GLÜCK

GLÜCK

Ein Thema – sechs Facetten

Der Glücksbegriff ist unendlich vielfältig. Materielles Glück und körperliches Glück sind flüchtig. Dauerhaftes Glück lässt sich nur von innen her aufbauen, denn der Weg zum Glück liegt immer in uns selbst. Das Glück der Seele besteht im Einklang mit sich selbst und in der „enthusiastischen, intuitiven Teilhabe des endlichen Geistes am Unendlichen“ (Daniel Schleiermacher)

MATERIELLES GLÜCK

M aterielle Glücksversprechen sind … immer eine flüchtige Sache. Dazu kommt, dass mit jedem Besitz die Summe an Abhängigkeiten wächst. Man muss Versicherungen abschließen, die Dinge in Ordnung halten. Und man sorgt sich vor Verlust, Zerstörung, Einbruch und Diebstahl. Aus diesem Grund darf es nicht verwundern, dass – obwohl die ganze politische Anstrengung darauf gerichtet ist – das Glück der Mittelschicht mit zunehmendem Besitz unterm Strich nicht ansteigt. Das meiste, was wir kaufen, brauchen wir nicht wirklich. Aber wenn wir uns auf das beschränken, was wir tatsächlich brauchen, bräche unser ganzer Binnenmarkt zusammen. Von Menschen, die nur vier Paar Schuhe besitzen und ein einziges Shampoo, kann unsere Wirtschaft nicht leben. Aus diesem Grund weckt sie das Verlangen nach immer neuen Dingen. Sie entfacht eine neue Gier, appelliert an unser Bedürfnis, uns als etwas Besonderes zu empfinden, oder daran, unser Umfeld beeindrucken zu wollen.

Wir leben in einer Bedarfsweckungsgesellschaft statt in einer Bedarfsdeckungsgesellschaft.

Richard David Precht

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

eZ Publish™ copyright © 1999-2012 eZ Systems AS