Alle religiösen Traditionen und heiligen Schriften betonen die Wichtigkeit der Liebe. Liebe kann nicht bloß zu bestimmten Zeiten auf bestimmte Objekte projiziert werden, sondern muss dauerhaft, hier und jetzt erlebt werden. Wie können wir bedingungslose und endlose Liebe im Jetzt erfahren? Welche täglichen Übungen brauchen wir, um Zugang zum Göttlichen Urgrund, zur Göttlichen Quelle in uns zu finden?
Erstens ist jeder von uns eingeladen, diese Bedingungslose Liebe auf sein eigene, einzigartige Weise als etwas zu erfahren, das allen gegeben ist – bereits vor unserer biologischen Geburt, „von dem anfanglosen Anfang an“ und über unseren biologischen Tod hinaus; als die Tatsache, die uns zu demjenigen macht, der wir sind.
Die Erfahrung dieser Liebe, dieser kosmischen Umarmung, die unser Sein bedingungslos bejaht, ermächtigt uns, diese Liebe jedem in unserem Umfeld zurückzugeben. Das befähigt uns, einander bedingungslos zu lieben. Stell dir vor, wie unsere Erdengemeinschaft aussehen würde, wenn wir alle in gegenseitiger Liebe leben und wirken könnten! Dadurch könnten wir die tiefen Wunden und zerstörerischen Tendenzen, die unsere globale Gesellschaft kennzeichnen, heilen und überwinde.
„Du bist angenommen, akzeptiert von einer Kraft, die größer ist als du und deren Namen du nicht kennst… Nimm einfach die Tatsache an, dass du geliebt bist.“ (Paul Tillich)
In Stille zu sitzen, auf den Atem zu achten, voll da zu sein im Hier und Jetzt, in den Tiefen des Schweigens, ist eine einfache Praxis, die uns für diese kostbare Erfahrung, für das Erhören jener Stimme im Kern unseres Wesens öffnen und unsere Lebensweise transformieren kann.
Wie können wir die tragische Trennung von unserem höheren Selbst, von dem Reich Gottes in uns überwinden? Was genau ist da das Hindernis?
Buddhisten sprechen von den „drei Giften“ – Gier, Hass und Unwissenheit – als den Faktoren, die unsere ursprüngliche Buddha-Natur beflecken, die an sich rein und klar, leuchtend und transparent ist. Die Wurzel dieser drei Gifte liegt in dem mentalen Konstrukt namens „Ich-mein-mich“, d.i. unser egohaftes Selbst, das wir in den Mittelpunkt des Universums stellen. Dieses egohafte Selbst fühlt sich unsicher und ohne festen Stand und versucht sich deshalb zu
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