Tierkreiszeichen-Häufungen in Familien weisen auf Grundthemen hin, die sich wie ein roter Faden durch mehrere Generationen ziehen können und immer wieder Probleme aufwerfen. „Es ist sehr lohnend, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen, bilden sie doch die Basis unserer Persönlichkeitsstruktur. Durch astrologisch systemische Aufstellungsarbeit kann man sich aus alten Verstrickungen lösen und frei und unabhängig – aber im Frieden mit der Familie – seinen eigenen Weg gehen.
In meiner langjährigen Praxis als psychologische Astrologin habe ich immer wieder mit Familienthemen zu tun. Besonders häufig gibt es so genannte Tierkreiszeichen-„Ballungen“ oder auch -„Nester“ in Familien. Da hat der Vater, der zu mir in die Praxis kommt, eine starke Widder-Besetzung in seinem Horoskop (Sonne im Widder, Merkur und Venus ebenfalls im Widder). Der Sohn hat nun den Aszendenten im Widder und den aufsteigenden Mondknoten ebenfalls im Widder. Sieht man ins Horoskop des Großvaters, entdeckt man den MC (Medium Coeli, die Zielrichtung im Leben) ebenfalls im Widder mit einer markanten Mars-Konstellation (entspricht dem Tierkreiszeichen Widder). Bestimmte Grundthemen ziehen sich also wie ein roter Faden durch die Generationen, in diesem Fall wäre es die starke Widder-Energie (Feuerelement). Das Thema ist hier die Energie und der Kampf (Überlebenskampf) in der Familie (s. S.17). Gleich einem genetischen Fingerabdruck werden bestimmte Konstellationen, d. h. damit verbunden spezifische Themen, quasi „vererbt“. Das kann eine gewisse Ballung und Wiederholung eines bestimmten Tierkreiszeichens sein, die Übereinstimmung bei den Hauptachsen (AC, DC, IC, MC) – dies kommt besonders häufig bei Eltern-Kind-Beziehungen, aber auch bei Paarbeziehungen vor – oder auch die Thematik, die sich über die Mondknotenachse ergibt.
Die individuelle Grundthematik zieht sich aber nicht nur durch die Familie, sondern überträgt sich auch auf das Arbeitsverhältnis, auf die Partnerschaft, auf den Umgang mit den Kindern, auf die Haltung zum Leben insgesamt. So zeigt sich eine familiäre Widder-Betonung z.B. in beruflichen Konkurrenzkämpfen und Autoritätskonflikten, in Dominanzgebaren gegenüber dem Partner, in Ungeduld gegenüber den Kindern (etwa bei einer Mars-Uranus-Verbindung) bzw. in cholerischem Verhalten Mars-Saturn-Verbindungen können z.B. unendliche Rechtsstreitereien bedeuten.
Das Grundthema bleibt also gleich, es spielt sich nur auf verschiedenen Lebensbühnen ab.
Eine Horoskopeignerin war beispielsweise sehr belastet von ihrer ganzen Familiensituation, die von einer Wassermann-Thematik geprägt war (s. S. 17). Sie fühlte sich von einzelnen Familienmitgliedern ausgeschlossen und nicht richtig anerkannt. Sie war „draußen“, währenddessen die anderen in ihren Augen „zusammengluckten“. Im Laufe der Zeit verdichtete sich dieses Gefühl immer mehr, so dass sich immer ausgeschlossener fühlte. Die Folge davon war, dass ihre Lebensfreude enorm beeinträchtigt wurde, sie unter großen Einsamkeitsgefühlen litt, sich selbst nichts mehr zutraute und immer handlungsschwächer wurde. Zudem hatte sie in dieser Zeit ständige Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich.
Durch den Aufstellungsprozess zeigte sich, dass der Vater eine erste unglückliche Liebe hatte, die nicht zur Erfüllung kam. Die Horoskopeignerin identifizierte sich mit dieser unglücklichen Liebe, um das entstandene Unrecht wieder auszugleichen. Zeigt sich das Thema mit dieser Deutlichkeit, kommt die Horoskopeignerin in das System mit hinein und das Lösungsritual beginnt.
Durch das unterstützende Ritual in der Aufstellung entsteht die Möglichkeit, sich von alten Strukturen und Mustern zu lösen, um wieder zu seiner eigenen Kraft und inneren Balance zu finden. Die Horoskopeignerin berichtete erstmals von einer großen Erleichterung, als sie erkennen konnte, dass sie fremdes Schicksal übernommen hatte. Durch das Zurückgeben der Verantwortung an ihren Vater und die Geliebte konnte sie sich aus ihrer „selbst gewählten“ Verantwortung entlassen. Sie war befreit von einer Aufgabe, die nicht ihre eigene war. Noch am gleichen Abend waren die Rückenschmerzen wie weggeblasen und sie kamen auch nicht mehr wieder. Unmittelbar nach der Aufstellung nahm sie auch beruflich etwas in Angriff, was sie schon lange hatte machen wollen. Bis dahin hatte sie jedoch nicht den Mut gehabt, den aktiven Schritt zu tun. Mit einem einmaligen Telefonanruf hatte sie sofort Erfolg und war überglücklich, dass sie damit auch einen großen Schritt auf ihrem beruflichen Weg weiterkam.
