Editorial Ausgabe April 2007

Liebe Leserinnen und Leser,

Klimawandel ist unzweifelhaft das Schlagwort der heutigen Zeit. CO²-Abgase, Hybridmotoren, Kernkraft oder erneuerbare Energien, Steuer auf Flugbenzin, Heizen mit Holz, Orkan Kyrill – kurz: es schwirrt einem der Kopf bei all dem, was man in den Medien liest und hört. Was können wir tun? Weniger Auto fahren, keine Reise mit dem Flugzeug, im Winter nur noch ein Zimmer heizen, die Glühbirne abschaffen und alle elektrischen Geräte nur noch hintereinander benutzen? Mit Sicherheit ein Weg in die richtige Richtung, aber bleiben dabei nicht viele Fragen offen?

Wir sind sogar bereit, für all das viel Geld zu bezahlen. Damit beruhigen wir zwar unser Gewissen, doch letztendlich hilft es uns nicht wirklich. Dort oben im Kopf muss es anfangen, dort muss sich etwas ändern oder anders gesagt: wir müssen unser Verhalten ändern, nicht nur in äußeren Dingen, sondern auch in der inneren Einstellung.

Ethisches Leben wird nicht nur in allen Religionen nahe gelegt, es hilft uns auch bei dem Problem der Klimaveränderung. Ethisches Leben bedeutet unter anderem, im Einklang mit der Natur zu leben, die Schöpfung in ihrer Vielfältigkeit und Einzigartigkeit zu respektieren. Das Leben auf diesem Planeten ist kein Egotrip für einzelne Arten, sondern ein Miteinander, bei dem eine jede Spezies auf die eine oder andere Spezies angewiesen ist. Auch wenn sich der Mensch als Krönung der Schöpfung bezeichnet und meint, nichts (noch nicht einmal die Zukunft seiner Kinder) mehr achten zu müssen, so gibt es dennoch eine Verpflichtung aufgrund der Tatsache, dass Gott überall auf dieser Erde, in jedem Lebewesen zu finden ist. Das Gerede über Verstand, Intelligenz, Evolution und damit einhergehende Beurteilungen über die Rangordnung der Arten in der menschlichen Bewertungsskala hat vor Gott keinen Bestand. Dort wo Gott ist, ist Ganzheit, egal bei welcher Art. Ethisches Leben heißt Leben im Einklang mit Gott. Unser Handeln muss sich an dieser Grundeinstellung ausrichten.

Die Erde gehört nicht uns Menschen, sondern wurde uns nur zur Verfügung gestellt. Was würden wir denn machen, wenn wir mit ansehen müssten, wie das, was wir aus Liebe jemandem zur Verfügung gestellt haben, falsch behandelt wird? Wir würden sofort die Sache zurückfordern oder aber Regeln aufstellen, an denen sich derjenige, der die Dinge nicht richtig gebraucht, orientieren soll. Das ist ethisches Leben.

Mit herzlichen Grüßen

Gerlinde Glöckner
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