Beerenblätter und Zaubernuss: Heilkräuter für Frauen

Beerenblätter und Zaubernuss: Heilkräuter für Frauen

Gegen alles ist ein Kräutlein gewachsen, behaupteten nicht nur mittelalterliche Mönche. Altes Pflanzenwissen ist heutzutage wieder ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt. Besonders Frauen entdecken die natürliche Hilfe bei kleinen und größeren Beschwerden neu. Tees, Bäder und Tinkturen lindern nicht nur Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden, sie bringen außerdem Hormone in Schwung, stärken das Bindegewebe oder halten Viren in Schach.

Das Wissen um die Heilkraft der Kräuter wird seit der Antike gehütet und weitergegeben. Dabei ist es sogar noch weit älter: Archäologen konnten nachweisen, dass bereits die Neandertaler und frühe Kulturen Pflanzen einsetzen, um Wunden zu verschließen oder Blutungen zu stillen. Man fand sie als Grabbeigaben. Lange verdrängte die moderne Schulmedizin die Kräuterkunde aus dem öffentlichen Bewusstsein. Ärztinnen wie Heide Fischer oder Helga Eisele wollen das ändern, indem sie besonders Frauen wieder an die Pflanzenkunde heranführen. Denn die Inhaltsstoffe von Ackerschachtelhalm, Gänsefingerkraut und Co bieten sich als natürliches Heilmittel geradezu an.

Sieben Kräuter

„Das Wunderbare an der Behandlung mit Heilpflanzen ist, dass sie die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen, ihn an seine Fähigkeit erinnern, ein Gleichgewicht wieder herzustellen“, begeistert sich Heide Fischer. Die Ärztin und Gründerin eines der ersten Frauengesundheitszentren in Heidelberg warnt jedoch vor einer leichtfertigen Selbstanwendung: „Die Behandlung mit Heilpflanzen gehört grundsätzlich in die Hände erfahrener Behandlerinnen, die eine Teemischung nach einem Monat überprüfen und hören, was geholfen hat, wo Besserung eingetreten ist und wo es noch weiterer Impulse bedarf.“ Die Medizinerin weist außerdem darauf hin, dass eine Teemischung „nie mehr als sieben Bestandteile“ enthalten sollte, „die sich sinnvoll ergänzen.“

Kleines Lexikon der Frauenheilkräuter

Gesundheitsbewusste setzen auf die natürliche Medizin und greifen gern erst einmal zu Kräutern, bevor sie den Körper mit Chemie voll pumpen. Besonders Frauen, die um Nebenwirkungen von gern verschriebenen Hormonpräparaten wissen, fühlen sich mit der sanfteren Möglichkeit, Beschwerden während der Menstruation oder den Wechseljahren zu lindern, wohler. Das nachstehende kleine Lexikon listet einige der Pflanzen auf, die in der Frauenheilkunde häufig eingesetzt werden.

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