SEIN SCHICKSALS-GLÜCK SCHMIEDEN

SEIN SCHICKSALS-GLÜCK SCHMIEDEN

Entwicklungs-Chancen erkennen und Wandlungs-Widerstände überwinden

„Tagtäglich beeinflussen kosmische Kräfte unser Verhalten – das prägt, wird zum Skript: zum ins Leben Geschriebenen. In jedem Horoskop finden wir circa ein Dutzend Astroskripts. Mittels Astroskript-Analyse können krank machende Faktoren ins Bewusstsein gerufen werden, damit das Ich dazu Stellung nehmen und sein Schicksal ändern kann.“ Die erste Reaktion des Ichs ist allerdings meist die Skriptverteidigung, die heftige Weigerung, irgendetwas zu verändern. Erst wenn sie überwunden ist, wird der Weg für konstruktive Neuentscheidungen frei.

Dynamische Horoskop-Deutung

Seit inzwischen mehr als 30 Jahren befasse ich mich intensiv mit der Astrologie. In diesen drei Jahrzehnten hat sich in unserer Welt einiges gewandelt – und damit auch die Astrologie. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Auffassung bestand, ein Horoskop bezeichne einen Ist-Zustand. Und wer z. B. vier Planeten verteilt über vier Zeichen im Quadrat hatte, der wurde von den Astrologen „ans karmische Kreuz“ genagelt.

Von Seiten der New Age-Bewegung und aus den Reihen der Psychoanalytiker flossen in den 70-er Jahren Strömungen in die Astrologie ein, die dem Zeitgeist des Wassermanns entsprechen: Dem Menschen wird nun eine Entwicklung zugestanden. Das Horoskop wird nicht mehr statisch gedeutet. In den Konstellationen liegt Dynamik. Ein Mars-Saturn-Quadrat z. B. kann – immer im Rahmen der Grundqualität – zerstörerisch oder konstruktiv vom Einzelnen gelebt werden.

Ein Mars-Quadrat z. B. wurde früher nur negativ interpretiert: cholerischer Charakter, aggressiv, ungeduldig, vorlaut, taktlos, pöbelhaft, hieß es zum Beispiel. Mittlerweile ist bewusst geworden, dass jede spezifische Form von Energie (hier Mars-Quadrat) durchaus konstruktiv ausgelebt, umgesetzt und erlebt werden kann. Die entwickelte Form dieses Aspektes wird dann gedeutet mit: Tatkraft, Mut, Entschlossenheit, Direktheit, Gegenwärtigkeit und Vitalität.

Die Astroskript-Analyse

Die Aspekte sind das Herzstück des Horoskops. Über die Transitforschung erkannte ich Ende der 70-er Jahre, dass es eine Auslösungsdynamik der Aspekte gibt. Inzwischen ist erwiesen, dass nicht nur Sonne, Mond und Planeten die in der Latenz schlummernden Kräfte des Horoskops mittels Transiten „zum Sprechen bringen“ – auch Tages-AC und Tages-MC haben eine auslösende Wirkung. Tagtäglich beeinflussen so kosmische Kräfte unser Verhalten in einem stets gleich bleibenden, individuellen Rhythmus – und das prägt, wird zum Engramm, zum Skript: zum ins Leben Geschriebenen.

Das Wort „Skript“ ist aus der Psychologie bekannt; es wird in Verbindung mit der Transaktionsanalyse (Eric Berne) genannt. In Anlehnung an das „Psychoskript“, das den „kosmischen Einfluss“ nicht berücksichtigt, habe ich die Bezeichnung „Astroskript“ gewählt. In jedem Horoskop finden wir circa ein Dutzend Astroskripts. In meinem Buch „Die Astroskriptanalyse” (Astromentalis Verlag, Bern) habe ich ganz spezielle beschriebenen. Sie rekrutieren sich aus den 30º und 150º-Winkeln und ergänzen die herkömmlichen, die aus der Opposition, der Konjunktion und dem Quadrat ersichtlich sind.

Mittels Astroskriptanalyse, die für jede bis heute bekannt astrologische Methode im ergänzenden Sinne verwendet werden kann, kann die Psychoanalyse erweitert werden. Über sie können krank machende (kosmoserdbezogene) Faktoren vom Unbewussten ins Bewusstsein gerufen werden, damit das Ich dazu Stellung nehmen und sein Schicksal ändern kann.

