Es gibt inzwischen umfangreiche Literatur über das Aufwachen, in der eine zentrale Frage jedoch zu wenig behandelt wird: Die Frage nämlich, worin der konkrete Weg zum Aufwachen besteht. Ein Weg, der kein Weg ist. Was kann der Einzelne dafür tun, das Aufwachen möglich werden zu lassen? Das Aufwachen oder die Erleuchtung ist etwas, das geschieht und nicht gemacht werden kann. Das Aufwachen besteht ja in der Erkenntnis, dass da gar kein Ich ist, das etwas tun könnte. Dies aber verurteilt die Suchende oder den Sucher nicht dazu, nur abzuwarten, genauso wenig wie es sie oder ihn dazu zwingt, im Leben alles so weiterlaufen zu lassen, verhältnismäßig befriedigend und manchmal ganz und gar unbefriedigend. Der Einzelne kann sehr viel tun, um das Aufwachen wahrscheinlicher werden zu lassen. Jedoch ist das, was sie oder er tun kann, kein Einüben von etwas, sondern ein radikales Anhalten und ein tiefes Entdecken, wer ich wirklich bin.
Lass deine Geschichte los. Die Geschichte ist nur ein Gespinst von Gedanken in deinem Kopf. Sie ist nicht wirklich, sie hat noch nicht einmal etwas mit dir zu tun. Wenn du die Geschichte beendest, hast du die Chance, in diesem Augenblick anzukommen, und diese Chance ist das Wichtigste. Wenn du in diesem Augenblick ankommst, dann merkst du, dass es keine Geschichte gibt, dass es tatsächlich keine Geschichte gibt. Du kannst dich fragen: „Was bleibt übrig, wer bist du, wenn du deine Geschichte loslässt?“ Dann bleibt nur noch diese augenblickliche Erfahrung übrig und es geht darum, wie du dieser augenblicklichen Erfahrung begegnest, wie mutig, wie offen. Diese Begegnung ist ein wirkliches Abenteuer.
Lass deine Geschichte los. Die Geschichte ist nur ein Gespinst von Gedanken in deinem Kopf.
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