Klangsteine – das Gedächtnis der Erde

Klangsteine – das Gedächtnis der Erde

Kann man mit Steinen Musik machen? Man kann! Klaus Feßmann, Professor für elementare Kompositionen in Salzburg, bearbeitet Mineralien so, dass ihr Klang hörbar wird. Seit rund 20 Jahren beschäftigt sich Klaus Feßmann nun mit diesem Phänomen und fand Erstaunliches über Resonanzen und Wirkweisen der Klangsteine heraus, wie er im nachfolgenden Gespräch verdeutlicht.

Wie würden Sie den Klang jemandem beschreiben,der das noch nie gehört hat?

Man kann es nur schwer beschreiben. In meinem Buch habe ich versucht, diese Aufgabe so zu bewältigen, dass ich den Leser langsam dorthin führe. Ich habe wirklich Monate dazu gebraucht, bis ich eine Sprache und Begriffe dafür gefunden habe. Es sind viele unterbewusste Vorgänge, die mit dem Phänomen Stein zu tun haben. Wenn Sie sich eine CD anhören, dann haben Sie für die Instrumente, die Sie da hören, ein Bild im Kopf. Wenn Sie eine E-Gitarre hören, dann sehen Sie vor Ihrem inneren Auge immer auch dieses Instrument, beim Klavier ist es ebenso und auch beim Gesang. Wenn Sie aber nun die Begleit-CD zum Buch hören, dann sind da Töne, von denen Sie definitiv nicht wissen, woher sie kommen. Es fehlt noch das Bild dazu. Ich habe in meinem Leben schon sehr viele verschiedene Musikarten ausprobiert. Ich habe viel experimentell gearbeitet, habe Folk und Jazz gespielt. Das heißt, ich habe Erfahrungen in einem breiten Spektrum. Wenn wir mit dem Klangstein-Ensemble auftreten, erleben wir immer etwas, das wir nie mit anderer Musik erleben. Und zwar, dass die Menschen nach dem Konzert nicht nach hinten raus gehen, sondern alle nach vorne zu uns kommen. Dieses „Es kann irgendwie nicht sein, was die da tun“ (lacht) ist ein Phänomen, und dann diese ungeheure Berührtheit! Wenn jemand neben mir steht und ich den Stein spiele, geraten wir oft in eine intensive Gesprächssituation und kommen ganz schnell zu wesentlichen Punkten, wie ich es überhaupt noch nie zuvor erfahren habe. Wenn ich einen Klavierabend gegeben habe, geht man danach in die Garderobe und zieht sich um, und wenn man wieder herauskommt, ist niemand mehr da.

Gibt es Erkenntnisse über die Heilwirkungen der Klangsteine?

Da sind wir bereits dran. Schon sehr früh traten Effekte auf. Leute kamen zu uns und erzählten, wie diese Musik auf sie wirkt. Wir haben nebenher auch ein wenig experimentiert. Ich erinnere mich an den Besuch eines Architekten, der plötzlich so schwere Rückenschmerzen hatte, dass er nicht mehr vom Stuhl hochkam. Ich bin kein Mediziner oder Heiler, aber ich habe dann Spaßes halber gesagt: „Setz dich mal vor den Stein, das kriegen wir sicher wieder hin.“ (lacht)

Steine sind mehr als nur leblose Materie. Im Stein klingt das Gedächtnis der Erde und des Menschen wider – wir müssen nur lernen, sie zu hören.

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
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