Es ist sehr lohnend, sich mit den eigenen Familienthemen auseinander zu setzen, bilden sie doch die Basis unserer Persönlichkeitsstruktur. Durch die Aufstellungsarbeit bildet sich wieder
eine neue Ordnung, die sehr heilsam ist. Das Erkennen und Verarbeiten über das Horoskop vertieft und ermöglicht neue Einsichten. So kann man sich aus alten Verstrickungen befreien und frei und unabhängig – aber im Frieden mit der Familie – seinen eigenen Weg gehen.
WIDDER steht für Kampf, Energie (Feuerenergie) und Kraft.
Er setzt sich für seine Familienmitglieder ein, wo immer er das Gefühl hat, er wird gebraucht. Für seine Sippe führt er eine Art heiligen Krieg gegen das Schicksal. Das gegenüberliegende Zeichen ist die Waage, das Thema der Liebe, der Harmonie und Balance. Der Widder muss lernen, lebbare (nicht faule) Kompromisse zu finden. Bei einem Widder-AC steht der MC im Steinbock, d.h. die Lebensaufgabe ist hier zu akzeptieren, dass er nur für sein eigenes Schicksal verantwortlich ist und kein anderes Schicksal der Sippe übernimmt. Der MC verlangt eine tiefe, wenngleich auch schmerzvolle Verbeugung. Dahinter steht das Aufgeben des Kampfes.
Oftmals tritt er in die Fußstapfen seiner Ahnen, der Tradition verbunden. Die Zugehörigkeit zur Sippe „sichert“ ihm seinen eigenen seelischen Eigenwert. Er muss lernen, die eigenen Werte neu zu definieren (unabhängig von der Sippe) und Achtung zu bewahren vor Menschen, die anders denken und handeln als er selbst.
Als Luftzeichen ist das größte Anliegen eines Zwillinge-Geborenen, in der Familie Menschen miteinander zu verbinden. Wenn die Eltern beispielsweise streiten, stellt er sich dazwischen. Durch diese Funktion bekommt er eine große Bedeutung und Wichtigkeit und verhindert dadurch gleichzeitig, dass sich die Streitenden miteinander auseinandersetzen. Er muss lernen, in aller Bescheidenheit seinen Platz in der Geschwisterreihe einzunehmen und nicht zwischen den Eltern zu stehen.
Diese Kraft wird den anderen Familienmitgliedern „unentgeltlich“ zur Verfügung gestellt. Mit diesem aufopfernden Verhalten sichert man sich seine Zugehörigkeit und Daseinsberechtigung im Familiensystem. Die Aufgabe besteht darin, sich selbst aus der Helferrolle zu entlassen und seine eigenen Bedürfnisse zu formulieren und auszudrücken.
Der/ Die selbst ernannte König/ Königin hat die Position eines Thrones in der Familie eingenommen, verbunden mit dem Gefühl, dass ohne die eigene Person überhaupt nichts voran geht in der Familie. Die Aufgabe besteht darin, einfach zur Sippe dazu zu gehören, ohne eine besondere Position einzunehmen. Dann achtet der Löwe die Tradition der Sippe, also die Großeltern und die Eltern in ihrer Größe.
Der Jungfrau Geborene ist oftmals die Kontrollinstanz in der Familie. Aus Loyalität zu ihr übernimmt er die Schuld für einen anderen Menschen, um das Böse „abzuhalten“. Dies schafft aber auch Verstrickungen. Er muss die selbst ernannte Schuld wieder zurückgeben und seinen (z.B. in Gut und Böse) trennenden Platz verlassen.
Wird jemand im Familiensystem nicht genügend gewürdigt, dann übernimmt die Waage diese Rolle, um wieder einen harmonischen Ausgleich zuschaffen. Sie vergisst jedoch dabei die eigene Person und nimmt eine fremde Identität an. Sie muss ihr Ich entwickeln und fremdes Schicksal zurückgeben.
Er zieht diese Themen magisch an, alles Bedrohliche der Familie, alles Subtile nimmt er auf sich, um das System zu reinigen. Er muss lernen, fremde Gefühle und Schicksale von sich abzugrenzen, um zu seiner eigenen tiefen Kraft zu kommen.
Ohne eine bedeutende Aufgabe fühlt er sich klein und unwichtig. Er muss Demut lernen und erkennen, dass er nicht der Größte im Universum ist, und Abschied nehmen von der geistigen Beeinflussung anderer Menschen.
Bereitwillig nimmt er die schweren Bürden des Lebens auf seine Schultern. Wo immer schwere Verantwortung in der Familie „droht“, ist er zur Stelle. Er muss lernen, die schwere Last wieder zurückzugeben, und darf sich vom Schicksal vorheriger Generationen befreien.
Indem er sich auf den Platz des Außenseiters stellt, hält er das Sippengedächtnis wach. Er fordert damit das Recht auf die Zugehörigkeit jedes Familienmitglieds ein und opfert dafür seine eigene Zugehörigkeit. Durch die Integration des Außenseiters ins Familiensystem wird er wieder frei und unabhängig und kann seine eigene Freiheit in Anspruch nehmen.
Oftmals ist der Fische-Geborene stark mit der jenseitigen Welt verbunden, z.B. mit einem verstorbenen Menschen aus der Familie. Er muss lernen, seinen Platz bei den Lebenden einzunehmen und sich den Anforderungen des realen Lebens zu stellen.