In früheren Zeiten, als noch keine chemischen Medikamente zur Verfügung standen, wurden Gewürze als Heilmittel verwendet. Heute, wo die phantastischen Möglichkeiten, aber auch die zum Teil fatalen Nebenwirkungen von „Chemie“ bekannt sind, kommt man auf das Bewährte zurück. Die Effekte von Gewürzen werden mit neuesten naturwissenschaftlichen Methoden unter die Lupe genommen, und über die Resultate ist dauernd zu hören und zu lesen, nicht nur in der Fachliteratur.
So widmete das TIME Magazine vom 26. Juni 2007 dem Thema „We are what we eat“ (Wir sind, was wir essen) eine Titelgeschichte. In einem Teilbeitrag ging es beispielsweise um die vielfältigen und faszinierenden Heilkräfte von Chili, der zu den am besten erforschten Gewürzen gehört.
Chili ist im Prinzip das Gleiche wie Cayenne(pfeffer) und Paprika, sogar die milde Gemüsepaprika. (Mit Pfeffer besteht keine botanische Verwandtschaft.) Die Pflanzengattung trägt den lateinischen Namen Capsicum. Sie hat ihren Ursprung in Südamerika, wo sie von Indios seit Urzeiten als Heilpflanze verwendet wird. Form, Farbe, Größe und Schärfegrad der Früchte, die streng genommen Beeren sind, weisen eine riesige Bandbreite auf. Einige davon eignen sich besonders dafür, getrocknet und zu Pulver vermahlen zu werden. Sie kommen dann als Cayenne, Chili oder Paprikapulver auf den Markt.
Chili unterstützt und stimuliert die medizinische Wirkung anderer Gewürze. Er beugt Migräne vor und stärkt Herz, Kreislauf und die sexuelle Kraft.
Nach Kolumbus‘ erster Reise in den Westen, die übrigens dadurch motiviert gewesen war, dass Spanien auf einfachere und preiswertere Art als bisher an Spezereien aus den Tropen gelangen wollte, verbreitete man Capsicum überall auf der Erde. In Indien, das ja eigentlich für ganz andere Gewürze berühmt ist, wird Chili/Cayenne heute in gigantischen Mengen angebaut und verwendet. Eine Eigenschaft ist, dass er die medizinische Wirkung anderer Gewürze unterstützt und stimuliert. Daher nimmt er sich bestens in Mixturen aus: „Masala“,
„Currymischungen“ usw. Die Wirkung ist unter anderem desinfizierend, daher werden durch den Verzehr Gefahren von unsauberem Essen weitgehend ausgeschaltet.
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