Gesunde Begleiter durch den Winter - Ingwer, Honig und Zimt

Gesunde Begleiter durch den Winter - Ingwer, Honig und Zimt

Seit Jahrtausenden ist die heilende, stärkende, reinigende und immunisierende Wirkung von ­Ingwer, Zimt und Honig bekannt. Besonders in der kalten Jahreszeit sind die drei beliebt als Zutaten für süße und pikante Leckereien. Auch als Schönheitsgeheimnis genießen sie eine lange Tradition. Wir stellen die drei vielseitigen Gewürze vor.

So vielfältig die Sorten von Ingwer, Zimt und Honig sind, so vielseitig sind Verwendbarkeit und Wirkung in Küche, Kosmetik und als Heilmittel. Schon im dritten Jahrtausend vor Christus war in China und Indien die das Immunsystem stärkende Wirkung des Ingwer bekannt, wie alte Quellen belegen. Die Wurzel enthält zahlreiche Nährstoffe, darunter ein sehr hoher Calciumgehalt (ca. 97 mg auf 100 g), Eisen, Kalium, Magnesium und Natrium, aber auch Vitamine (vor allem der A- und B-Gruppe), Eiweiß und Mineralstoffe. Je nach Herkunft des Ingwer schwanken die Anteile jedoch erheblich.

Auf eine ähnlich lange Geschichte kann der Zimt verweisen. Auch hier waren es die Chinesen die vor rund 5000 Jahren mit Zimt würzten und ihn zur Heilung verwendeten. Obwohl es weltweit rund 150 Zimtgewächse gibt, spielen als Handelsware nur drei Sorten eine wirklich wichtige Rolle. In den USA findet man hauptsächlich den chinesischen Kassiazimt. In Europa hingegen sind der indonesische Padangzimt sowie der aus Sri Lanka importierte Ceylonzimt verbreitet.

Das Angebot an Honigsorten hingegen ist so zahlreich, wie die Blüten, die von Bienen angeflogen werden. Was wenige wissen, Honig ist noch lange nicht gleich Honig. Abgesehen von Geschmack, Aussehen und Konsistenz, ist es nicht unerheblich, welche Sorte man verwendet, wenn es um die Heilkraft geht.

Heilwirkung des Ingwer

Übersichtlicher sind da schon die Ingwer-Sorten, von denen es neun verschiedene gibt, die in Australien, Afrika, Südostasien und auf den Fidschi-Inseln beheimatet sind. Sie unterscheiden sich im Aussehen und Geschmack. Eine frische Knolle sollte man am besten in einer Tupperdose aufbewahren, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Der Handel bietet außerdem Ingwerpulver, -tinktur, -tee oder Ingwerkapseln an.

Viele der im Ingwer enthaltenen Stoffe wirken schmerzlindernd, schleimlösend, antibakteriell, entzündungshemmend und fiebersenkend. Weshalb sich die Anwendung bei Infekten der Atemwege und Erkältungen besonders bewährt hat. Beispielsweise als Tee, Umschlag oder als Bad.

Die Wurzel kann aber noch viel mehr. Sie wirkt anregend und stimulierend. In der Küche schätzt man sie deshalb wegen ihrer Magenfreundlichkeit. Sie fördert die Verdauung und – das wird alle freuen, die auf ihr Cholesterin achten müssen – reguliert den Blutzuckerspiegel und senkt das Cholesterin. Allerdings auch den Blutdruck, deshalb sollten diejenigen, die mit niedrigem Blutdruck zu tun haben, Ingwer nur in Maßen genießen. In Großbritannien ist die Knolle sehr beliebt als Zutat für Marmeladen, Plätzchen oder in Limonade (Ginger Ale).

Ein Tropfen Ingweröl oder eine Scheibe frischer Ingwer im Sommer in eine Schale mit Wasser oder eine Duftlampe gegeben, hält die Insekten fern.

Vielseitiger Zimt

In der Adventszeit ist Zimt wieder in aller Munde. Ähnlich wie der Ingwer ist Zimt weit mehr als nur ein Gewürz, das Speisen, Tee, Kaffee oder heißer Schokolade die entscheidende Note verleiht. Vielmehr ist er als Heilmittel vielseitig einsetzbar.

