Nach einem mutigen, intensiven und erfahrungsreichen Leben von 78 Jahren, während dessen sie über drei Jahrzehnte das Sterben und das Leben danach erforschte, ist Prof. Dr. Elisabeth Kübler-Ross im August 2004 gestorben. Ihr Leben war geprägt von der Liebe zum Nächsten und der kompromisslosen Suche nach dem Geheimnis des Todes. Die folgenden Ausführungen stellen das Potential dieser außergewöhnlichen und weltberühmten Forscherin vor einem psychologisch-astrologischen und spirituellen Hintergrund dar.
Bereits im frühen Alter hatte Elisabeth Kübler-Ross den tiefen Wunsch, Ärztin zu werden, was ihr gegen den Willen ihres Vaters auch gelang. In ihrem Radix stehen vier Planeten an den Talpunkten des Hauses, d.h. dass sie ein besonderes inneres Potential besitzt im Beraten, Helfen und Heilen. Ihre innerste Ausrichtung als Arzt war vor allem, ein gefühl- und liebevoller Mensch zu sein. Der Mond am Talpunkt in seinem Zeichen Krebs und in seinem 4. Haus, sowie Neptun vor dem Talpunkt im 6. Haus, das dem Du (Deszendenten, DC) zugewandt ist, symbolisieren Liebe und Hingabe. Ihrem inneren Gepür folgend, ging Elisabeth Kübler-Ross 1958 als junge Ärztin mit ihrem Mann von Zürich nach New York. Nach vier Jahren Aufenthalt in Amerika war es ihr bewusst, dass sie neue Wege gehen musste. In ihrem Radix (s. Abb.) bilden ausschließlich Strichfiguren ein kardinales Aspektbild, welches zusammen mit Uranus und Mars im kardinalen 1. Haus ein ständiges Nach-vorne-Streben bedingt. Die Planeten Saturn und Jupiter stehen an den Spitzen der Aspektfigur sehr exponiert und stellen Ziele im Leben dar. Saturn im Skorpion am Ende des 8. Hauses will den Stirb- und Werdeprozess ergründen und wissenschaftlich z.B. durch Erfahrungsberichte darstellen. Das ist Elisabeths höchstes Ziel.
Eine besondere Stellung nimmt Uranus ein, der an der so genannten kosmischen Spalte zwischen Widder und Fische steht. Hier ist er, der Forscher zwischen den Welten, zwischen Anfang und Ende, Leben und Sterben - die Hauptausrichtung von Elisabeth Kübler-Ross' Forschungsprojekten. Sie fühlte sich berufen, hierfür alle ihre männlichen Kräfte einzusetzen (enge Konjunktion Pluto/Sonne und spitzenscharfes Quadrat Sonne zu Mars), um Probleme in ihrem Tätigkeitsbereich in der Tiefe anzugehen und umfassende Lösungen im Umgang mit Sterbenden aufzuzeigen. Und sie hatte hierzu die absolute Kraft und einen unermesslichen Willen (exakte Konjunktion von Sonne mit Mondknoten und Mars Quadrat Mondknoten). Der Mondknoten ist ein sensitiver Punkt im Horoskop und führt immer schnell aus Schwierigkeiten heraus. Er macht den ersten Schritt und schafft damit die Möglichkeit, Probleme schnell und umfassend zu lösen, besonders unter Einbezug von transpersonalen und spirituellen Ansätzen (Pluto Konjunktion Mondknoten). Merkur steht exponiert in seinem 6. Haus nahe am Du (Deszendent, DC). Mit Neptun zusammen ist er ein einfühlender Helfer, der durch empathisches Verstehen mit besonderer Hingabe einen dienenden Weg für Heilung bereitet.
Nach ihrer Fachausbildung zum Psychiater (1960) begegnete Elisabeth Kübler-Ross 1963 in Denver dem Psychiater Dr. Sydney Morgalin, der sich mit veränderten Bewusstseinszuständen mittels Hypnose beschäftigte. Dr. Morgalin übertrug ihr bald einen Teil seiner Vorlesungen, und hierbei erkannte sie das wichtigste Thema in der Psychiatrie und überhaupt im Leben: Das Geheimnis des Sterbens.
„Der Tod ist lebenswichtig“ – sterben lernen heißt leben lernen. Im Grunde geht es dabei immer um Prozesse des Loslassens und Annehmens.
Denn nur wenn wir das Sterben begreifen, können wir leben - ein Grundsatz der modernen transpersonalen und spirituellen Psychologie. Ansonsten erleben wir Angst, Gier, Wut, Hass und Gewalt, wie uns das in vielen Bereichen unserer heutigen Welt widergespiegelt wird. Mit Linda, einem bildhübschen jungen Mädchen von 16 Jahren, das Leukämie hatte und dem Tod nahe war, beeindruckte Elisabeth Kübler-Ross in einer Vorlesung durch eine direkte persönliche Konfrontation mit dem Schicksal des todgeweihten Mädchens die Studenten. Sie erregte deren Mitgefühl, und das Hervorbrechen der tief verdrängten Gefühle entfachte bei ihnen spontan eine große innere Betroffenheit mit darauf folgender Erleichterung.
Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.