Die ultimative Massenvernichtungswaffe

Die ultimative Massenvernichtungswaffe

Der Missbrauch von Heiligen Schriften

Sean OLaoire, Priester und Freidenker aus Irland, erklärt, wie die Schriftzeugnisse der Begegnung zwischen Gott und Mensch in den Händen fundamentalistischer Buchstabengläubiger zur Rechtfertigung der schlimmsten Verstöße gegen die Menschlichkeit angeführt werden.

Die ultimative Massenvernichtungswaffe ist noch verheerender als erwartet, noch schlimmer, als unsere Intelligenz befürchtet hatte. Die Elemente, aus denen sie zusammengesetzt wird, sind an und für sich harmlos, aber die Art, wie man sie kombinieren und das Ergebnis dann einsetzen kann, machen es möglich, sie mit verheerenden Folgen zu verwenden.

Die Massenvernichtungswaffe, über die ich hier spreche, ist nichts anderes als die Heiligen Schriften.

Die großen Schrifttraditionen: die jüdisch-christliche, die Upanishaden, die Pitakas des Buddhismus, der Koran usw. wurden alle auf verschiedene Weisen gebraucht und missbraucht. Unsere Schrifttraditionen sind in Wirklichkeit die Aufzeichnung der Versuche von Menschen, unseren Erfahrungen angesichts der großen existenziellen Fragen um Leben und Tod auf dem Planeten Erde einen Sinn zu geben. Sie bauen auf einer Art von Glauben an Gott auf. Gedacht waren sie als metaphorische, gleichnishafte und allegorische Erklärungen dessen, wie wir das Leben erfahren. Richtig verstanden, sind sie Symbol, Metapher, Erzählung und Gleichnis. Leider werden sie in den Händen fundamentaler Buchstabengläubiger rasch zu Massenvernichtungswaffen.
Völkermord und Plünderung der Natur

Der erste Missbrauch der hebräischen Heiligen Schrift war die Vorstellung, damit lasse sich Völkermord rechtfertigen. Das tauchte in den Heiligen Schriften früh auf. In der hebräischen Heiligen Schrift gibt es als Auftrag den so genannten „Bann.“ Der Bann war angeblich ein Gebot oder Auftrag Gottes, wenn man die Stadt seines Feindes erobere, müsse man darin alle Lebewesen töten.

„Der erste Missbrauch der hebräischen Heiligen Schrift war die Vorstellung, damit lasse sich Völkermord rechtfertigen.“

Diese Verpflichtung gibt es in der Bibel häufig. Sie enthält Berichte darüber, wie Gott auf bestimmte Oberkommandierende regelrecht wütend wurde, weil sie diese Verpflichtung nicht bis in ihre letzten Verästelungen ernst nahmen und ausführten. Es kam vor, dass ein mitleidiger Befehlshaber die Kinder verschonte und sich damit bloß den Zorn Gottes zuzog, der sich ärgerte, dass der Auftrag, restlos alle Lebewesen zu töten, nicht ausgeführt worden war. So wurde aus der Heiligen Schrift der Genozid gerechtfertigt. Wir verwenden die Heilige Schrift auch zur Rechtfertigung unserer totalen Beschlagnahmung der Natur. Die Natur wurde uns rasch ...

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

eZ Publish™ copyright © 1999-2012 eZ Systems AS