NEUES aus der ETHNOMEDIZIN – ASIATISCHE NATURHEILKUNDE

NEUES aus der ETHNOMEDIZIN – ASIATISCHE NATURHEILKUNDE

Asiens Naturapotheke hat zwei Mittel im Sortiment, die echte Allrounder sind. Im Himalajagebiet wird eine Substanz abgebaut, die seit Generationen von den Menschen geschätzt wird und vielfach Verwendung findet: Mumijo. Und in der Traditionellen Tibetischen Medizin bietet Padma 28 breite Anwendungsmöglichkeiten. Wir stellen hier beide vor.

Die Bewohner der Himalajaregion Zentralasiens nennen es „Schwarzes Gold“. Gemeint ist eine natürliche Substanz, die den Namen Mumijo bekam. Ein Mittel, das wohl zu den interessantesten zählt, die in der Ethnomedizin bekannt sind. Hat es doch eine sehr vielfältige Wirkung, die fundiert wissenschaftlich bewiesen werden konnte. In ihm sind sowohl schützende als auch vitalisierende Wirkstoffe enthalten, die unsere Gesundheit stabilisieren und erhalten sowie einen unterstützenden Anteil zur Bekämpfung so genannter „Zivilisationskrankheiten“ haben können. Die über 80 verschiedenen Inhaltsstoffe sind in ihrer Quantität medizinisch irrelevant, ihre Synergien sind das Geheimnis von Mumijo. Mumijo ist hierzulande als Nahrungsergänzung eingestuft, nicht als Arzneimittel.

Lange Heiltradition

Der Pharmakologe Dr. Wolfgang Windmann war so fasziniert von Mumijo, dass er sich in abgelegene Regionen Asiens aufmachte, um mehr über Entstehung und Gewinnung des Naturmittels zu erfahren. Dabei stellte er fest, dass Mumijo schon zur Zeit Alexanders des Großen bekannt war. Einer Legende aus Kyrgyzstan zufolge soll ein Khan mit seinem Gefolge auf Jagd gegangen sein. Dabei wurde eine Gazelle verwundet, die davon lief. Die Jäger folgten ihrer Fährte und sahen, wie das Tier sich an einem schwarzbraunen Stein die Wunde rieb. Zwischendurch beleckte die Gazelle die Verletzung und erholte sich dabei zusehends. Der Khan ließ den Stein von seinen Ärzten untersuchen und es heißt, dass sie damit viele Krankheiten heilen konnten.

Im 12. und 13. Jahrhundert beschrieben persische Ärzte die positive Wirkung von Mumijo auf das Herz-Kreislauf- und das Nervensystem sowie bei der Behandlung von Magenund Darmerkrankungen. Im 17. Jahrhundert wurde das Naturprodukt erstmals auch in deutschen Schriften erwähnt, und seit den 1930er Jahren gibt es hierzulande auch wissenschaftliche Abhandlungen darüber.

Vorkommen und Eigenschaften

Die Hauptfundstätten des „Schwarzen Goldes“ liegen in den Ausläufern des Himalaja, des Altai Gebirges und in den Bergen Kirgistans. Zwar kann man laut Dr. Windmann noch keine genauen Angaben über den „exakten Entstehungsprozess“ von Mumijo machen; gesichert ist jedoch, dass alle Fundstätten langer und intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, die Luft sehr sauber ist und sie offenbar auch eine bestimmte Pflanzen- und Tierwelt aufweisen. Die ersten Vorkommen konnten in einer Höhe von 1000 Metern über dem Meeresspiegel verzeichnet werden. In Tibet hat man Mumijo sogar in rund 5000 Metern Höhe gefunden.

Fünf verschiedene Mumijo-Arten müssen dabei unterschieden werden, die von Aussehen und Substanz zwischen „harzähnlicher braun-schwarzer Masse“ (Artscha-Mumijo) bis hin zur flüssigen wachsartigen Masse (Bitum-Mumijo) variieren.

Vielseitig anwendbar

Auf der Suche nach Informationen über die Wirkung von Mumijo wurde Dr. Windmann in russischen Archiven fündig. Besonders in den 50er und 60er Jahren wurden häufig medizinische Abhandlungen veröffentlicht, da die Sowjetunion laut Windmann keine eigene Pharmaproduktion hatte und deshalb auf die Mittel der Volksmedizin zurückgriff, um sie in Sport, Raumfahrt und beim Militär einzusetzen. Nach Wegfall des Eisernen Vorhangs und Öffnung der russischen Archive wurde die westliche Welt auf Mumijo aufmerksam.

