Vers.

Ritualistische und sprachliche Fehldeutungen. Der Vers gliedert sich in zwei Teile. Der erste besagt: „Wir haben Soma getrunken, das Elixier.“ Für „Elixier“ steht amrit: „das, was Unsterblichkeit verleiht“. Der zweite Versabschnitt lautet: „Durch das Licht erlangten wir Erkenntnis; durch das Licht erkannten wir die Heiligen; durch die Gnade der Heiligen konnten wir Soma trinken.“ Da die meisten Veden-Übersetzungen eigentlich Übersetzungen zweiten Grades sind, nämlich ritualistische Deutungen des ursprünglichen, spirituellen Inhalts, ist – wie wir sehen – eine korrekte Sinnwiedergabe dort nicht zu erwarten.

Hinzu kommen sprachliche Fehler. In einem Vedenkommentar steht beispielsweise, die Somapflanze sei so kostbar gewesen, dass man eine weißliche, hellbraune oder rötliche Kuh dafür habe zahlen müssen.

Richtigstellung. Dabei ist dieses „kulturgeschichtlich so interessante Detail“ nichts weiter als ein Übersetzungsfehler: das Sanskrit - Wort für Kuh bedeutet nämlich gleichzeitig „Licht“ und steht hier für die verschiedenen Lichtvisionen, die der spirituelle Aspirant vor dem Somatrank er fährt. Bis dahin muss jede einmal erreichte Fortschrittsstufe zugunsten der nächst höheren wieder aufgegeben, d.h. gleichsam als „Kauf preis“ entrichtet werden. Richtig gelesen besagt die Stelle dem Sinn nach Folgendes: „Das innere Licht, das uns nacheinander in den Farben Weiß, Gold und Purpur erscheint, verbindet uns mit dem inneren Klang und Soma.“

DAS VEDISCHE „SOMA-REZEPT“. Wer die Soma-Pflanze erworben hatte – so die ritualistische Interpretation –, musste als nächstes Somasaft daraus gewinnen.

1. Saft pressen. Zu diesem Zweck sollte er die Pflanzenteile zwischen zwei Steinen unterschiedlicher Größe zerreiben. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich diese „prähistorische Saftpresse“ freilich als etwas völlig anderes. Das Sanskrit-Wort für Stein bedeutet nämlich zugleich „Berg“. Berge aber stehen in den heiligen Schriften symbolisch für die inneren „Höhen“ oder Ebenen.

Dies gilt auch für den biblischen Berg Sinai. Er bezeichnet die erste spirituelle Stufe, wo der spirituelle Schüler zur Stärkung und Bestätigung seines Glaubens die Vision des inneren Meisters schaut. Wenn heute – wie es von Zeit zu Zeit geschieht – Menschen zum Sinaipil gern, um dort die Wiederkunft Christi zu erwarten, erliegen sie dem gleichen Irrtum wie die Vedenübersetzer, deren ganze Kunst darin besteht, spirituelle Phänomene auf die materielle Ebene zu „über setzen“.

Dem eigentlichen Sinne nach besagt das „Somasaft-Rezept“, dass Soma auf den höheren geistigen Ebenen, an der Schwelle zur dritten Stufe, erfahren wird, „zwischen Hügel und Berg“, den zwei vermeintlich ungleich großen „Steinen“.

2. In einen Topf geben. Nachdem der Somasaft gewonnen ist, so fahren die Veda-„Küchenmeister“ fort, gebe man ihn in einen Topf. Ein Topf ist ein Behälter mit zwei Funktionen: in vollem Zustand gibt er bei Bedarf Nahrungsmittel ab, in leerem Zustand nimmt er Nahrungsmittel auf. Die Veden erklären an einer Stelle, dass Soma von Gott ausströmt und wieder in ihn eingeht. Der geheimnis volle Somatopf steht also symbolisch für Gott.

Dies mag etwas abwegig erscheinen, hat aber seinen guten Grund. Ein Topf hat mit Nahrungsmitteln zu tun, und als solches wird Soma in den Veden tatsächlich beschrieben. Dort heißt es: „Soma nährt (die Seele) mit fester und flüssiger Nahrung.“ Dies bedeutet, das sich Soma in zwei Formen zum Ausdruck bringt: als Licht-„Körper“ (fest) und als Klang-„Strom“ (flüssig). (Vgl. dazu den zweiteilige Beitrag „Licht essen“, VISIONEN , 7 und 8/2008 .)