Zimtrindenöl beispielsweise wirkt antibakteriell und wird gern gegen Viren, Parasiten oder Pilzbefall eingesetzt. Zur Linderung von Erkältungskrankheiten, bei Schüttelfrost und grippalen Infekten hat sich Zimtrindenöl bewährt. Ebenso wie bei Infekten.

Zimtblätteröl ist das einzige, das direkt auf der Haut angewendet werden sollte und sehr wirksam bei Entzündungen im Nasen- und Rachenraum oder bei Bronchitis ist. Als Mundspülung wirkt es antibakteriell, lässt Entzündungen der Mundschleimhaut abklingen und bringt einen guten Atem. Bei leichten Zahnschmerzen kann man ein oder zwei Tropfen des Öls auf einen Wattepad geben und die entsprechende Stelle damit betupfen.

Schön mit Zimt

Wer hat nicht gern eine zartweiche Haut? Irene Dalichow empfiehlt ein Massageöl selbst herzustellen (siehe Buchtipps): Je 1 Tropfen Zimtblatt- und Nelkenöl, 3 Tropfen Lavendelöl, 4 Tropfen Mandarinenöl mit 50 ml Macadamianussöl vermischen und sanft einmassieren. Und noch ein Tipp für die Jahreszeit von der Expertin: Ein bis zwei Tropfen Zimtblätteröl in eine gute Körperlotion oder ins Wannenbad geben, wärmt den Körper nach einem Spaziergang durch kaltes Winterwetter schön durch.

Honig in der Hausapotheke

Der dritte im Bunde der beliebten Helfer, ist der Honig. Er gilt als altes Hausmittel bei Halsschmerzen. Ein Löffel Honig in heißer Milch lindert den Hustenreiz. Aber der Nektar kann weit mehr und gehört in jede Hausapotheke. Die große Blütenauswahl sorgt für eine breite Auswahl von Honigsorten, die aufgrund ihrer Bestandteile unterschiedlich wirken. Grundsätzlich kann man jeden Honig in heißer Milch versenken und bei Bronchitis in kleinen Schlucken trinken. Besonders bewährt haben sich jedoch diese Sorten: Akazienhonig (Husten, Erkältung), Kleehonig (fiebriger Infekt, Schnupfen, Grippe), Lindenblütenhonig stärkt die Abwehrkräfte, Thymianhonig (Halsschmerzen und Heiserkeit), Tannenhonig (Bronchitis, Schleimbildung in den Atemwegen).

Tausendsassa Honig

Als erste Hilfe bei Verbrennungen lässt sich Honig gut auf die entsprechenden Stellen auftragen. Er kühlt und desinfiziert. Bei müden Augen empfiehlt Detlef Mix (siehe Buchtipps) Augentrost-Pads: 250 ml Wasser aufkochen lassen, ½ TL Augentrostkraut (alternativ Kamille oder Fenchel) hinzugeben und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Danach durch einen Kaffeefilter gießen. Die Flüssigkeit auf 40°C herunterkühlen lassen und 1 EL Honig (z. B. Akazienhonig) unterrühren. Wattepads in die Flüssigkeit tunken und 15 Minuten auf die geschlossenen Augen legen.

Täglich ein Esslöffel Honig in einem Glas warmen Wasser hat eine sehr positive Wirkung auf die Nieren, die im Ayurveda schon lange bekannt ist. Zum einen da er harntreibend wirkt, zum anderen enthält er den Wirkstoff Arbutin und der wirkt desinfizierend auf den Harntrakt. Allen, die regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden, empfiehlt Detlef Mix regelmäßig Lavendel-, Lindenblüten-, Thymianoder Melissenhonig zu naschen oder den Honig in einen abkühlenden Tee aus den entsprechenden Kräutern zu rühren. Bei Durchfall einen geschälten Apfel reiben und mit einem TL Honig mischen. Der Apfel ist wie ein Pfropf, während der Honig entzündungshemmend und antibakteriell auf den gereizten Darm wirkt.

Zimt, Honig und Ingwer im Haushalt können eine große Hilfe bei manchem Wehwehchen sein, und ganz nebenbei schmecken die auch noch richtig gut.

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