„Dann träufelte Helena in das Glas, von dem sie Wein tranken, den magischen Saft, der die Schmerzen stillt und alles Böse vergessen lässt“, berichtet die Odyssee Homers. Man sagt, Helena habe ihr medizinisches Wissen von einem Ägypter namens Polydamna erhalten. In diesem Zusammenhang ist von dem „ersten Erbe des alten Memphis“ (der antiken Hauptstadt Ägyptens) die Rede. Ptolemäus, ein General Alexanders des Großen, gründete im Jahr 331 v. Chr. die Stadt Alexandria, die schnell zur Hauptstadt seines Reiches gemacht wurde. Alexandria entwickelte sich zur Stadt der Philosophen, Wissenschaftler und Ärzte. Dort wurde Wissen ausgetauscht, niedergeschrieben, weitergegeben, und es entstand mit mehr als 700.000 Manuskripten die damals größte Bibliothek der Welt. Gleichzeitig erblühten in der damaligen Zeit zwei medizinische Schulen. Zuerst die Schule Knidos und wenig später die Schule von Kos, dem Geburtsort von Hippokrates (460-377 v. Chr.).Von Hippokrates übernahm der berühmte griechische Arzt Galenus von Pergamon (130-200 n. Chr.) die Viersäftelehre. Darin geht es um die Wechselwirkung zwischen den vier Elementen, den vier Körpersäften und den menschlichen Temperamenten oder Gemütstypen. Ziel ist es, die einzelnen Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) im Gleichgewicht zu erhalten und so Krankheiten zu vermeiden. Ähnlich wie im Ayurveda werden hier ...
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