Wissenschaftlich belegt ist die positive Wirkung des Mittels u. a. bei Allergien, Immunschwäche, Bronchial- und Erkältungserkrankungen, Knochenbrüchen, schlecht verheilenden Wunden, Osteoporose und Parodontose, Venenentzündungen, Erkrankungen des Verdauungstrakts sowie Mangelerscheinungen im Mineralstoffhaushalt. Deutlich distanziert sich der Experte allerdings von der Anwendung bei Diabetes Typ I und II. Dabei sei „die Grenze zur seriösen Therapie eindeutig überschritten.“

Mumijo kann äußerlich (als Salbe) oder innerlich (als Tabletten, in Kapselform oder als Zäpfchen) angewandt werden. Da der Geschmack gewöhnungsbedürftig ist, empfehlen Heilkundige, die Verbindung mit Honig.

Allrounder Padma 28

Bald ebenso vielseitig wie Mumijo ist ein Präparat, das Padma 28 heißt und eine wichtige Rolle in der Traditionellen Tibetischen Medizin (TTM) spielt (siehe hierzu auch Beitrag in Visionen 01/2005). 1965 wurde es in der Schweiz erstmals zur Probe hergestellt. Ähnlich wie beim „Schwarzen Gold“ gibt es zu Padma 28 wissenschaftliche Untersuchungen, die seine Wirksamkeit belegen. Der Züricher Pharmakaufmann Karl Lutz lernte durch den polnischen Chirurgen Peter Badmanjew viel über die Anwendung tibetischer Arzneien in der westlichen Medizin. Badmanjews Vater hatte das Wissen darum von seinen burjatischen Vorfahren übernommen und erfolgreich in seiner Praxis angewendet. Seinem Sohn hinterließ er die Rezepturen.

Zusammen mit Peter Badmanjew ließ Karl Lutz einige davon probeweise herstellen. Als Name wählte er den aus dem Sanskrit stammenden Begriff Padma (Reinheit, Schönheit). Bald schon erwies sich laut Dr. Gabriele Feyerer das Präparat Padma 28 „als überraschend wirksam bei der Behandlung arterieller Verschlusskrankheiten, wie dem bekannten ‘Raucherbein’“. Lutz’ Firma begann unter strenger Qualitätskontrolle neben dieser Arznei noch das Präparat Padma Lax und vier tibetische Teemischungen herzustellen. Zwischen 2001 und 2003 wurden in der Schweiz 14 weitere Mittel zugelassen (Infos hierzu siehe Kasten).

Bittere Pille

In der TTM ist der Geschmack einer Arznei ein wichtiges Kriterium für die Anwendung von Heilmitteln. Die fünf Elemente, die im Einklang miteinander sein müssen, spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle und spiegeln sich in der Ernährung wie in Heilmitteln wieder. Die Tibeter unterscheiden bei den Geschmacksrichtungen süß, sauer, scharf, bitter, salzig und herb. Laut Dr. Gabriele Feyerer schmeckt Padma 28 „bitter, etwas scharf und durchdringend“. Nach dem tibetischen Medizinverständnis hat das Therapeutikum kühlende Eigenschaften, was besonders wichtig ist, wenn eine „Überhitzung“ des Körpers vorliegt. Gerade in der westlichen Welt ein häufiges Symptom. Denn beispielsweise verlangt der tägliche Stress dem Körper ständig die volle Leistung ab. Wie bei einem Motor läuft der irgendwann unweigerlich heiß. „Die Rezeptur wirkt als Radikalenfänger und kann somit ein auf Hochtouren laufendes Immunsystem wieder in Harmonie bringen“, so Dr. Feyerer. Dazu komme die entzündungshemmende Wirkung.

Vorbeugung und Heilung

Neben seiner Wirkung als Radikalenfänger und Entzündungshemmer wird Padma 28 bei Arteriosklerose, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Krebserkrankungen oder chronischen Atemwegsbeschwerden (Asthma) und bei chronisch-infektiöser Hepatitis B, bei Venenbeschwerden und vorbeugend zur Bekämpfung von grippalen Infekten eingesetzt.

Mumijo ist als Nahrungsergänzungsmittel sehr gut als Kur (z.B. zwei- bis dreimal pro Jahr mit 120 Tabletten zur Stärkung des Immunsystems) anwendbar. Die Einnahme von Padma 28 als Heilmittel sollte in Absprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker angestrebt werden (weitere Infos und Bezugsadressen siehe Kasten).

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