3. Mit festen Zutaten „andicken“. Das seltsame Nahrungsmittel Soma muss den Übersetzern freilich Rätsel aufgegeben haben, die sie auf ihre Weise – mit Hilfe ihrer Phantasie – zu lösen suchten. Wie wurde der Somasaft auf einmal fest? Nun, vielleicht durch Zusatz von „Stabilisatoren“ in Form solider Substanzen. Auf diese Weise entwickelten die Veda-„Köche“ neue Rezepte für „Soma-Mixgetränke“ mit Honig, Früchten, Milch, usw.

DIE „GEGENDARSTELLUNG“ DER VEDEN. Die Ursache solcher „kulinarischer Fehlgriffe“ liegt im Mangel an eigener spiritueller Erfahrung. Wer selber göttliche Offenbarungen empfängt, wird sie in allen heiligen Schriften wiedererkennen. Rein wörtliche Übersetzungen bleiben immer Stückwerk und Spekulation.

Der Soma-„Kochtopf“ steht im spirituellen Sprachcode der Veden für Gott in seiner Eigenschaft als Nahrungsspender für die Seele.

Soma ist kein berauschendes Getränk. Der Fairness halber sei gesagt, dass es auch Veden-Experten gibt, die so vernünftig sind, Widersprüche nicht einfach wegzuübersetzen, sondern sie als Denkanstöße zu anderen Lösungen nutzen. So wies der Veden-Forscher Prof. Whitney darauf hin, dass der Somatrank die Macht haben soll, die Seele zu erheben. Soma könne also keinesfalls ein alkoholisches Getränk sein, etwa eine Art berauschender Wein.

„Soma ist kein Kraut.“ Was ist Soma aber dann? Wir brauchen die Antwort nicht weit zu suchen. Da die Veden göttliche Offenbarungen sind, enthalten sie auch die Lösung aller Probleme, die von ihnen aufgeworfen werden. Dies gilt auch für die Frage nach dem Ursprung des Somatranks. Die Veden halten ausdrücklich fest: „Soma ist kein Kraut, das sich zu Saft pressen ließe. Soma ist göttliche Weisheit, von Gott offenbart. Die Menschen sollten Soma genießen.“ Die Veden erklären sich somit selbst und bedürfen keiner Deutung durch fremde Autoritäten.

Soma ist nichts Materielles. Wenden wir uns daher den Versen der Veden zu, um die Natur des Somatranks zu ergründen. Im fünften Vers der 86. Rig Veda-Hymne heißt es dazu: „Alles in der Welt wird durch das göttliche Licht er kannt. Durch dieses Licht hat uns Gott alles Wissen enthüllt.“ Und weiter: „Ein jegliches Ding in der Welt wird durch die Weisheit des Soma erkannt. Durch dieses Soma gibt sich der Herr des Universums zu erkennen, ebenso wie alles Wissen dieser Welt.“

Diese Aussage deckt sich mit dem berühmten Gita-Vers: „Yoga ist Vollkommenheit in Wissen und Handeln.“ Das höchste Wissen liegt in der Erkenntnis Gottes und der ständigen Verbindung mit ihm. Vollkommenheit im Handeln beruht auf vollständigem Wissen um die Gesetzmäßigkeiten der Welt. Wenn alles Wissen der Welt durch den Soma trank zu erlangen ist, kann er unmöglich etwas Materielles sein, denn vollkommenes Wissen um Gott und seine Schöpfung ist nur durch Gott selbst zu erlangen. Daher muss Soma eine Manifestation Gottes sein.

DES RÄTSELS LÖSUNG. Diese Erklärung wird unter anderem durch die Upanishaden und die Bibel gestützt.

