Mit Meditation sich selbst entdecken

Mit Meditation sich selbst entdecken

Meditation ist genau genommen der natürliche Zustand unseres Bewusstseins. Doch leben die wenigsten Menschen in bzw. aus dieser ursprünglichen Erkenntnis des wahren Selbst. So nimmt die tägliche Meditationspraxis Züge einer spannenden Entdeckungsreise an.

Auf den ersten Blick scheint uns der Titel dieses Artikels verständlich. Ganz klar, die meisten von uns haben, was das Wort „Meditation“ betrifft, eine ziemlich genaue Vorstellung. Und wer „wir selbst“ sind, das wissen wir doch wohl selbstverständlich auch… Doch vielleicht ist es nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheinen mag! Wir sollten uns daher ein wenig tiefer mit diesen beiden Begriffen „Meditation“ und „selbst“ beschäftigen – und genau damit wären wir schon mitten drin im Prozess der Meditation.

„Meditation hilft uns, einen Schatz zu heben, auf dem wir bereits Tausende von Jahren sitzen.“

Denn nach einer alten indischen Definition bedeutet Meditation “den Fluss der Aufmerksamkeit nach innen zu lenken”, also die Oberfläche zu durchdringen, um immer tiefer zu gelangen. Doch welche Veranlassung könnte es überhaupt geben, dies zu tun – zu meditieren? Warum haben sich seit Urzeiten kluge und weise Menschen in allen Kulturen und Religionen mit Meditation – in welcher Form auch immer – befasst? Weil wir, wie sie einhellig sagen, hierdurch tief in unser inneres Wesen vordringen können, zu unserem Selbst, dem Zentrum unseres Lebens, dem heiligsten aller Orte. Außer diesem direkten Zusammenhang zwischen der Meditation und dem Erkennen unseres Selbst gibt es aber auch noch einen anderen, mindestens ebenso wichtigen, der uns an dieser Stelle interessieren sollte – der zwischen dem inneren Selbst und Gott bzw. dem Göttlichen.

Meditation und Gott-Erkenntnis

Dieses Selbst tief im Inneren unseres Wesens ist nämlich nach Aussage der Weisen und Mystiker Indiens eins mit dem Göttlichen, dem Urgrund allen Seins. Die Einheit von innerem Selbst und dem Göttlichen zu erkennen, so ihre uralte Lehre, bedeutet für den Betreffenden, nicht mehr herumgewirbelt zu werden im riesigen und fortwährenden Kreislauf des Werdens, sondern aus dem Zentrum des Seins heraus zu leben. So heißt es in der berühmten Shvetashvatara Upanishad (2. 14-15):

„Wie ein von Staub bedeckter Spiegel, der klar wird, sobald er gereinigt wird, ebenso wird der Mensch, wenn er die Natur des Atman (Selbst) schaut, ganzheitlich, erfüllt und befreit von Sorgen. Wenn jemand, der ganzheitlich ist, die Essenz des Brahman (Absolutes, Göttliches) erkennt, wie durch das Licht einer Lampe, indem er die Essenz der Seele als ungeboren, immerwährend und frei von allen Begrenzungen erfährt, indem er so Gott erkennt, wird er von allen Fesseln befreit.“

Die Antwort auf die entscheidende Frage „Wie erkennt bzw. erfährt man seine wahre Natur, das Selbst?“ lautet also auch nach obigem Lehrsatz: „Indem man auf das Göttliche im eigenen Inneren meditiert.“ Darüber hinaus bekommen wir hier das zuvor Gesagte bestätigt: Das innere Selbst, die „Essenz der Seele“ hat dieselben Eigenschaften wie das Göttliche und ist daher identisch mit ihm.
Meditation ist also das wohl wirksamste Mittel, um ...

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