Mit Oliven verbinden wir Sommer, Sonne und mediterranes Flair. In den letzten Jahren wird die vielseitige Wirkweise der Frucht, ihres Öls und der Blätter des Ölbaums wieder entdeckt.
Die Geschichte des Ölbaums ist lang. Erstmals kultiviert wurde er vor 6000 Jahren. Die Ägypter mumifizierten ihre Toten mit Olivenöl. Man nimmt an, dass die Phönizier den Baum von Kleinasien nach Europa brachten, wo die Griechen das Fällen des wertvollen Gewächses unter Androhung der Todesstrafe verboten. Denn sie erkannten die heilsame Wirkung des aus deren Früchten gewonnenen Öls. Sie nutzten es zur Verfeinerung ihrer Speisen ebenso wie als Schmier- und Lampenöl, zur Körperpflege und als Arznei. Bedingt durch die klimatischen Bedingungen, die der Ölbaum für sein Wachstum braucht, blieb das Wissen um die Verwendung seiner Früchte und Öle zunächst auf den Mittelmeerraum beschränkt.
Hildegard von Bingen waren sie bekannt. Sie empfahl bei Magenbeschwerden und Verdauungsstörungen einen Tee aus Olivenblättern. Eine Zeit lang geriet der Ölbaum fast in Vergessenheit. Erst vor rund 500 Jahren wurde er wieder kultiviert.
Obwohl die spanische Armee im spanisch- französischen Krieg erfolgreich ihre Soldaten mit einem Tee aus Olivenblättern behandelte, wenn sie fieberten oder Wundbrand hatten, und die Briten in ihren Kolonien den gleichen Tee wirksam gegen Malaria einsetzten, begann die wissenschaftliche Forschung erst vor etwa 50 Jahren mit der genauen Untersuchung der vielfältigen Wirkweisen und Einsatzmöglichkeiten des Olivenöls und des Olivenblatt-Extraktes.
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