Alltag – tagein, tagaus immer das Gleiche. Immer der gleiche Trott. In Windeseile alles erledigen. Man will ja auch noch leben. Etwas haben von diesem Tag. Entspannen oder essen gehen oder einen guten Film anschauen. Und so vergeht ein Tag nach dem anderen. Wie im Flug. Man muss nur durchhalten. Bis zum Abend. Bis zum Wochenende. Bis zum nächsten Urlaub. Dann kann man wieder durchatmen … Und die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben in Einheit wächst. Tag für Tag.
Dass weder der Abend, noch das Wochenende, noch das lang herbeigesehnte Retreat dauerhaft glücklich machen, ist eine verbreitete, leidvolle Erfahrung. So schön, erholsam und bereichernd diese besonderen Zeiten auch immer sein mögen, meist bringt die Rückkehr in den Alltag auch die Rückkehr der grauen Schleier mit sich. Es wird wieder eng. Die alten Probleme tauchen wieder auf, und manchmal ist schon nach kurzer Zeit nichts mehr von dieser anderen, schönen, spirituellen Welt zu spüren. Warum – so fragt man sich jedes Mal, wenn die Schleier einen wieder eingefangen haben –, warum reichen die schönen Stunden nicht aus, um die sogenannten alltäglichen Stunden heller und lichter zu machen? Warum helfen auch die Stunden der Sammlung oder der Meditation, die ja meist Zentrierung und Ruhe bringen, im Fall des Falles manchmal nicht weiter. Was fehlt? Was ist der eigentliche Mangel?
„Der eigentliche Mangel ist ein Mangel an Gott im Bewusstsein und der Erinnerung des Menschen“, sagt Angela Fischer. Sie ist eine Frau um die 50, klug, zurückhaltend, gleichzeitig herzlich, hell und klar in der Ausstrahlung – im besten Sinne des Wortes eine normale Frau. Sie leitet Seminare und Retreats zu Meditation und Traumarbeit und lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Norddeutschland. Eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht, die weiß, wovon sie spricht, die lebt, was sie sagt.
Spiritualität und Körper sind bei Frauen eng miteinander verknüpft, weil das Schöpfungslicht, die schöpferische Energie in ihrem Körper ist.
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