Alles im Leben ist Rhythmen unterworfen. Der menschliche Körper macht da keine Ausnahme. Dass unser Herz in einem bestimmten Takt schlägt und auch der Atem eine bestimmte Frequenz hat, ist hinlänglich bekannt. In Ruhephasen schlägt das Herz zwischen 60- und 80-mal in der Minute und wir atmen 15- bis 20-mal ein und aus. Es gibt noch einen weiteren Rhythmus in unserem Körper, den wir nicht wahrnehmen: der craniosacrale Rhythmus. Gehirnflüssigkeit (Liquor oder auch Cerebrospinalflüssigkeit genannt) und Rückenmarksflüssigkeit sowie alle Membrane, die Gehirn und Rückenmark umhüllen, bewegen sich in einem zyklischen Rhythmus ebenso wie die Schädelknochen 5- bis 12-mal in der Minute. Dabei ziehen sie sich zusammen und dehnen sich wieder aus, ähnlich wie bei Ebbe und Flut. Doch im Gegensatz zur Atem und Herzfrequenz verläuft der craniosacrale Rhythmus homöostatisch, das heißt, er verändert sich auch beispielsweise bei körperlicher Anstrengung und Aufregung nicht.
Der Schädel ist kein starres unbewegliches Knochengebilde. Davon war der amerikanische Arzt und Osteopath William Garner Sutherland (1873 – 1954) schon Anfang des vorigen Jahrhunderts überzeugt. Im Selbstversuch untermauerte er diese These, indem er seine Schädelknochen fixierte und dabei gravierende physische und psychische Veränderungen feststellen konnte. Sutherland wies nach, dass der menschliche Schädel aus einem dynamischen Plattensystem besteht, das sich in einem harmonischen Zustand zyklisch ausdehnt und zusammenzieht. Seine Entdeckung und Forschungen gerieten jedoch erst einmal in Vergessenheit.
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