Nadeln bringen den Energiefluss im Körper ins Gleichgewicht

Nadeln bringen den Energiefluss im Körper ins Gleichgewicht

Alternative Therapien und Heilmethoden – Teil 2

Seit Jahrhunderten ist die Akupunktur ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. In den letzten Jahren setzen immer häufiger auch westliche Ärzte auf die Heilkraft der Nadeln. In unserer Serie stellen wir die verschiedenen Varianten der Akupunktur und verwandte Ansätze vor.

Ein China-Besuch Richard Nixons 1972 machte die Akupunktur im westlichen Kulturkreis bekannt. Seine Gastgeber demonstrierten dem US-Präsidenten die Anwendung. Mitgereiste Medienvertreter berichteten über Ärzte, die Nadeln zur Behandlung verschiedenster Leiden einsetzen. Wie eine Welle schwappte daraufhin alles, was das Reich der Mitte im Allgemeinen und die Akupunktur im Besonderen betraf, über Nordamerika nach Europa.

Im ausgehenden 17. Jahrhundert erreichte die Akupunktur über die Handelsrouten schon einmal Europa. Doch niemand schenkte ihr große Beachtung. 1827 flammte das Interesse erneut kurzzeitig auf, als eine Veröffentlichung in Großbritannien die heilenden Eigenschaften der Akupunktur pries. In China hingegen ist sie seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Zwischen 300 und 100 v. Chr. wurden die Grundlagen der Methode erstmals schriftlich festgehalten. Jede Therapeutengeneration fügte diesen Aufzeichnungen eigene Erfahrungswerte und Beobachtungen hinzu. So entstand ein auf umfangreichem Wissen basierendes Heilsystem.

Energietherapie

Die Akupunktur ist ein therapeutischer Ansatz, der den Ausgleich der Lebensenergie – auch Chi genannt – zum Ziel hat. Chi zirkuliert über den Blutkreislauf und fließt durch die Energiebahnen (die so genannten Meridiane) durch den Körper. Diese Meridiane verbinden die Organe miteinander. Die TCM kennt zwar eine große Anzahl der Meridiane, davon spielen allerdings nur 14 eine wichtige Rolle für die Behandlung. Entlang der nur knapp unter der Haut verlaufenden Energiebahnen liegen rund 500 Akupunkturpunkte. In der Regel werden nur an 100 von ihnen Nadeln gesetzt.

Bevor diese zum Einsatz kommen, erstellt der Therapeut einen Befund. Im ausführlichen Gespräch klärt er dazu die Krankengeschichte, Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten des Patienten ab. Außerdem betrachtet er die Zunge und prüft den Puls. Anhand dieser Komponenten entscheidet er, ob bestimmte Bereiche im Körper stimuliert oder sediert werden sollen und ob er dazu die Kräuterheilkunde, die einen weiteren wesentlichen Bestandteil der TCM darstellt, einsetzt.

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