Abhyanga - Ayurvedische Öl-Massage für zu Hause

Abhyanga - Ayurvedische Öl-Massage für zu Hause

Ayurvedische Massagen und Ölanwendungen werden immer beliebter. Am angenehmsten sind sie natürlich, wenn ein Therapeut seinen Klienten damit verwöhnt. Wer sich gern selbst etwas Gutes tun möchte, kann die Abhyanga zu Hause selbst durchführen. Wir sagen, wie und worauf zu achten ist.

Ayurvedische Massagen und Ölanwendungen werden immer beliebter. Am angenehmsten sind sie natürlich, wenn ein Therapeut seinen Klienten damit verwöhnt. Wer sich gern selbst etwas Gutes tun möchte, kann die Abhyanga zu Hause selbst durchführen. Wir sagen, wie und worauf zu achten ist.

Die wohltuenden Massagen mit warmen Ölen wirken nicht nur energetisierend, sie regen den Stoffwechsel an und beugen Krankheiten vor, da das Immunsystem gestärkt wird, helfen bei Schlaflosigkeit, Verspannungen und Durchblutungsstörungen und wirken sich positiv auf die Psyche aus.

Vorbereitung des Öls

Kaltgepresstes Sesamöl eignet sich für alle drei Dosha-Typen (Vata, Pitta, Kapha). Es kurbelt den Stoffwechsel an und wirkt wärmend, dabei dringt es besonders gut in die Haut ein. Vor der ersten Anwendung sollte es einmal gereift werden. Dazu wird das Öl auf kleiner Flamme langsam bis auf 100 Grad Celsius erhitzt. Zum Test kann man einen Tropfen Wasser mit in den in Topf geben. Siedet das Öl, zerplatzt der Tropfen mit einem Plopp. Achtung! Pflanzenöle sind leicht entflammbar, also immer beim Herd bleiben. Einmal gereift, kann das Öl ohne Wiederholung der Prozedur aufgebraucht werden. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann sich im Fachhandel spezielle ayurvedische Haar-, Gesichts- und Körperöle besorgen. Sorgen Sie für eine angenehme Raumtemperatur. Zum Einölen empfiehlt es sich, ein Handtuch als Unterlage zu nehmen. Dann können Sie 15 bis 30 ml des gereiften Sesamöls in einem Wasserbad erwärmen.

Der passende Zeitpunkt

Die Abhyanga-Anwendungen lassen sich zu jeder Tageszeit durchführen. Allerdings rät Dr. Karin Pirc, den Vormittag vor dem Duschen oder Baden zu wählen, weil man sich so hervorragend auf den Tag vorbereiten kann. „Sie sollten nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit ölen“, schränkt sie ein, „da sich dann die Aktivität der Zellen und Organe bereits reduziert und die durch das Ölen gelösten Giftstoffe durch die feinen Körperkanälchen nicht mehr abtransportiert werden können.“ Ähnlich verhält es sich in den ersten drei Tagen der Menstruation und während einer Erkrankung. Heilpraktikerin Erika Diehl und Co-Autorin Edith Kiel empfehlen tägliches Ölen bei trockener und sensibler Vata-Haut. Die empfindliche Pitta-Haut sollte nur zwei- bis dreimal pro Woche mit einem kühlenden Öl (zum Beispiel Kokosöl) behandelt werden. Wer von Natur aus eine geschmeidige Kapha-Haut hat, kann auf das Einölen sogar weitgehend verzichten. Hin und wieder eine Abhyanga mit einem wärmenden Öl tut aber auch diesem Hauttyp gut.

Streichen und Kreisen

Die Öl-Massage beginnt immer am Kopf und arbeitet sich dann langsam nach unten bis zu den Füßen vor. Zunächst das warme Öl langsam über den ganzen Körper verteilen. Dann kann es mit der Massage losgehen. Dabei streicht man langsam über die langen Knochen- und Körperpartien An den Gelenken arbeitet man mit kreisenden Bewegungen. Dabei gilt die Faustregel: Streichungen im Uhrzeigersinn wirken beruhigend und ausgleichend, gegen den Uhrzeigersinn anregend. Streicht man in Wuchsrichtung der Körperbehaarung, wirkt dies entspannend und gleicht ein unruhiges Vata aus. Streichungen gegen die Wuchsrichtung aktivieren den Stoffwechsel, regen Pitta an und bauen träges, überschüssiges Kapha ab.

