Um die Halbinsel Pilion, die bereits von Homer und später von zahlreichen Poeten gepriesen wurde, ranken sich viele Legenden. Die Götter des Olymps sollen dort ihren Sommer verbracht haben. Und Pilion war es, wo Chiron den Asklepios wie auch Helden und Halbgötter wie Jason und Achilles in die Heilkunst eingeweiht hat. Pilion, der „magische Berg der Verwandlung“, erhebt sich stolz und majestätisch aus dem klaren Wasser der Nordägäis und beeindruckt durch seine Unberührtheit und sattgrüne Natur. Dr. Jorgos Pappas gründete an diesem abgelegenen, untouristischen Platz vor mehr als einem Jahrzehnt „Iliohoos – die Schule des einfachen Lebens“. Wir sprachen in Argalasti mit dem Gründer und Lehrer für Qigong und Meditationstechniken.
Iliohoos ist keine Schule im gewöhnlichen Sinne, sondern vielmehr eine Vision, ein Projekt, das darauf abzielt, die Kunst des lebendigeren Lebens auf praktische Weise zu lehren. Das machen wir an einem Platz fernab von Lärm und Alltag, wo der Gast die Natur und sich selbst, seinen Körper, seine Bewegungen, seinen Atem und seinen Geist ungestört und mit aller Bewusstheit beobachten kann. Diese Art von Kontemplation wird mittels ganz natürlicher, systematisch geführter Übungen aus der östlichen Tradition durchgeführt. Ziel und Zweck ist es, den Fluss der Lebenskraft Qi im Körper und in der Umgebung wahrzunehmen. Wenn man diesen feinstofflichen, aber durchaus realen Fluss erfährt, kann man einen großen Schritt in Richtung Selbsterkenntnis tun. Und das kann zur Selbstheilung und Weisheit beitragen; das Leben selbst wird ganz anders geschätzt und erlebt.
Nun, vor etwa 20 Jahren habe ich meine akademische Karriere als Professor der Mathematik aufgegeben und eine Weltwanderung begonnen. Ich war auf der Suche nach einer anderen, einer erfüllenderen Lebensführung, die anders sein sollte als das konventionelle europäische Leben. Während dieser für mich sehr wertvollen Zeit bin ich meinem eigentlichen Selbst näher gekommen. Nach ungefähr 10 Jahren kehrte ich zurück nach Griechenland. Ich habe den Berg Pilion ausgewählt wegen seiner Schönheit und Energie. Hier kann ich ruhig leben und wirkungsvoll weiterüben. Es verging nicht viel Zeit, bis ich mir so dachte, dass dieser Platz doch ideal wäre, um mein Wissen auch an andere Menschen weiterzugeben. So begann 1993 die Geschichte von Iliohoos – in aller Bescheidenheit und mit ganz schlichten Mitteln, zunächst mit kleinen griechischen Gruppen.
„Selbsterkenntnis aber ist das Tor zu Weisheit und erfülltem Leben.“
Ziel von Iliohoos ist, dem Gast eine erholsame Urlaubszeit mit Gleichgesinnten zu ermöglichen und gleichzeitig etwas zu lehren und an sie weiterzugeben, was ihr Leben positiv beeinflussen kann. Wenn man nämlich den Fluss des Qi in sich und in der Umgebung zu erkennen und spüren beginnt, stellt sich meiner Erfahrung nach beinahe automatisch eine tiefere Harmonie mit sich und der Natur ein. Und alles – das ist mir sehr wichtig – soll geschehen jenseits von Theorien, Glauben und Ritualen, nur durch einfache Übungen für Körper, Atem und Geist. So übt man sich gleichzeitig in Selbstvertrauen und kreativer Disziplin.
Der Vorteil ist, dass die Teilnehmer ihren Stress und ihre Sorgen durch die Urlaubssituation besser loslassen und hier wieder richtig auftanken können. Ich bin zufrieden, wenn sie die wohltuende Wirkung der Übungen schon während des ...
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