Soma ist Ananda – göttliche Glückseligkeit. In den Upanishaden heißt es: „Alles Leben geht aus Glückseligkeit hervor; alles Leben wird durch sie erhalten; alles Leben kehrt in sie zurück.“ Anand, das Wort für Glückseligkeit, ist ein anderer Ausdruck für Soma. In der Bibel begegnen wir ihm als dem „Wort“. Tatsächlich besagt die angeführte Stelle dasselbe wie die Eingangsverse des Johannes-Evangeliums: Am Anfang war das Wort (...), und Gott war das Wort (...). Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts geworden (Joh. 1,1-3). Anand, Soma und Wort bezeichnen somit ein und dieselbe göttliche Manife station.

Genau genommen wäre es aber gar nicht nötig, andere Schriften wie die Upanishaden zu zitieren, um das Wesen des Soma zu erhellen. Gerade die Upanishaden sind ohnehin nur theologisch-literarische Erläuterungen zum so genannten „Brahman“, einer Sammlung spiritueller Erfahrungsberichte aus der nachvedischen Zeit. Damals gab es zwar gotter fahrene Menschen, aber wenige, die ihnen praktisch folgten. So legten die Verfasser des Brahman ihr Wissen schriftlich nieder, um die ansonsten mündliche Überlieferung zu sichern. Die Upanishaden stammen aus der Feder von Theoretikern, die selbst kein direktes Offenbarungswissen besaßen und die überkommenen spirituellen Zeugnisse rein philosophisch diskutierten und interpretierten.

Soma ist Gott selbst. Da die Veden, wie gesagt, ihr eigener Kommentar sind, legen sie die Eigenschaften des Soma allein aus sich heraus deutlich dar. Und auf der Grundlage ihres authentischen Offenbarungswissens ergibt sich zweifelsfrei, dass Soma eine Offenbarungsform Gottes ist. So heißt es beispielsweise in der 48. Hymne des 8. Rig Veda-Kapitels: „Der allmächtige Gott vereint uns mit sich, befreit uns von Unwissenheit und heilt all unsere Leiden und Gebrechen.“ Das Thema dieses Abschnitts über Gott ist Soma. Das bedeutet, hier schildert der Rishi, auf den der Vers zurückgeht, wie er selbst Gott erfuhr, nämlich in Gestalt von Soma. Soma und Gott sind also ein und dasselbe. An anderer Stelle steht zu lesen: „Im Soma drückt sich Gott in seiner ganzen spirituellen Fülle aus“ (vgl. Rig Veda 1-1-46). Und weiter: „Soma ist göttlich und voller Licht. In dieser Form erfahren die Heiligen Gott.“

SOMA SELBST GENIESSEN. Dennoch wird uns die Lektüre der Veden allein nicht zu wahrem Wissen verhelfen, da keine noch so gute Beschreibung die eigene Erfahrung ersetzen kann.

Soma – gehaltvolle „Götter-Speise“. Die Veden beschreiben Gott unter 33 verschiedenen Aspekten, von denen sich acht auf seine Ausdrucksform als Soma beziehen. Diese schildern Gott 1. als Licht und Klang, 2. als die „beiden Arme Gottes“, 3. als das „Wort“, 4. als führenden, inspirierenden Engel („Schutzengel“), 5. als „Ehepaar“, dessen „Partner“ Gott und die Seele sich unter dem Einfluss von Soma so eng und ausschließlich miteinander verbinden wie Mann und Frau, 6. als Medizin gegen alle negativen Eindrücke in der Seele, 7. als göttliche Offenbarungsform und als Klang der höchsten Ebenen, 8. als göttliche Weisheit. Das alttestamentliche „Buch der Weisheit“ handelt ausführlich von diesem letzten Aspekt.

Die Soma-Wirkungen in sich erfahren. Jedem einzelnen dieser Attribute entspricht eine ganz spezifische Wirkung, die von den vedischen Rishis jeweils im Detail erläutert wird.

Wenn wir durch einen vollendeten Meisters des „Yogas der Seele“ auf dem Weg des inneren Lichts und Klangs eine praktische „Kostprobe“ davon erhalten haben, können wir auf dem Wege der Meditation die Wirkungen des „Somatranks“ an uns selbst erfahren. Nur so können wir den Inhalt der Schriften am eigenen praktischen Beispiel prüfen, und nur so können sie uns Ansporn und Hilfe sein, denn ihr Wert erschließt sich uns nur durch die persönliche Praxis.

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