Mit dem Beginn des Zeichens Jungfrau nähert sich die Sonne auf ihrem Abstieg nach Süden dem Äquator; ihre Strahlkraft nimmt deutlich ab. Die Nächte werden länger, die Tage weiterhin kürzer. Die langsam zunehmende Dunkelheit und Kälte werden spürbar. Die Pflanzen haben die Hitze und Trockenheit des Sommers überstanden. Das jetzt noch verfügbare Licht und Wasser erhalten sie am Leben, aber sie wachsen nicht mehr. Die noch verfügbaren Ressourcen werden an die Früchte und Samen weitergegeben.
Die Mutterpflanzen opfern ihren „Kindern“, so wie Mutter Erdeihren Kindern ihre Gaben schenkt. Das wussten die früheren Menschen, deren Überleben noch unmittelbar vom Segen der Ernte abhing. Beim Erntedankfest dankten sie Gott für den Segen, den er der Erde und ihren Früchten hatte zuteil werden lassen.
Während die Löwe-Phase uns mit unseren schier unendlichen Kräften und Möglichkeiten in Verbindung brachte, konfrontiert uns die Jungfrau-Phase mit Begrenzungen. Lebenskraft und körperliche Leistungsfähigkeit nehmen ab. Wir erkennen, dass wir nur eine bestimmte Menge an Energie und Zeit zur Verfügung haben und deshalb nicht alles realisierbar ist. So müssen wir lernen, mit unserer Zeit und Kraft ökonomischer umzugehen und Prioritäten zu setzen. Die Jungfrau-Phase ist die Zeit der „Midlife-Crisis“. Mit der Bewusstwerdung unserer körperlichen und zeitlichen Grenzen und der Erkenntnis, dass bald die Hälfte des Lebens orbei ist, sieht man sich kritischer. Es ist eine Phase der intensiven Selbstprüfung: Was habe ich bislang erreicht, was will ich noch verwirklichen? Der in diese Zeit fallende „2. Mondknoten“ (s. Buchtipp ) unterstützt den Prozess mit neuen karmischen Impulsen, und so kann es sein, dass wir den Beruf wechseln ...
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