Rüde Kasper mag es gern frisch. - Foto: Susanne Reinerth
Im Mai 2009 lädt der Verband Deutscher Hundezüchter (VDH) zur Eurasierzuchtschau in die Westfalenhallen Dortmund ein. Zwei der fünf Messehallen bieten vor allem Hundefutter an. Das Sortiment an den einzelnen Ständen ist kaum überschaubar. Vorbei die Zeiten, in denen es zwei oder drei Markenprodukte gab und der Verbraucher wählen konnte zwischen einem Fertiggemisch aus der Dose oder einer trockenen Variante in der Tüte. Die Industrie hat sich längst spezialisiert. Vom Welpen- bis zum Seniorenalter bleibt kein Wunsch unerfüllt, ob es nun das Premiumangebot für den sportlich aktiven Hund ist, das Lightprodukt für Figurbewusste oder spezielle Zusammenstellungen für Allergiker oder Hunde mit chronischen Erkrankungen. Im Bereich Katzennahrung sieht es ähnlich aus.
Glaubt man dem Packungsaufdruck, ist nur Gutes im Futter enthalten. Selbstverständlich sind alle Zutaten genauestens aufeinander abgestimmt. Ein Blick aufs Kleingedruckte lässt den Verbraucher staunen und zweifeln, was so alles noch an Zusatzstoffen offenbar nötig ist, dass Bello und Mieze ausgewogen ernährt werden können.
Von Krise ist im Bereich der Futtermittelindustrie nichts zu spüren. „Beim Tierfutter gibt es noch grandiose Wachstumsraten und beeindruckende Erfolgsgeschichten“, schreibt der streitbare Journalist Hans-Ulrich Grimm in seinem Schwarzbuch Tierfutter. 2004 lebten bereits 4,1 Millionen Hunde und 7,5 Millionen Katzen in deutschen Haushalten, Tendenz steigend, führt er weiter aus. Die Futterumsätze liegen weltweit jährlich bei 25 Milliarden Dollar.
Wie beim Menschen haben die chronischen und psychischen Krankheiten bei Haustieren zugenommen.
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