„Der Weg hat für uns nur dann eine Bedeutung, wenn wir unseren Fuß draufsetzen und ihn wirklich gehen. Man muss den Weg zur Befreiung mitten in der Welt gehen. Denn wie kann einer schwimmen lernen, außer im Wasser? Wie kann einer die Welt überwinden, außer in der Welt?“ Mit diesen Worten weist uns Zensho W. Kopp darauf hin, dass der Weg des Mystikers nicht darin besteht, sich aus der Welt zurückzuziehen, etwa in ein Kloster. Nein, er kann seinen Weg mitten in der Welt gehen. „Zen gibt für diesen Weg keine philosophischen Erklärungen ab. Willst du wissen, wie ein Apfel schmeckt? Dann beiß hinein in den Apfel! Und du weißt: So ist es.“
„Viele ehrlich geistig Suchende haben sich in der heutigen Zeit von der christlichen Kirche abgewandt. Sie fanden dort nicht die Nahrung, die sie für ihr spirituelles Wachstum benötigen“, so zeigt Zensho das Dilemma auf, wonach es heute zwar sehr viele geistig Suchende gibt, die sich jedoch in der Kirche nicht mehr heimisch fühlen. „Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass Mystik in den Kirchen nur noch einen antiquarischen Wert hat und den meisten Seelsorgern das, was zur Erweckung echter Begeisterung für das Ewige unbedingte Voraussetzung ist, völlig abgeht.“ Denn, so sagt Zensho weiter, „ein Glaube, der nicht die Seelenmitte trifft, hat mit wirklicher religiöser Geisteshaltung nichts zu tun. Der Ritus, der ihn begleitet, wird zu einer bloß äußerlichen Geste, zu einem mündlichen Glaubensbekenntnis im Sinne einer formelhaften Zusammenfassung der Kernpunkte eines religiösen Dogmas. Dies ist auch die Ursache für die mangelnde Überzeugungskraft eines in der Veräußerlichung steckengebliebenen Christentums.“
Der wahre Weg zur Befreiung ist Hingabe, vollkommene und bedingungslose Hingabe an die göttliche Wirklichkeit.
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