Ein Fall von Skript-Verteidigung

Die erste Stellungnahme des Ichs ist allerdings nicht selten die Weigerung, irgendetwas an der bestehenden Situation zu verändern, und mag sie noch so unbefriedigend sein. Im Gegenteil – sie wird vehement als „nicht zu ändern“ verteidigt. Im Zusammenhang mit der Astroskriptanalyse spreche ich in diesem Fall von Skriptverteidigung. Erst wenn sie überwunden ist, wird der Weg für konstruktive Neuentscheidungen frei.

Ein Beispiel: Lisa B. aus Hamburg hat eine starke Besetzung der oberen Horoskophälfte, also die Planeten in den Häusern 7 -12 verteilt. Sie ist seit mehr als 10 Jahren mit einem Manager liiert, der verheiratet ist. Sie arbeitet in seiner Firma und ist dort der gute Geist. Wie eine Ehefrau sorgt sie dafür, dass alles zum Besten läuft, und macht, obwohl zeitlich schon sehr stark engagiert, oft auch unbezahlte Überstunden.

Die dunkelhaarige, elegante Dame ist trotz fortgeschrittenen Alters attraktiv, eine gepflegte Erscheinung mit Ausstrahlung. Als sie zu mir in die Praxis kommt, klagt sie über Mangel an Freizeit, über terminliche Überlastung und dass sie selbst zu kurz käme. Sie hatte hier zuviel (die Verpflichtungen und Aufgaben, die Arbeit) und dort zu wenig (Zuneigung, Zeit des Partners, für gemeinsame Unternehmungen.)

Kaum hatte ich die Frage gestellt, ob sie sich denn einen Partner vorstellen könne, der nur für sie da ist, so dass sie nicht mehr das fünfte Rad am Wagen wäre, antwortete sie: „Mein Freund ist wirklich eine starke Persönlichkeit, außergewöhnlich erfolgreich und in jeder Hinsicht gut für mich.“ Allein der Gedanke an die Möglichkeit kurz- oder langfristiger Veränderungen verursachte ihr Probleme.

„Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Um mein Glück zu schmieden, brauche ich ein heißes Eisen (einen Anstoß zur Veränderung) und ein Werkzeug (meinen freien Willen). Viele aber lassen das Eisen links liegen und nutzen ihre Entwickungsschancen nicht.

Ein wirksames Abwehr-Programm

Worum geht es hier? Sie wissen sicher, dass es Anti-Raketen-Raketen gibt. Die Anti-Rakete dient dem Zweck, eine Rakete abzufangen, sie zu zerstören, bevor sie ihr Ziel erreicht hat. Die Anti-Raketen-Rakete soll wieder diese abfangen, damit die Rakete nun doch das Ziel erreicht. Auch in unserer Psyche haben wir einen solchen Mechanismus eingebaut. So als ob das Schicksal sagen wollte: „Es wäre ja wirklich zu leicht, wenn in dem Moment, wo wir etwas als ungünstig erkennen, auch sofort eine Änderung erfolgen könnte.”

Das Ganze muss erst auf den Prüfstand und es muss Angriffen standhalten können. Der Weg dahin ist lang:

  1. muss erst einmal ein Thema, ein Skript aufgedeckt werden.
  2. wird das Skript nun um seine Existenz, ums Überleben kämpfen.
  3. wird die Erkenntnis als „unmöglich” verworfen oder erst einmal wieder verdrängt.

Wer Übergewicht hat und abnehmen möchte, kennt das Problem. Eine Gewichtsreduktion bedeutet weniger Fettzellen im Körper. Jede Fettzelle aber kämpft um die Existenz, schreit: „Hilfe! Man will mich eliminieren!” Und die Psyche sendet Botschaften und Vorschläge wie: „Heute ist nicht der richtige Tag zum Abnehmen, morgen geht es besser” usw.

Man muss sehr vorsichtig mit diesen Dingen umgehen. Keimt der Verdacht auf, man könnte der Fettzelle an den Kragen gehen, sorgt sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür, dass ihre Existenz gewahrt bleibt. Und so ist es auch mit dem Lebensskript. Wenn Du jemanden bedrängst, der in der Ecke steht, dann greift er an. Und das Aufdecken des Skripts ist so gewaltig, dass es sich vehement und mit allen Mitteln zur Wehr setzt. Es will überleben! Daher gilt:Erkenntnis schützt vor Torheit nicht!

