Entzücken und Glückseligkeit

Entzücken und Glückseligkeit

Die ersten Stufen der meditativen Vertiefung

Es ist wichtig und hilfreich zu wissen, wohin die Meditation eigentlich führt. Denn über Meditation herrschen derzeit, trotz zahlreicher Bücher, viele Missverständnisse. Die buddhistische Meditationsmeisterin Ayya Khema erläutert im Folgenden die Kennzeichen der ersten Stufen der meditativen Versenkung.

Je mehr Vertrauen und Hingabe vorhanden sind, desto leichter fällt uns die Meditation. Mit Liebe und Hingabe wird auch das ganze Leben bedeutend einfacher als mit Zweifelsucht. Zweifel bedeutet: nichts glauben, sondern immer wieder irgendetwas finden wollen, das nicht ganz stimmt; das ist aber nicht dasselbe wie Untersuchen. Die mit Zweifel behafteten Fragen beginnen meistens mit „Ja, aber“. Der Buddha hat empfohlen, weder zu glauben noch zu zweifeln, sondern selbst auszuprobieren. Dazu benötigen wir Vertrauen. Je weniger wir zweifeln, desto mehr können wir vertrauen und uns hingeben.

Anhaltende Hinwendung des Geistes

Wir beginnen die Meditation mit liebender Güte (metta) für uns selbst, sodass wir uns sicher und geborgen fühlen, wobei auch Dankbarkeit sehr hilfreich sein kann. Dazu können wir Dankbarkeit dafür empfinden, dass wir die Gelegenheit haben zu meditieren. Während der Meditation etikettieren wir jeden aufkommenden Gedanken, sodass diese immer wieder zerbrechen. Wir geben uns dem Atem hin und fühlen uns darüber beglückt, dass der Atem immer weiter existiert. Und wir lassen die Welt fallen. Dazu sage ich immer: „Die Welt will in diesem Moment nichts von uns, wieso wollen wir etwas von ihr? Alles läuft wunderbar ohne uns weiter.“

Ist das nicht herrlich, wie alles so weiterläuft und wir müssen gar nicht dabei sein? Wieso müssen wir an irgendetwas denken, was mit der Welt zu tun hat? Es ist total unnötig, sich mit den Gedanken in die Welt hinein zu begeben, wenn wir meditieren wollen. All das sind praktische Hilfsmittel, die es dem Geist erleichtern, für länger beim Atem zu verweilen.

Dieser Weg ist in allen Religionen vorhanden und ist fast überall verloren gegangen. Vermutlich weil er den Menschen zu mühsam vorkam.

In der Lehrrede des Buddha über die meditativen Vertiefungen (Über das Gleichnis von der Elefantenspur, Mittlere Sammlung 27) heißt es: „Und verweilt darin mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind.“ Es ist ein Trugschluss zu meinen, das Wort „Abgeschiedenheit“ bedeute, dass wir ganz woanders sein müssten. Im Gegenteil: wenn ein Mensch die erste meditative Vertiefung schon längere Zeit praktiziert und sie ganz automatisch kann, dann kann er sie sogar unter allen Umständen erleben. Die Abgeschiedenheit bedeutet einzig und allein, dass wir uns von den Sinnesvergnügen und den unheilsamen Geisteszuständen (siehe Kasten) für die Zeit der Meditation absondern.

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
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