Naturstoffe mit Ökoanspruch

Naturstoffe mit Ökoanspruch

Teil II der Serie: Alles Bio - Kosmetik, Kleidung, Lebensmittel

Der Bio-Boom hat den Sprung auf die internationalen Laufstege geschafft. Die Prêt-à-porter-Schauen in Paris bieten dem Fachpublikum neuerdings sogar eine eigene Sektion für ethische Mode unter dem Motto: Gutes tun und dabei gut aussehen.

Die Zeiten da Öko-Mode mit tristem Schlabberlook, groben Materialien und einfallslosen Schnitten verbunden war, sind vorbei. In den letzten Jahren nahm das Interesse der Konsumenten kontinuierlich zu. Laut einer Umfrage erwarten 90 Prozent der Verbraucher Mode, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurde. Das Institut der Deutschen Wirtschaft will ermittelt haben, dass ein Viertel der Bevölkerung sich für naturbelassene Textilien interessiert. Trotzdem bedient Mode mit dem Ökosiegel nach wie vor nur eine Marktnische. Auf die Verkaufszahlen, wie sie bereits im Bereich der Naturkosmetik vorliegen, hoffen die Designer noch vergeblich.

Dass es nicht so bleiben muss, dafür könnten die Angebote bekannter Modehäuser wie etwa C & A oder Hennes & Mauritz und In-Boutiquen sorgen, die Naturtextilien kurzerhand zum coolen Trend ausriefen. Anfang 2007 fügte das schwedische Modehaus H & M erstmals eine Kollektion mit Ökoanspruch aus biologisch angebauter Baumwolle in das bestehende Angebot ein und hatte Erfolg. Laut Geschäftsbericht stieg der Umsatz um 15 %.

Das niederländische Label Kuyichi ebenso wie die Marken Stewart & Braun und Misericordia gehen noch einen Schritt weiter und setzen ausschließlich auf eine Kollektion aus natürlichen Materialien kombiniert mit modischem Design.

Wie im Bereich der Naturkosmetik trübt auch bei den Öko-Textilien die Unsicherheit des Verbrauchers in Bezug auf die verwendeten Materialien ein wenig das Bild. Denn ähnlich wie beim Begriff bio, sagt auch öko erst einmal gar nichts über die Qualität der Kleidung aus.

Fairer Handel

Die Organisation Solidaridad gründete das Label Kuyichi im Jahr 2000. Bis dato konnte man bereits auf 20 Jahre Erfahrung mit dem fairen Handel von Früchten zurückschauen. Man kannte die Produktionsabläufe in der Dritten Welt und arbeitete eng mit Baumwollbauern aus Peru zusammen. Die von Kuyichi angebotenen Jeans bestehen zu 100 Prozent aus biologisch angebauter, geernteter und fair gehandelter Baumwolle.

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