Von Kopf bis Fuß

Kopf: Erika Diehl und Edith Kiel empfehlen folgende Technik (ausführliche Anleitung: siehe Buchtipps): Mit beiden Händen mehrfach von der Stirn aus über den Kopf nach hinten streichen, dann die gleiche Bewegung in umgekehrter Richtung mehrfach wiederholen, um noch einmal mehrmals wieder von vorn nach hinten zu streichen. Danach in die Haare fassen und sie sanft nach oben ziehen. Mit den Fingerkuppen kreisende Bewegungen auf der Kopfhaut ausführen und zum Abschluss noch einmal die Haare sanft nach oben ziehen.

Beide Hände flach auf die Stirn legen und dann zu den Schläfen hin ausstreichen. Auf Schläfen und Wangen mehrfach Kreisbewegungen ausführen. Abwechselnd mit beiden Handflächen vom Haaransatz zur Nasenspitze streichen.

Nacken, Schulter, Arme und Finger: Mit der rechten Hand mehrmals von der linken Schulter hoch zum Kopfansatz und wieder zurück streichen. Auf der anderen Seite wiederholen. Danach die Schultern kreisen lassen. Die Massage der Arme beginnt immer an der Schulter und arbeitet sich dann in streichenden und kreisenden Bewegungen bis zu den Händen vor. Mit den Daumen können Sie in den Handflächen und auf dem Handrücken kreisende Bewegungen ausführen. Jeden Finger danach einzeln von der Wurzel bis zu den Spitzen ausstreichen, bei Bedarf auch einzeln kreisend massieren.

Brustkorb, Bauch, Rücken, Gesäß: Den Brustbereich mit kreisenden Bewegungen massieren, Am Brustbein mehrmals auf und ab streichen. Am Rippenbogen mit den Streichungen seitlich beginnen bis zur Mitte und wieder zurück. Den Bauch mit aufeinander liegenden Händen kreisend und mit leichtem Druck von rechts beginnend massieren. Den Rücken auf- und abstreichend massieren, Gesäß und Hüften hingegen mit kreisenden Bewegungen.

Beine und Füße: Hüfte, Knie- und Fußgelenke sowie Ferse und Zehen kreisend massieren, Ober-, Unterschenkel, Waden und Fußrücken von oben nach unten streichen. Fußsohlen kräftig kneten, Zehenzwischenräume zupfen.

Abschluss

Den ganzen Körper dreimal von oben nach unten ausstreichen. Das Öl sollte 10 bis 20 Minuten einziehen. Halten Sie sich dabei warm, wickeln Sie sich ein Frotteehandtuch um den Kopf. Bademantel oder Hausanzug sollten aus dem gleichen Material oder aus reiner Baumwolle sein. Danach empfiehlt sich eine warme (keine heiße) Dusche oder ein Bad. Öl lässt sich leichter aus den Haaren entfernen, wenn Sie vorher ein mildes Shampoo (z.B. Baby-Shampoo oder pH-neutrale Waschlotion) darin verteilen, damit das Öl gebunden wird. Im Handel ist außerdem ein spezielles ayurvedisches Körperpulver erhältlich, mit dem sich überschüssiges Öl vom Körper entfernen lässt, ohne die Haut auszutrocknen.

Tipps

Ein Siebchen, das man auf den Wannenabfluss legen kann, fängt nicht nur Haare, sondern auch Fett auf. Wenn das Wasser abgelaufen ist, die Wanne mit einem kräftigen, heißen Brausestrahl abduschen und eine Minute lang heißes Wasser in den Abfluss nachlaufen lassen. Idealerweise kann man ein bis zwei Tropfen Geschirrspülmittel dazugeben. Letzteres empfiehlt sich auch zur Behandlung vor der Wäsche, wenn Öl an der Kleidung haften geblieben ist.

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