Zwischen Resignation und Reform

Meistens geht alles im alten Trott weiter. Und ist das der Fall, so gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Der Betreffende resigniert und fügt sich in sein Schicksal: „Man (nicht: „ich“!) kann da nichts machen!“
  2. Die Erkenntnis wird verdrängt, und der Teil des Ichs, der eine Veränderung will, meldet sich später machtvoll über ein noch größeres Problem. Meist über die Psyche-Soma-Kommunikation: Die Psyche bildet am Körper eine Krankheit aus, oder über einen Skandal oder Crash kommt der Zwang, nun doch endlich etwas zu verändern.
  3. Der Einzelne leistet Widerstand und beginnt, eine Reform durchzusetzen. Eine Reform, die er sich hart erkämpfen muss, denn keiner klatscht Beifall – im Gegenteil. Das Umfeld spielt mit und sorgt zusätzlich für Schikanen – obwohl der Weg ohnehin schon steinig genug ist. Ein solches negatives Feedback ist aber in Wirklichkeit ein positives! Es geht nur darum, das zu erkennen, es auch auszuhalten und „Saturn zu zeigen”: Ausdauer, Widerstandskraft, Disziplin, Beharrlichkeit und Stärke.
Die Veränderung wollen

Lisa B. – das sei festzustellen – hat zu wenig Gefühl für ihren Eigenwert. Nun, mehr oder weniger kommen wir fast alle einmal in Situationen, wo wir uns unter dem „sonnenhaften” Niveau bewegen und tiefstapeln oder kuschen müssen bzw. sogar bereit sind, uns so stark zurückzustellen, dass es an Selbstabwertung grenzt. Demut zu lernen oder zu üben, hat noch keinem geschadet, aber es darf im Endeffekt kein Mensch sein, dem wir uns unterordnen – das gilt nur in Bezug auf Gott und seine Gesetze. Wird aber aus einer Phase ein großer Teil des Lebens, und vor allem: diktiert uns ein anderer Mensch unseren Rhythmus, dann ist das bedenklich.

Es gibt hier zwei Möglichkeiten:

  1. Der Betreffende bemüht sich mit aller Kraft und Ehrlichkeit, aus dieser Lage heraus zu kommen, aber es gelingt ihm nicht. Dann muss man davon ausgehen, dass tief greifende karmische Gesetzmäßigkeiten noch nicht zulassen, dass er aus dem Teufelskreis heraus kommt. Er muss tatsächlich seine Bemühungen fortsetzen und womöglich verstärken bzw. Verbündete suchen, die ihm helfen (z. B. spirituelle AstrologInnen, PsychologInnen oder – wenn er das Glück hat – den Beistand einer spirituellen Meisterin, eines Meisters.)
  2. Er hätte – zumindest theoretisch – längst aus dem ungünstigen Energiefeld von Zwang und Verzicht heraus kommen können, wenn er sich mehr bemüht hätte. Das bedingt aber, dass er nun den Kampf aufnimmt – mit dem Skript. Und auch hier schadet es nicht, sich Verbündete zu suchen.

Es gibt viele, die aber gar keine Veränderung wollen. Sie haben ganz einfach Angst vor Veränderungen. Immer kommt mir hier das Bild eines Truthahnes in den Sinn: Als einziger von vielleicht 50 gelang es ihm, den hohen Zaun seines Geheges zu überfliegen. Es war kurz vor Weihnachten, und man wusste, was die Heerschar seiner gefiederten Genossen erwartete. Er nahm aber nicht Reißaus, sondern umkreiste blind vor Angst den Maschendraht. Er wollte unbedingt wieder hinein... und damit in den Kochtopf...

Sein Glücks-Eisen schmieden

Bevor wir etwas verändern, wollen wir eine Garantie haben, dass es besser wird oder gut geht. Da sind Astrologen und Astrologinnen so eine Art Versicherung: „Schließlich hat er/ sie ja gesagt, dass nun eine gute Jupiterphase kommt und der Saturn-Aspekt schwindet.“

In den Veden steht, dass es drei Arten von Karma gibt. Im Sanchit können nur Heilige lesen: das ist der große karmische Topf oder das Großcomputer-Programm, in dem alle Eindrücke und Karmas aus unzähligen Inkarnationen gespeichert sind.

Das Pralabdha-Karma ist das, was uns für dieses Leben zugewiesen wurde. Einzelne Teile kommen aus diesem, andere aus jenem Leben. Nie wird alles chronologisch und umgehend von einer auf die andere Inkarnation übertragen. Es kann aber sein, dass aus dem letzten Leben wichtige Teile in dieses kommen. (Ich bin mir sicher, dass die Oppositionen ein Direkterbe davon sind.)

