Geografisch, politisch und kulturell bildet die Türkei mit ihren heute etwa 70 Millionen Einwohnern eine wichtige Brücke zwischen West und Ost. Die demokratische Republik Türkei wurde 1923 von Mustafa Kemal Atatürk, ihrem ersten Präsidenten gegründet. Seine Trennung zwischen Staat und Religion ist bis heute offiziell verbindlich. Er schaffte die Scharia (die islamische Rechtsprechung) sowie viele andere Strukturen und Formen des „Islamischen Gottesstaates“ ab, die im vorangegangenen Osmanischen Reich (ca. 1300-1900 n. Chr.) gültig waren und die heute die islamischen Fundamentalisten wieder herstellen wollen.
Die Türkei strebt an, Mitglied der EU zu werden, ist allerdings durch die Konflikte mit den aufständischen Kurden und den Islamisten innerlich zerrissen. Konservative Wertvorstellungen (Stichwort Zwangsehe, Ehrenmorde), die auch und gerade in Deutschland für Schlagzeilen sorgen, stehen modernen Bestrebungen entgegen, für die etwa Yasar Kemal und Orhan Pamuk eintreten. Sie erhielten den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2006 und 2007.
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