Die dritte Karma-Art ist das Kryaman-Karma: unser freier Wille! Gemäß den Veden macht dieses 2/3 des Lebens aus, das Pralabdha- Karma nur 1/3.

Jeder ist seines Glückes Schmied, heißt es. Um mein Glück zu schmieden, ist aber auch klar, dass ich ein Eisen brauche. Mein freier Wille ist das Werkzeug dazu. Viele aber lassen das Eisen links liegen. Lisa B. wollte zunächst nicht einmal ansehen, was sie da zur Verfügung hat.

Wandlungs-Chancen nutzen

In meinen Beratungen bin ich meist sehr diplomatisch, nicht-verletzend und taktvoll. Wenn es aber darum geht, einen Menschen zu etwas Besserem zu bringen, dann bin ich absolut konsequent, hart und manchmal auch unangenehm. „Sie sind ja schließlich bei mir, damit sich etwas ändert in Ihrem Leben!” sagte ich. „Der Uranus im Quadrat zur Stier-Sonne zeigt auch ganz klar an, dass es Zeit ist, gravierende Veränderungen durchzuführen. Es ist besser, Sie leben das Horoskop, als dass es Ihnen vorgelebt wird. Es ist besser, Sie handeln, als dass Ihnen keine Möglichkeit mehr gelassen wird zu handeln und sich alles noch mehr ins Negative verstärkt.”

Manche machen dann noch den „bösen Uranus- oder Saturn-Transit“ für ihre Misere verantwortlich: „Wann hört denn der Aspekt endlich auf?” Das hören wir in der Astrologie oft. Nur: in dem Moment, wo er aufhört, ist auch die Chance vorbei. Läuft wieder alles im alten Trott, dann geht es halt auch so... Statt zu sagen: „Sie müssen sich noch drei Monate gedulden“, müsste man also sagen: „Sie haben nur noch drei Monate Zeit. Nutzen Sie sie!“

Ich musste Lisa B. also einmal den Kopf waschen: „Wenn Sie die Initiative, die Sie zu mir geführt hat, nicht nutzen, wenn Sie von den „Sternen” erwarten, das sie Ihnen die Arbeit abnehmen, dann liegen Sie falsch. Es geht um Ihren Eigenwert. Sie waren nun mehr als ein Jahrzehnt bereit, als Background-Figur ihr Leben zu fristen. Es steht Ihnen natürlich frei, dieses Los auch in Zukunft zu behalten. Es ist Ihr absolut freier Wille: Kryaman. Aber es ist auch möglich, dass Sie etwas ändern.”

Lisa B. versuchte mir groß und bereit zu erklären, dass sie doch an die Firma gebunden sei. Dass ihr Freund ohne sie aufgeschmissen wäre, dass er schließlich ein toller Mann sei usw. Sie verteidigte also vehement ihre Situation und damit ihr Skript.

Vom konstruktiven Zweifel zum konstruktiven Programm

In jedem Skript ist ein mehr oder weniger starkes Sicherungskonzept integriert. Das ist nicht so einfach zu verändern. Es braucht Aufwand, Nerven und Geduld und vor allem – Willenskraft. Manchmal müssen wir durch die von Sigmund Freud so schön bezeichneten „Wiederholungszwänge” bis an die äußerste Schmerzgrenze geführt werden.

Es ist nicht meine Aufgabe, für den anderen Verantwortung zu übernehmen, ihn zu seinem Glück hin zu boxen. Aber ich habe die Aufgabe, ihn zum Nachdenken zu bringen, ihm Möglichkeiten aufzuzeigen und ihm immer wieder vorurteilslos die Hand zu bieten, wenn er wieder vorbei kommt. Und das auch, wenn er es sich meiner Meinung nach hätte einfacher machen können und einen leichteren Weg hätte einschlagen können.

Als die elegante Dame ging, stellte ich zu meiner Freude fest, dass sie ins Zweifeln gekommen war. Dass sie daran zweifelte, ob das Verharren im alten Skript nun wirklich die einzige Möglichkeit sei. Viele, die bei mir waren, haben es sich leichter gemacht, haben schneller Veränderungen erreicht. Sie war ein harter Brocken, aber ich habe das erreicht, was ich bei Beratungen als das Wichtigste ansehen: Ich habe eine Irritation ausgelöst und diese, da bin ich mir sicher, wird dazu beitragen, dass sie an ihrem Skript zweifelt und daher mit der Verteidigung dieses negativen Programmes früher oder später aufhört und so ein konstruktives an seine Stelle rücken kann.

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